Wasserstadt soll mit Energie geheizt werden, die der Bergbau noch nach seinem Ende liefert

dzGrubenwasser

Die geplante Wasserstadt soll auf ungewöhnliche Weise klimaneutral werden. Die Planer greifen bei ihrem Konzept auf die Bergbau-Vergangenheit der Zeche Haus Aden zurück.

Bergkamen

, 27.01.2020, 14:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die RAG hat auch schon in der Vergangenheit Energie aus der Tiefe genutzt, um elektrischen Strom zu erzeugen. Am Schacht 2 der ehemaligen Zeche Haus Aden, gab es bis vor kurzem ein Blockheiz-Kraftwerk, das mit Grubengas betrieben wurde.

Das ist mittlerweile vorbei: Seit die RAG das Grubenwasser ansteigen lässt, tritt kein Grubengas mehr auf Haus Aden zutage. Das Blockheizkraftwerk neben dem Schacht 2 ist mittlerweile auch schon abgebaut.

Die Häuser in der geplanten Wasserstadt sollen klimaneutral mit Wärme und Strom versorgt werden.

Die Häuser in der geplanten Wasserstadt sollen klimaneutral mit Wärme und Strom versorgt werden. © Stadt Bergkamen

Wärme aus der Tiefe der Zeche

Trotzdem setzen die Planer auf Energie aus der Tiefe, um die Wasserstadt klimaneutral zu machen. Sie soll komplett mit regenerativer Energie versorgt werden, damit kein klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) entsteht. Dabei wollen die Planer ausgerechnet auf das Grubenwasser zurückgreifen, das auf der ehemaligen Zeche zutage gefördert wird.

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Grubenwasser ist warm und diese Wärme soll über Wärmetauscher als Heizenergie für die Häuser in der Wasserstadt genutzt werden, wie die stellvertretende Planungsamtsleitern Christiane Reumke erläutert.

Dafür gibt es technisch mehrere Möglichkeiten, erklärt sie. „Wir müssen sehen, was sich lohnt“, sagt Reumke. Zurzeit ist die Stadt noch dabei, die Nutzung des Grubenwassers mit der RAG abzustimmen. Sie muss auch in die Planung des ehemaligen Bergbauunternehmens einfließen, denn das baut zurzeit die Grubenwasserhaltung auf Haus Aden neu auf.

Die RAG betreibt über den Schacht Haus Aden 2 die zentrale Wasserhaltung für das östliche Ruhrgebiet.

Die RAG betreibt über den Schacht Haus Aden 2 die zentrale Wasserhaltung für das östliche Ruhrgebiet. © Borys Sarad

Umstrittener Anstieg des Grubenwassers

Die RAG hat die Genehmigung bekommen, das Grubenwasser unter Tage ansteigen zu lassen. Das war durchaus umstritten: Kritiker befürchten, dass Schadstoffe unter Tage ausgespült werden könnten. Das Grubenwasser muss ständig abgepumpt werden, damit es nicht mir dem Oberflächenwasser in Kontakt kommt.

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Jetzt muss die RAG das Grubenwasser nicht mehr mit fest auf dem Grund des Schachtes installierten Pumpen nach oben befördern, sondern will Tauchpumpen installieren. Im Zuge dieser Umstellung soll auch eine komplett neue Leitung zur Lippe gebaut werden. Die RAG pumpt das Wasser in den Fluss.

Suche nach regenerativer Quelle für den Strom

Die Stadt sucht nach Möglichkeiten, wie sie nicht nur die Wärme, sondern auch den Strom für die Wasserstadt aus regenerativen Energiequellen erzeugen kann – und zwar möglichst auch auf dem Wasserstadt-Gelände selbst. Wie das technisch funktionieren soll, steht allerdings noch nicht fest. „Da müssen wir noch eine Lösung entwickeln“, sagt Reumke.

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