Die Wasserstadt nimmt Konturen an und der Boden wird knapp

dzWasserstadt Aden

Das Gelände der Wasserstadt nimmt schon Konturen an. Es ist so viel Boden verbaut worden, dass er nachgeliefert werden muss. Die Rampe zur Wasserstadt ist aber noch nicht fertig.

Bergkamen

, 01.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer die neue Bahnbrücke an der Jahnstraße in Heil nutzt und die Gelegenheit hat, in Richtung Wasserstadt zu schauen, registriert drei Dinge: Das Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden ist mittlerweile schon auf großen Flächen deutlich angehoben. Sogar die Konturen des geplanten Sees sind zum Teil schon zu erkennen. Die Bodenlager am westlichen Ende des Zechengeländes, Richtung Rotherbachstraße, sind fast erschöpft.

An der Jahnstraße ist auch der Ansatz für die Rampe zu erkennen, über die Boden für die Wasserstadt und die Halde angliefert werden soll. Sie soll im April fertig sein.

An der Jahnstraße ist auch der Ansatz für die Rampe zu erkennen, über die Boden für die Wasserstadt und die Halde angliefert werden soll. Sie soll im April fertig sein. © Marcel Drawe

Rampe wird erst im April fertig

Außerdem registriert der Beobachter, dass zwischen dem großen Verkehrskreisel und der Kanalbrücke zwar der Ansatz für die Rampe zur Wasserstadt vorhanden ist. Die Rampe gibt es aber aber noch nicht. Christiane Reumke, die stellvertretende Planungsamtsleiterin der Stadt geht davon aus, dass die Rampe im April fertig ist. Die RAG Montan Immobilien (RAG MI) soll sie bauen.

Auf dem Gelände befinden sich viele Baumaschinen, um den Boden anzufüllen und zu verteilen.

Auf dem Gelände befinden sich viele Baumaschinen, um den Boden anzufüllen und zu verteilen. © Marcel Drawe

Der Bodenvorrat reicht aber nicht mehr bis zum April. Deshalb sollen die Lastwagen mit neuem Boden schon in dieser Woche wieder rollen. Sie kommen bis zum April über das Zechentor an der Rotherbachstraße, vorbei an den Wohngebieten dort.

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Die Bodenlieferungen sind zudem nicht die einzigen Anlieferungen, mit denen Anwohner rechnen müssen. „Die RAG bringt auch große Rohre für die neue Grubenwasserleitung“, sagt Reumke. Sie wird parallel zu den Arbeiten an der Wasserstadt auf dem Gelände verlegt.

Noch schaffen Lastwagen Boden aus dem Zwischenlager heran.

Noch schaffen Lastwagen Boden aus dem Zwischenlager heran. © Marcel Drawe

Gelände soll noch einige Meter höher werden

Noch ist das Gelände auch nicht so hoch angeschüttet, wie es einmal werden soll. Das Gelände der Wasserstadt muss um bis zu acht Meter über der ursprünglichen Höhe angehoben werden, damit der Wasserspiegel des künstlichen Sees auf der exakt gleichen Höhe wie der Wasserspiegel im Datteln-Hamm-Kanal liegt. Wer mit dem Boot vom See auf den Kanal möchte, soll nicht schleusen müssen.

In Richtung Jahnstraße fehlt noch viel Boden. Das Gelände soll noch deutlich angehoben werden.

In Richtung Jahnstraße fehlt noch viel Boden. Das Gelände soll noch deutlich angehoben werden. © Marcel Drawe

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In Richtung Jahnstraße fehlt noch am meisten Boden

In einigen Bereichen fehlen noch etwa zwei Meter Boden. In Richtung Jahnstraße muss sogar noch deutlich mehr angeschüttet werden. Der Höhenunterschied vom Straßendamm zur Wasserstadt soll nicht mehr so hoch sein. Dort fehlen sogar noch bis zu drei Meter Boden.

Die Hauptstraße der Wasserstadt, der „Aden-Boulevard“ soll später an den neuen Kreisel an der Jahnstraße angeschlossen werden.

Die Hauptstraße der Wasserstadt, der „Aden-Boulevard“ soll später an den neuen Kreisel an der Jahnstraße angeschlossen werden. © Marcel Drawe

In diesem Bereich waren die Schüttungen nicht möglich, bis Straßen NRW die Brücke und die neue Jahnstraße gebaut hatte. Die Straße ist erst seit gut einer Woche freigegeben. Restarbeiten laufen noch. Reumke geht davon aus, dass die geplante Bodenhöhe erst Ende des Jahres erreicht ist.

Der Schacht 2, über dem (noch) der Förderturm steht, ist ein Fixpunkt, dessen Höhe nicht verändert werden darf.

Der Schacht 2, über dem (noch) der Förderturm steht, ist ein Fixpunkt, dessen Höhe nicht verändert werden darf. © Marcel Drawe

Fixpunkte müssen bleiben

Den Boden auf die richtige Höhe zu bringen ist für die Planer außerdem nicht so einfach.

Anlieferungen

Knapp eine Million Kubikmeter Boden

  • Für die Modellierung des Wasserstadt-Geländes ist knapp eine Million Kubikmeter zusätzlicher Boden erforderlich.
  • Etwa 300.000 Kubikmeter befanden sich im Zwischenlager, das jetzt fast leer ist. Weitere knapp 600.000 Kubikmeter müssen noch angeliefert werden.
  • Die Beschaffung des Bodens hat die RAG MI übernommen.
  • Der See soll mit einer speziellen Tonerde abgedichtet werden.
  • Da es für die Wasserstadt in Deutschland kein Vorbild gibt, musste eigens ein Gutachten von der Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe eingeholt werden.
  • Den Auftrag für den Seebau will die Stadt zum nächsten Jahreswechsel vergeben.
  • Die Planer rechnen damit, dass der See 2024 geflutet und die Baugrundstücke vermarktet werden.
  • Zur Internationalen Gartenausstellung 2027 soll die Wasserstadt schon komplett bebaut sein.

Es gibt einige Fixpunkte auf dem Gelände, deren Höhe nicht verändert werden kann. Dazu gehört der Standort der Wasserhaltung am Schacht Haus Aden 2 und das Abwasser-Pumpwerk. Zum Schacht hin soll der Boden auslaufen, das Pumpwerk soll später in einem durch Spundwände gesicherten Loch neben dem Aden-Boulevard liegen.

Auch der Bau des künstlichen Sees, der für das kommende Jahr vorgesehen ist, wird relativ kompliziert. Dazu muss auf dem Seegrund wieder etwas Boden weggenommen werden, bevor eine neue Schicht eingebracht wird. Sie soll den See so abdichten, dass kein Wasser austreten kann, wenn er mit Kanalwasser befüllt wird.

Bei allen diesen Bodenarbeiten ist äußerste Sorgfalt erforderlich, macht Reumke deutlich. Der Teil der Wasserstadt, der sich später zwischen dem See und dem Kanal befindet, ist nicht nur Siedlungsfläche, sondern auch ein Damm zwischen den beiden Wasserflächen, der halten muss.

Einige Teile der Wasserstadt sind auch noch nicht geplant, wie der „Adenpark“, der in Richtung der heutigen Zufahrt an der Rotherbachstraße auf das Zechengelände entstehen soll. Es steht zum Beispiel noch nicht fest, ob es dort später einmal einen Hügel mit Aussichtspunkt geben soll.

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