Die Verursacher von Ölspuren kommen meist ungesühnt davon

dzKeine Ermittlungen

Die Beseitigung von Ölspuren verursacht Kosten. Für die müssen eigentlich die Verursacher aufkommen. Die haben aber gute Chancen unerkannt zu bleiben, weil gar nicht nach ihnen gesucht wird.

Bergkamen

, 21.11.2019, 13:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis heute ist nicht bekannt, wie Ende Oktober die mysteriösen Öllachen auf den Pendlerparkplatz an der A2 kamen. Auch der Verursacher der Ölspur, die sich am Samstag vor zwei Wochen durch Oberaden und Weddinghofen zog, ist weiterhin unbekannt. Das liegt nicht etwa daran, dass die Ermittlungen ohne Erfolg geblieben wären: Es gab gar keine. Die Polizei jedenfalls fühlt sich dafür nicht zuständig, sagt die Pressesprecherin der Kreispolizei Unna, Vera Howanietz.

Die Polizei ermittelt nicht

Zwar rücken meist Streifenbeamte aus, wenn eine Ölspur gemeldet wird. Allerdings eher, um den Verkehr zu regeln. Wenn sie dann den Verursacher antreffen, weil er mit tropfendem Öltank auf der Straße steht, melden sie ihn auch. Ermittlungen nimmt die Polizei nach Angaben von Howanietz allerdings nur auf, wenn eine Anzeige wegen Verstößen gegen das Umweltgesetz erstattet wird. Das war in den beiden jüngsten Öl-Vorfällen in Bergkamen wohl nicht der Fall.

Die Verursacher von Ölspuren kommen meist ungesühnt davon

Auch der Verursacher der Ölspur, die sich von Oberaden bis nach Weddinghofen zog, wird wohl nie gefunden werden. © Marcel Drawe

Die Suche nach dem unbekannten Verursacher hingegen gehöre nicht zu den Aufgaben der Polizei: „Dafür sind die kommunalen Ordnungsbehörden zuständig“, sagt Howanietz. Im Bergkamener Rathaus fallen die Ordnungsangelegenheiten in das Ressort von Amtsleiterin Patrica Höchst. Auch die hat ein Interesse daran, dass die Verursacher von Ölspuren gefunden werden: Um ihnen eine Rechnung über die Kosten zu schicken, die der Beseitigungseinsatz verursacht. Eigene Ermittlungen stellt allerdings auch das Ordnungsamt nicht an: „Wie sollen wir das machen?“, fragt Höchst rhetorisch. „Dazu haben wir gar keine Möglichkeiten.“

Der Straßenbaulasträger muss zahlen

Das bedeutet aber nicht, dass die Stadt in jedem Fall auf den Kosten für den Öl-Einsatz sitzen bleibt. „Wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann, dann geht die Rechnung an den jeweiligen Straßenbaulastträger“, erläutert Höchst. Im Falle des Pendlerparkplatzes ist das Straßen NRW. Der Landesbetrieb ist für die Lünener Straße zuständig. Somit muss er auch einen Teil des Kosten der Öl-Beseitigung in Oberaden und Weddinghofen übernehmen. Die Spur zog sich aber auch über Straßen, die der Stadt Bergkamen gehören: „In solchen Fällen werden die Kosten geteilt“, sagt Höchst. Sie verschickt deshalb eine Rechnung innerhalb des Rathauses. Die Höhe hängt von der Dauer des Einsatzes ab. Teuer wird es vor allem dann, wenn sich die Ölspur außerhalb der normalen Arbeitszeiten des Baubetriebshofes ereignet. Dann muss die Bergkamener Feuerwehr ausrücken.

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