Die „unendliche Geschichte“ mit der Kapelle Heil geht langsam zu Ende

dzEhemaliger Sakralbau

Der letzte Gottesdienst an der Kapelle Heil liegt bald eineinhalb Jahre zurück. Trotzdem herrscht dort weiter Leben. Dank einer Frau, die offiziell noch gar das Sagen über die Kapelle hat.

Heil

, 14.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Selbst der Verwaltungsleiter des Kirchenkreises Unna, Thomas Sauerwein, spricht im Zusammenhang mit der Kapelle Heil von einer „unendlichen Geschichte“. Aber er hofft, dass die bald zu Ende geht. Der Vertrag, mit dem die Martin-Luther-Gemeinde Bergkamen die Kapelle an die Heiler Landwirtin Birgit Willeke übergeben hat, ist unterschrieben und notariell beglaubigt. Nun muss das Grundbuchamt noch die entsprechenden Änderungen eintragen.

Die „unendliche Geschichte“ mit der Kapelle Heil geht langsam zu Ende

Dass die Kapelle erhalten bleibt, verdanken die Heiler Birgit Willeke © Marcel Drawe

Sauerwein rechnet damit, dass es Anfang 2020 soweit ist. Seit dem letzten Gottesdienst und der Entwidmung der Kapelle werden dann eineinhalb Jahre vergangen sein. „Aber das ist natürlich komplizierter als der Verkauf eines Einfamilienhauses“, meint der Verwaltungsleiter.

Bürgerschaftliches Engagement für die Kapelle Heil

Und auch komplizierter als zum Beispiel der Weg, den die Friedenskirchengemeinde in Bergkamen mit ihrem ehemaligen Wichernhaus gegangen ist. Viele Jahre, nachdem sie es aufgegeben hat, ist das frühere Gemeindehaus vor kurzem abgerissen worden, weil ein Investor Wohnhäuser baut.

Sauerwein ist froh, dass den Heilern ihre nun ehemalige Kapelle als Treffpunkt im Stadtteil erhalten bleibt. Und er lobt ausdrücklich das bürgerschaftliche Engagement von Birgit Willeke, dank derer das Gebäude am Westenhellweg erhalten bleibt und mit neuem Leben gefüllt wird.

Öffentlich will sich Birgit Willeke noch nicht äußern

De Facto hat Willeke auch längst das Sagen über die Kapelle. Zuletzt gab es dort auch einige Konzerte der Musikschule und ähnliche Veranstaltungen. Auch ein Chor und eine Tanzgruppe aus der Gemeinde dürfen die Kapelle weiter nutzen. Willeke hegt wohl auch noch weitere Ideen, was man mit dem Gebäude anfangen kann.

Solange sie aber nicht offiziell als Eigentümerin eingetragen ist, will sie sich aber nicht öffentlich darüber äußern. Aber man kann ziemlich sicher sein, dass ihr auch die meisten Heiler ziemlich dankbar dafür sind, dass sie die Kapelle vor dem Schicksal des Abrisses bewahrt hat.

In Heil schlugen die Wellen hoch

Als die Gemeindeoberen Anfang 2018 bekanntgaben, sich von der Kapelle trennen zu wollen, schlugen die Wellen in Heil hoch. Inzwischen haben sie sich wieder ein wenig beruhigt. Wohl auch wegen Willekes Engagement. Aber auch die Martin-Luther-Gemeinde wird an der Kapelle zumindest noch einmal offiziell in Erscheinung treten: Wenn alle Grundbuch-Angelegenheiten erledigt sind, ist ein offizielle Übergabe geplant.

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