Die steigenden Zinsen werden für viele zu einem großen Problem

Redakteur
Wer ein Hau oder eine Wohnung kauft, sollte bei der Finanzierung genau hinschauen. Er muss sich steigende Zinsen leisten können. © picture alliance/dpa/dpa-tmn
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Seit Jahren geht es in der Berichterstattung um steigende oder fallende Zinsen vor allem eine Gruppe: die Sparer. Steigen die Zinsen haben sie demnach Grund zur Freude. Fallen sie, dann leiden die Sparer. Das blendet völlig aus, dass diejenigen, die ihr Geld auf dem Sparkonto verwahren allenfalls noch eine verschwindend geringe Minderheit sind.

Die meisten haben angesichts der jahrelang niedrigen Zinsen nach anderen Anlagemöglichkeiten gesucht. Ein beträchtlicher Teil hat es in Immobilien angelegt – nicht nur Menschen mit viel Geld, sondern auch Familien, die sich angesichts der niedrigen Bauzinsen ein Eigenheim geleistet haben – oder darauf hinarbeiten, es zu erwerben.

Sie haben schon den Preis gezahlt, dass angesichts der Nachfrage von Immobilien der Marktpreis für Häuser und Wohnungen exorbitant gestiegen ist. Schon vor Monaten haben Experten gesagt, dass viele Häuser deutlich über ihrem realistischen Wert ver- und gekauft werden.

Jetzt kommt noch hinzu, dass die Zinsen für die Finanzierung steigen. Das wird den einen oder anderen vom Hauskauf abhalten, weil er die momentanen Preise nicht mehr finanzieren kann. Das trifft aber vor allem jene, die vor Jahren ihre Immobilie günstig finanziert haben, aber die Anschlussfinanzierung – meist nach zehn Jahren – jetzt zu deutlich höheren Zinsen abschließen müssen.

Die steigenden Zinsen mögen notwendig sein, um die Inflation einzudämmen und die Lebenshaltungskosten erträglich zu halten. Die wenigen Sparer, die es noch gibt, mögen sie auch freuen. Aber für viele dürften sie zu einem großen Problem werden.