Ein echter Star-Wars-Fan schaut nicht nur die Filme, sondern eifert auch den Figuren möglichst originalgetreu nach: Im Museum kommen am Wochenende gleich zwei Fan-Gruppen zusammen.

Oberaden

, 13.07.2019, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Darth Vader kommt aus Moers. Seit Karl-Heinz Junker 1977 in einem Düsseldorfer Kino den ersten „Krieg der Sterne“-Film gesehen hat, ist er Star-Wars-Fan. Und seit der heute 64-Jährige im Ruhestand ist, widmet er sich diesem Hobby intensiver. So hat er am Samstagmorgen die selbstgestaltete Darth-Vader-Uniform angezogen und ist vom Niederrhein nach Oberaden gefahren. Dort veranstaltet das Stadtmuseum die „Science-Fiction-Days“ zu seiner Star-Wars-Sonderausstellung. Junker hofft auf Kontakte. Bisher ist er Einzelkämpfer: „Ich kenne in Moers niemand, der meine Star-Wars-Leidenschaft teilt.“


Die Star-Wars-Fans erwecken im Museum die Welt der Sternenkrieger zum Leben

Im Star-Wars-Universum gibt es viele merkwürdige Figuren. © Marcel Drawe


Zwei Star-Wars-Fan-Clubs kommen zusammen

Im Museum trifft er jede Menge Gleichgesinnte. Denn am Wochenende tummeln sich dort gleich zwei Gruppen, für die Fan-Sein mehr bedeutet, als die Star-Wars-Filme im Kino oder auf dem heimischen Bildschirm zu betrachten. Da sind zum einen die „Star Wars Fans Dortmund“, die auch das Material für die Sonderausstellung zur Verfügung gestellt haben. Im Museum ist aber nur ein Teil ihres Fundus zu sehen: „Allein ich habe rund 4500 Figuren“, sagt Vorsitzender Andreas Heerbrand. Er und die anderen 40 Mitglieder des eingetragenen Vereins sammeln nicht nur Star-Wars-Spielzeug, das jedermann im Laden kaufen kann. Sie bauen ihre Kostüme und Ausrüstungsgegenstände auch selbst.

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Beim Star-Wars-Treffen tanzt R2D2


Die Star-Wars-Fans erwecken im Museum die Welt der Sternenkrieger zum Leben

Dietmar und Anja Strug (li und re) haben Droiden mitgebracht. © Marcel Drawe


Der Vorsitzende bringt R2D2 mit

Heerbrand hat seinen Droiden R2D2 mit nach Oberaden gebracht. Mit Hilfe einer Tablet-Fernsteuerung lässt er ihn durch das Museum rollen. Wie das Original kann der Dortmunder Roboter blinken und Geräusche von sich geben. Stolz sind die Dortmunder Star-Wars-Fans auch auf ihre Masken und Waffen, die den originalen Film-Stücken nachgestaltet sind: „Die stellen wir mit 3-D-Druckern her“, sagt Heerbrand. Auch Sebastian Schäfer ist Mitglied des Dortmunder Clubs. Aber er gehört noch einer anderen Star-Wars-Organisation an: Der „501st Garrission“, dem wohl größte Zusammenschluss der Sternenkrieger-Freunde. „Weltweit haben wir rund 10.000 Mitglieder“, sagt Schäfer. „In Deutschland sind es etwa 900.“

Die Star-Wars-Fans erwecken im Museum die Welt der Sternenkrieger zum Leben

Mit Darth Vader und seinen Stormtroopers legt man sich besser nicht an. © Marcel Drawe


Manche Star-Wars-Fans verkörpern die dunkle Seite

Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie sich an den Figuren des Imperiums orientieren. Das ist die dunkle Seite des Gut-Böse-Unversiums der Star-Wars-Reihe. Im Museum sind dann auch jede Menge Stormtroopers und andere imperiale Kämpfer anzutreffen. Ganz so eng sieht Schäfer das aber auch wieder nicht: Er trägt das Kostüm eines Rebellen, verkörpert also die andere Seite. Aber auf etwas legt er dann doch Wert: „Wir versuchen die Vorbilder aus den Filmen möglichst originalgetreu darzustellen.“

Die Star-Wars-Fans erwecken im Museum die Welt der Sternenkrieger zum Leben

Platznehmen im X-Wing: Annika Wagener probiert das Raumschiff auf, das im Museumshof steht. © Marcel Drawe


Sonderausstellung

Sternenkrieg im Stadtmuseum

  • Die Starwars-Fanclubs sind auch noch am Sonntag von 11 bis 17 Uhr im Museum zu Gast
  • Die Sonderausstellung „Das Star-Wars-Universum“ ist noch bis zum 4. August im Stadtmuseum Bergkamen an der Jahnstraße 31 in Oberaden zu sehen.
  • Informationen über die Star Wars Fans Dortmund gibt es auf deren Homepage www.starwarsfansdortmundev.com.
  • Die Star-Wars-Fans der 501st German Garrisson sind im Internet unter www.501st.de zu finden

Parallelen zwischen Star-Wars- und Römergruppen

Damit haben die Star-War-Fans Ähnlichkeit mit den Römer-, Germanen- und sonstigen Historien-Darsteller, die häufig zu Treffen im Römerpark in der Nähe des Stadtmuseums zusammenkommen. Ein Zufall ist das wohl nicht: Sebastian Schäfer ist auch in der Historienszene aktiv, hat schon als Gladiator in der Gruppe „Amor Mortis“ gekämpft - und bei der Gelegenheit den heutigen Bergkamener Museumschef und Star-War-Fans Mark Schrader kennengelernt. Der wiederum sieht Parallelen zwischen seinem eigentlichen Fachgebiet und der vielteiligen Krieg-der-Sterne-Saga.

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Treffen der Star-Wars-Fans im Stadtmuseum

Im Bergkamener Stadtmuseum organisieren Star-Wars-Fanclubs ein Science-Fiction-Wochenende
13.07.2019
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Star-Wars-Tag Stadtmuseum Bergkamen, Gruppenbild der Akteure© Marcel Drawe
Star-Wars-Tag Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Star-Wars-Tag Stadtmuseum Bergkamen, Besucherin Annika Wagener im Flieger X-Wing© Marcel Drawe
Star-Wars-Tag Stadtmuseum Bergkamen, Dietmar und Anja Strug (li und re) mit Ihren fernsteuerbaren Robotern© Marcel Drawe
Star-Wars-Tag Stadtmuseum Bergkamen, Akteure zusammen mit Museums-Mitarbeiter Kai-Uwe Semrau (2.v.l. im Raumanzug)© Marcel Drawe
Star-Wars-Tag Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Star-Wars-Tag Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Star-Wars-Tag Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Star-Wars-Tag Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Star-Wars-Tag Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe

Star-Wars-Schöpfer bedient sich im antiken Mythos

Deren Schöpfer, George Lucas, hat sich für dafür schließlich kräftig in der antiken Mythologie bedient. Außerdem haben wohl sowohl die Römer- als auch die Sternenkrieger-Gruppen gemeinsam, dass ihre erwachsenen Mitglieder ihren Spieltrieb befriedigen. Der Dortmunder Star-Wars-Fan Andreas Heerbrand bestätigt das lachend: „Wir sind jetzt in einem Alter, in dem wir uns die Dinge leisten können, die wir als Kinder gerne gehabt hätten.“ Diesen Satz kann wohl auch Karl-Heinz Junker, der Darth Vader aus Moers, unterschreiben. Denn es gibt einen guten Grund, warum er den Aufwand betreibt, als Star-Wars-Figur über den Bergkamener Museumshof zu laufen: „Es macht einfach Spaß“

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