Die Stadt begrüßt den Abriss der Turmarkaden

dzLeer stehendes Einkaufszentrum

Auch der Bürgermeister und der Baudezernent halten einen kompletten Neuanfang für das Einkaufszentrum für sinnvoll. Der Abriss könnte aber kompliziert werden.

Bergkamen

, 29.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Stadt will dem Abriss der Turmarkaden keine Steine in den Weg legen. Bürgermeister Roland Schäfer rechnet jedoch damit, dass die Bearbeitung der Abriss-Genehmigung einige Zeit dauert. Probleme könnten vor allem die Bauteile machen, die noch aus den 70er Jahr stammen.

Grundsätzlich halte er den Abriss des leer stehenden Einkaufszentrums für den richtigen Weg, sagte Schäfer. „Das Gebäude hat mittlerweile ein negatives Image“, sagte er. Hinzu kämen diverse Schäden durch den langen Leerstand, durch Vandalismus und durch die Überflutung des gesamten Kellergeschosses Anfang des Jahres. Hinzu kommt nach Schäfers Ansicht, dass es deutlich schwieriger ist, den Bestand umzubauen, als einen kompletten Neuanfang zu wagen.

Noch ist allerdings nicht klar, ob der komplette Komplex bis auf das Fundament abgerissen wird oder ob das Kellergeschoss als Basis für den Neubau stehen bleibt. Das prüft zurzeit ein Baugutachter. Probleme beim Abriss könnten nach Schäfers Einschätzung vor allem die Bausteile machen, die noch aus der ehemaligen, in den 70er Jahren gebauten City stammen. „Wir wissen nicht, ob es dort Belastungen mit PCB, mit Asbest oder anderen Stoffen gibt, die damals noch zugelassen waren“, sagte der Bürgermeister.

Auch der Kreis Unna prüft

Deshalb dauert allein die Prüfung des Abrissantrags wahrscheinlich beträchtliche Zeit. Nicht nur die Bergkamener Bauaufsicht muss den Antrag prüfen, sondern auch der Kreis Unna. Er ist dafür zuständig, dass der Bauschutt fachgerecht getrennt und entsorgt oder deponiert wird. Schäfer geht davon aus, dass die Prüfung einige Wochen in Anspruch nimmt. Die Hoffnung von Alexander Dold, Geschäftsführer der neuen Eigentümerin Interra Immobilien AG, dass der Abriss Ende des Jahres beginnt, hält er für machbar, aber optimistisch.

Auch das Konzept für den Neubau, das Dold mittlerweile in einem internen Gespräch bei der Stadt vorgestellt hat, findet den Beifall des Bürgermeisters. Interra plant zwar, den Komplex intern in einzelne Segmente zu unterteilen. „Von außen wird das aber wie ein zweigeschossiger Baukörper wirken. Das wird kein zweites Nordbergcenter“, sagte Schäfer.

Details zwischen Bauherr und Stadt sind allerdings noch zu klären – zum Beispiel, wo die Zufahrten zu den Parkplätzen liegen sollen. Wie bereits berichtet, plant Interra ein Konzept, bei dem es auch Parkplätze ebenerdig geben soll. Nach Schäfers Angaben ist ein zweigeschossiges Parkhaus geplant. „Über die Lage der Zu- und Ausfahrten müssen wird noch reden“, sagt der Bürgermeister.

Offenbar ist das Düsseldorfer Unternehmen auch bei der Akquise von Mietern schon recht weit gekommen. Nach Schäfers Erkenntnissen steht der Betreiber eines großen Lebensmittelmarktes als Ankermieter bereits so gut wie fest.

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