Die Spargelernte beginnt – trotz Reisebeschränkungen für Erntehelfer

dzLandwirtschaft

Landwirtin Antje Schulze Ellberg aus Bergkamen ist froh, dass ihre Helfer für die Spargelernte aus Polen anreisen konnten. Andere Bauern in der Region hoffen noch auf Unterstützung.

von Stefan Milk

Bergkamen

, 11.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Landwirtin Antja Schulze Ellberg beklagt sich nicht. Auf ihrem Hof sind die Erntehelfer angekommen, das Spargelstechen kann beginnen. „Wir haben seit Jahrzehnten Helfer aus Polen, einige kommen schon viele Jahre zu uns. Für sie war die Einreise jetzt unproblematisch“, sagt Schulze Ellberg. Viele ihrer Berufskollegen haben größere Schwierigkeiten. Heinz-Wilhelm Büscher vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband weiß von Bauern, die bisher rumänische Helfer beschäftigt hatten und nun fürchten, dass die nicht rechtzeitig zum Erntestart bei ihnen sind. Durch die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Krise ist die Situation für viele Höfe angespannt. Die Landwirtschaftskammer arbeitet an einer App und einem Video, mit dem Anfängern das Spargelstechen beigebracht werden soll. Das beurteilt Antja Schulze Ellberg zurückhaltend: „Die Arbeit ist nicht ganz einfach und man braucht Erfahrung, um sie gut zu machen. Bei mir haben sich seit Beginn der Corona-Krise auch freiwillige Helfer gemeldet.

Dank an die Landwirte

Einige haben auch schon zur Probe gearbeitet und ihre Sache ganz gut gemacht. Dennoch weiß ich, was ich an unseren erfahrenen Kräften habe.“ Besuch bekam die Landwirtin jetzt vom hiesigen Bundestagsabgeordneten Oliver Kaczmarek (SPD), der sich von ihr in die Kunst des Spargelstechen einweisen ließ. „Wir möchten alle etwas zu essen haben und unsere Landwirte sorgen auch in diesen schwierigen Zeiten für uns. Mit meinem Besuch möchte ich Solidarität und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen“, erklärt Kaczmarek seinen „Ernteeinsatz“.

Über Kunststofffolien, die die Felder bedecken, wird die Temperatur beeinflusst. Liegt die schwarze Seite oben und wird von der Sonne beschienen, wächst der Spargel durch die entstehende Wärme schneller. Ist das Gegenteil gewünscht, wird die weiße Seite noch oben gedreht. In der Hochphase erntet ein routinierter Spargelstecher bis zu acht Kilogramm pro Stunde. Die frisch gestochenen Stangen werden dann zum Hof in Rünthe gebracht, wo sie gewaschen und sortiert werden.

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Anschließend werden sie im Hofladen verkauft. Antje Schulze Ellberg blickt gespannt auf die gerade beginnende Spargelsaison. Gastronomen der Region gehören zu ihren Stammkunden. „Diese Restaurants sind geschlossen, im Moment kaufen sie keinen Spargel. Wie sich unsere privaten Kunden verhalten werden, wissen wir nicht. Aber vielleicht erkennen die Menschen in diesen Zeiten den Wert von guten Lebensmitteln besser.“

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