Die Solistin spielt Bachs Cello-Suiten im Stollen am Museum

Cello-Konzert

Der Lehrstollen am Museum ist nicht der erste Ort, der Musikfreunden zu Bachs Cello-Suiten einfällt. Aber die Cellistin Pauline Stephan beweist, dass er absolut konzerttauglich ist.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 20.07.2019, 19:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Solistin spielt Bachs Cello-Suiten im Stollen am Museum

Pauline Stephan hat am ungewohnten Ort Bach Cello-Suiten gespielt: Im Lehrstollen am Stadtmuseum. © Marcel Drawe

Sie bringen selbst Meister-Cellisten an ihre Grenzen und gelten daher fast als unspielbar: die Violoncello-Suiten von Johann Sebastian Bach. Am Samstagnachmittag zeigte die aus Unna stammende junge Cellistin Pauline Stephan jedoch beim „Konzert im Stollen“, dass auch sie es kann. Im vollbesetzten Lehrstollen-Stollen am Stadtmuseum wählte Pauline Stephan nämlich für ihr kleines Kammerkonzert die „berüchtigte“ 1. Cello-Suite in G und ebenso die drei Sätze Prélude, Sarabande und Bourree aus der 4. Cello-Suite in Es und erntete dafür verdientermaßen reichlich Beifall.

Noten galten als verschollen

Insgesamt gibt es sechs Cello-Suiten. Bach hat sie vermutlich zwischen 1720 und 1723 geschrieben, die Nummerierung hat durchaus einen Sinn: Die Werke werden von Nummer eins bis Nummer sechs immer anspruchsvoller. Lange galten die Noten hierzu sogar als verschollen, doch vor rund 100 Jahren hat der berühmte Pablo Casals (1876 bis 1973) die Handschriften in einer Musikalienhandlung wiederentdeckt und seitdem gehören die Bach-Suiten zu den anspruchsvollsten Meisterwerken der klassischen Musik. Ort und Zeitpunkt des Solo-Konzerts waren natürlich bewusst ausgewählt, ist es doch eines von vielen Konzerten unterschiedlicher Instrumentalisten und Vokalisten, die in den nächsten Monaten unter dem Titel „Kunst- und Musikwelten in der Hellwegregion“ Kunstorte und Musik verbinden wollen.

Die Cello-Suiten gibt es auch im Weltall

Musik und bildende Kunst verbindet eine lange Geschichte der gegenseitigen Faszination, schreibt Mentor und Projektleiter Uli Bär in seinem Vorwort zum Veranstaltungsprogramm. Im Bergkamener Grubenstollen kamen dabei sogar noch zwei weitere Umstände hinzu. Stand doch das Museum an diesem Wochenende nicht nur ganz im Zeichen der Mondlandung vor 50 Jahren, auch die erwähnte „1. Cello-Suite in G“ befindet sich auf einer vergoldeten Schallplatte, die seit 1977 mit den Voyager-Sonden 1 und 2 durch den interstellaren Weltraum sausen und inzwischen 21 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt sind. Dem glücklichen Finder dieser Sonde soll mit der anspruchsvollen Musik gezeigt werden, welch hohen Kulturstatus die Spezie Mensch auf dem blauen Planeten Erde erreicht hat. Stephans Cello-Darbietung war zudem eine echte Konzert-Premiere für den Stollen. Im Juni hatte schon das Jazz-Duo Georg Dybowski (Gitarre) und Gregorio Mangano (Trompete) aus Bottrop in der neuen Reihe gespielt: Seinen Auftritt wegen der Hitze aber lieber ins Freie verlegt.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger 365-Euro-Ticket

Bus und Bahn für einen Euro am Tag: Billig allein reicht nicht für die Verkehrswende

Hellweger Anzeiger Städtepartnerschaften

Bei der Schulpartnerschaft mit Gennevilliers beweist die Gesamtschule einen langen Atem

Hellweger Anzeiger Eine Leidensgeschichte

Schock nach Typisierungsaktion: Marco Füllenbach braucht gar keine Knochenmarkspende

Hellweger Anzeiger Für Jäger und Hundefreunde

Das neue Schießzentrum in Bergkamen boomt – aber Laien trauen sich noch nicht so recht