Die schwarze Null muss stehen, findet der Eishockey-Torwart, der die Eishalle betreibt

dzSaisonstart in Bergkamen

Dr. Martin Brodde ist Geschäftsmann. Aber nicht nur. Denn sonst hätte er die Bergkamener Eishalle wohl nicht als Betreiber übernommen. Denn um Profit allein geht es dort nicht.

Bergkamen

, 15.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Dr. Martin Brodde durch die Weddinghofer Eishalle blickt, dann macht er den Eindruck eines zufriedenen Mannes. An diesem Wochenende ist er in die dritte Saison als privater Betreiber der Halle gestartet, die er von den Gemeinschaftsstadtwerken gepachtet hat. Wenn er noch einmal vor der Entscheidung stünde, würde er es wieder tun. Und mit Blick auf die zurückliegenden Eislaufzeiten auch nicht so viel anders machen, als es getan hat.

Die schwarze Null muss stehen, findet der Eishockey-Torwart, der die Eishalle betreibt

Wer keine eigenen Schlittschuhe hat, kann sie leihen. © Marcel Drawe


Unter der Woche kamen kaum Eisläufer

Nun gut, ein paar Erfahrungen hat er schon gesammelt. Zum Beispiel die, dass sich die nachmittägliche öffentliche Laufzeit unter der Woche nicht lohnt. „Da waren mal zwei, mal fünf Leute auf dem Eis“, erinnert er sich. Stattdessen steht die Eisfläche jetzt zu diesen Zeiten den Eissportlern zur Verfügung. Und zwar nicht nur den Damen- und Herren-Eishockey-Teams sowie den Eiskunstläufern aus Bergkamen, sondern auch den Eishockey-Spielern aus Unna. Die werden nach dem zumindest vorübergehenden Aus der Eishalle in Unna weiter in Bergkamen trainieren und spielen.

Die schwarze Null muss stehen, findet der Eishockey-Torwart, der die Eishalle betreibt

Die Eishalle geht in ihre dritte Saison unter der Regie von Martin Brodde. © Foto: Manuela Hollstegge



Eishockey-Training statt Oldie-Disco

Brodde hat die Trainingszeiten sogar noch ausgeweitet. Die Unnaer dürfen nun auch am Montagabend auf Eis. Dafür hat er die Oldie-Disco gestrichen, die öffentliche Laufzeiten konzentriert sich jetzt auf das Wochenende. Dabei sei der Montagabend gar nicht so schlecht besucht gewesen, meint Brodde. „Aber finanziell macht es für mich keinen Unterschied, ob die Eishockey-Spieler trainieren oder Schlittschuhläufer Eintritt zahlen.“ Denn schließlich zahlt der Verein beziehungsweise die Stadt Unna für die Nutzung des Eises. Und Brodde ist auch ein Geschäftsmann, der auf die Zahlen acht. Wobei der mit seinem Engagement für die Eishalle nicht unbedingt Geld verdienen muss: „Mein Ziel war, eine schwarze Null zu schreiben“, sagt er. „Und das habe ich bisher erreicht.“

Die schwarze Null muss stehen, findet der Eishockey-Torwart, der die Eishalle betreibt

Die Eishalle geht in ihre dritte Saison unter der Regie von Martin Brodde. © Foto: Manuela Hollstegge


Die Stadt Bergkamen zahlt einen Zuschuss von 65.000 Euro

Ein Teil der Einnahmen kommt von der Stadt Bergkamen. Die überweist 30.000 Euro für das Training der Bergkamener Vereine und Schulen. Außerdem lässt sie sich den Erhalt der Eishalle einen jährlichen Zuschuss von 65.000 Euro kosten. Ohne die ginge es nicht. Die Vereinbarung gilt zunächst für fünf Jahre. Derzeit gibt es wohl wenig Zweifel, dass das Modell eine Zukunft hat. Brodde will nach dem jetzigen Stand der Dinge auf jeden Fall weitermachen. Und auch von der Stadt gibt es wohl schon Signale, dass sie großes Interesse am Erhalt der Halle hat. Zumal Brodde auch Engagement beweist.

Die schwarze Null muss stehen, findet der Eishockey-Torwart, der die Eishalle betreibt

Auf der gerodeten Grünfläche hinter der Tribünenwand ist Platz für ein Zeltlager. © Marcel Drawe


Bald kann man an der Halle auch zelten

Nicht nur, weil er für diese Saison auch eine komplett neue Lichtanlage installiert hat. Sondern auch, weil er eben nicht ausschließlich auf die Zahlen schaut. Dann würde er die Halle wohl nur von Oktober bis März öffnen, meint Brodde. Im September und April, wenn es draußen noch oder schon wieder warm wird, kämen dann eben doch nicht so viele Läufer. Aber bei der Saisonplanung denkt er natürlich auch an den Eishockey-Spielplan. Kein Wunder, er steht bei den Bergkamener Grizzlys im Tor. Außerdem hat Brodde auch noch weitere Ideen, wie man die Attraktivität der Bergkamener Eishalle ohne allzu großen Aufwand erhöhen kann: Während der Sommerpause hat er die Grünfläche hinter der Tribünenwand mähen lassen. „Die kann man jetzt gut für ein Zeltlager nutzen“, sagt er. Und das nicht nur im Winter: Im Oktober kommt eine Gruppe von Freestyle-Eisläufern in die Halle, die dort ein Camp errichten wollen.

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