Die Ratsparteien streiten über das finanzielle Risiko beim Bau des neuen Bades

dzBäder-Debatte

Grundsätzlich ist wohl auch die Opposition im Bergkamener Stadtrat für ein neues Schwimmbad. Aber nicht zu jedem Preis. Und deshalb stimmt allein die SPD-Mehrheit für den Neubau.

Bergkamen

, 11.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Am Ende war es dann ausschließlich die SPD-Mehrheit, die am Donnerstagabend im Stadtrat für den Bau eines neuen Ganzjahresbades in Weddinghofen votierte. Dabei sagte der CDU-Fraktionschef Thomas Heinzel: „Auch wir wünschen uns ein neues Bad.“ Aber nicht um jeden Preis. Die Kosten standen im Mittelpunkt der kontroversen Debatte. Dabei kann im Moment noch niemand sagen, was Bau und Betrieb des Bades konkret kosten wird.

Die GSW solle einen Architekten beauftragen

Und die SPD hat mit ihrem Votum auch mitnichten den Baustart beschlossen. Sondern vielmehr den Bauherren, die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW), aufgefordert, einen Architekten mit einem Entwurf für das Bad zu beauftragen. Auf dessen Grundlage könnte dann eine Kostenschätzung entwickelt werden. Wohin die Richtung geht, ist allerdings klar, seit dem die GSW eine „Konzeption Ganzjahresbad Bergkamen“ mit einem sechsbahnigen Sport- und vier weiteren Becken vorgelegt hat. Die GSW kalkulieren mit einer Investition in Höhe von 26,5 Millionen Euro.

Der Bürgermeister setzt auf sinkende Betriebskosten

Das aber sei lediglich eine ungefähre Kostenschätzung, die sich erst mit dem Architektenentwurf konkretisieren ließe, betonte Bürgermeister Roland Schäfer (SPD). Gleichwohl ist er sich sicher, dass in dem Neubau die Betriebskosten im Vergleich zum aktuellen Bad sinken werden - und die fallen jährlich an. Die GSW rechnen in ihrem Konzept mit einem Defizit von drei Millionen Euro pro Jahr, legen dieser Kalkulation aber recht optimistische Besucherzahlen zugrunde.

Die Opposition fürchtet das finanzielle Risiko

Der Ratsopposition aus CDU und Grünen ist diese Rechnung zu unsicher. Sie begründeten ihr Nein damit, dass das vorliegende Konzept ein unkalkulierbares Risiko mit sich bringe. Zugleich scheiterte ihr wohl letzter Versuch, ein Zentralbad für Bergkamen und Kamen auf die Tagesordnung zu setzen, weil die SPD einen entsprechenden Antrag der CDU ablehnte. Die Kamener wollten das nicht, argumentierte SPD-Fraktionschef Bernd Schäfer: „Das müssen wir akzeptieren.“ Zumal auch seine Fraktion sich nicht vorstellen könne, dass es nur ein Bad für beide Städte gebe. Gleichwohl versprach Bernd Schäfer, dass auch die SPD die Kosten im Blick für das Bad behalten werde. Aber dafür müsse man erst einmal den Architektenentwurf abwarten. Entschieden sei mit dem Ratsbeschluss noch gar nichts, betonte auch SPD-Ratsmitglied Dieter Mittmann: „Wir können jeder Zeit die Reißleine ziehen.“

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