Auf die Deutsche Post sind viele Overberger, die rund um die Kamer Heide wohnen, derzeit ziemlich schlecht zu sprechen. Und das Unternehmen arbeitet eifrig daran, seinen Ruf weiter zu ruinieren.

Overberge

, 27.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Post-Sprecher Achim Gahr bleibt auch auf Nachfrage dabei: Bis zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichungen unserer Zeitung über die Post-Probleme in Overberge habe es keine gehäuften Reklamationen aus dem Bergkamener Stadtteil gegeben. Wer sich in Overberge umhört, bekommt einen anderen Eindruck: Zahlreiche Anwohner berichten, dass sie Postsendungen vermissen und sie sich sehr wohl an die Hotline des Unternehmens gewendet haben. Heike Habbes zum Beispiel wartet auf noch immer auf Nachricht über fünf Poststücke. Den Anruf beim „Kunden“-Telefon der Deutschen Post schildert sie als wenig hilfreich. Ähnliche Erfahrungen hat Judith Ostrowski gemacht.

Die Geburtstagspost fehlt

Auch Pfarrer Frank Hielscher hat sich schon vor einigen Wochen an die Post gewandet, weil mehrer Sendungen, darunter wichtige Versicherungsunterlagen und ein Buch, das die Absender definitiv abgeschickt hatten, nicht in seinem Postkasten lagen. Die Versicherung hat inzwischen eine Kopie geschickt, berichtet Hielscher: „Von der Post habe ich nur ein Formschreiben bekommen.“ Und Rainer Bahr, der ebenfalls in der Nähe der Thomaskirche wohnt, vermisst noch immer die Geburtstagpost für seine Tochter: „Der Geburtstag war am 23. Dezember“, berichtet er am Donnerstagmittag.

Die Post kommt nicht an – und die Reklamationen der Overberger auch nicht

Die Overberger, die rund um die Kamer Heide wohnen, können derzeit nicht sicher sein, dass wirklich alle Poststücke ankommen. © Stefan Milk

Zahlreiche Beschwerden in der Filiale

Gahr hingegen behauptet, es stünde ja noch nicht einmal fest, ob überhaupt Poststücke abhanden gekommen sind. Wer mit Hartmut Vehling spricht, dem fällt schwer, diese Aussage zu glauben. Vehling betreibt in seinem Elektro-Geschäft an der Werner Straße eine Post-Filiale. Mit den Zustell-Problemen in Overberge haben er und seine Mitarbeiterin Claudio Cannaviello nichts zu tun. Aber sie bekommen natürlich die Beschwerden der empörten Postkunden zu hören. Und davon gab es in den vergangenen Wochen reichlich, berichten die beiden: „Machen können wir da letztlich auch nichts“, sagt Vehling. Er habe zahlreichen Kunden die Karte mit der Hotline-Nummer der Post gegeben. Und offenkundig mussten sich auch die Postboten, die in Overberge unterwegs sind, massiven Ärger anhören.

Unzuverlässiger Zusteller

Tatsache ist, dass in den Wochen vor Weihnachten an der Kamer Heide ein Zusteller gearbeitet hat, der nicht in der Lage oder willens war, die Post ordnungsgemäß auszuliefern. Das bestätigt auch das Unternehmen selbst. Nur, wo die Post geblieben ist, die die Overberger vermissen, darauf weiß auch Achim Gahr keine befriedigende Antwort zu geben. Er wiederholt lediglich seine Aussage, dass sich die Betroffenen an die Post-Hotline wenden sollen.

Zugleich versichert der Pressesprecher, dass zumindest die Overberger sich künftig nicht mehr über den unzuverlässigen Postboten ärgern müssen: „Wir setzen ihn jetzt woanders ein.“

Portale der Verbraucherzentrale

Die Erfahrungen der Overberger mit nicht ausgelieferten Postsendungen und Reklamationen, die es angeblich nicht gibt, scheint kein Einzelfall zu sein. Sagt zumindest Elvira Roth, die Leiterin der Verbraucherzentrale Kamen. Ihr und ihren Kollegen kommen häufiger solche Klagen zu Ohren. Auch und gerade darüber, dass ein Anruf bei der Post-Hotline ohne Folgen bleibe: „Es ist schwierig, bei der Deutschen Post seine Beschwerden loszuwerden“, sagt Roth. Und sie rät auch davon ab, vermisste Poststücke auf dem telefonischen Weg zu reklamieren. Dann habe der Kunde keinen Beleg, dass er sich tatsächlich bei der Post beschwert hat. Besser sei es, die verschwundenen Sendungen schriftlich anzumahnen: „Am besten per Einschreiben.“

Und weil das Problem mit der Post offenkundig überregional existiert, hat die Verbraucherzentrale eigens zwei Online-Portale für verärgerte Kunden eingerichtet. Sie heißen Postärger und Paketärger

Möglicherweise ist eine Beschwerde dort effektiver als ein Anruf bei der Post-Hotline, die unter Tel. 0228/43 33 112 zu erreichen ist.

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