Die Oberadener machen seit 100 Jahren Theater

dzVolksbühne 20 Oberaden

Der Reiz der Aufführungen der „Volksbühne 20 Oberaden“ liegt darin, dass die Zuschauer die Schauspieler als Nachbarn kennen. Dieses Konzept ist zeitlos - es funktioniert schon seit 100 Jahren.

Bergkamen

, 18.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn an diesem Sonntag die Mitglieder des Theatervereins Volksbühne 20 Oberaden zu ihrer Mitgliederversammlung zusammenkommen, dann werden sie wahrscheinlich den Gründern der „Fledermaus“ gedenken. So hieß eine Laienspielgruppe, zu der sich Oberadener Theaterfreunde zusammenschlossen und aus der schließlich die Volksbühne 20 hervorging.

Die Oberadener machen seit 100 Jahren Theater

Das Ensemble der Volksbühne 20 ist gut aufeinander eingespielt. © Marcel Drawe

Wie der Namen verrät, schlug die Gründungsstunde im Jahr 1920. Und das bedeutet, dass der Theaterverein in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Und die Oberadener Theatermacher haben fast die ganze Zeit über Inszenierungen auf die Bühne gebracht. In den 20er und 30er Jahren waren das vor allem klassische Stücke mit Musik – und Komödien, die die Volksbühne heutzutage bevorzugt spielt, waren schon damals sehr beliebt.

Der Zweite Weltkrieg stoppt die Theatermacher

Auch im Zweiten Weltkrieg machten die Oberadener Theater. 1943 stellten sie den Spielbetrieb dann aber ein. Wie in der Chronik auf der Homepage des Vereins nachzulesen ist, wurde der Verein im Herbst 1945 wieder aktiv. Bis 1956 bot ihm der Theatersaal Lichtermann eine Heimat. Danach konnten die Theatermacher nur kleinere Stücke aufführen. 1971 gab es dann die Aufführung eines Einakters auf der Freilichtbühne des Hofes Bennemann-Overhage.

Die Oberadener machen seit 100 Jahren Theater

Wenn die Oberadener Theatermacher auftreten, ist ein volles Haus garantiert. © Marcel Drawe

Von 1972 bis 2005 fand die „Volksbühne 20“ ihre Heimat in der Gaststätte Westfalenkrug. Noch heute nutzt die Volksbühne Räume an der Rotherbachstraße, die direkt neben der früheren Gaststätte liegen. Der „Westfalenkrug“ ist Geschichte, die Theatermacher nutzen zwischenzeitlich den Gemeindesaal im Martin-Luther-Zentrum als Spielstätte. Als auch dort kein Platz mehr war, zogen sie 2012 in das Martin-Luther-Haus der Friedenskirche in Weddinghofen um.

Die Volksbühne spielt auch in Kamen

Über die Oberadener Grenzen haben sie schon zuvor hinausgeblickt: Seit 2005 führen sie ihre Stücke auch in Kamen auf. Zunächst im Restaurant „In der Kaiserau“ in Methler, seit 2009 im Haus Düfelshöft in Südkamen.

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Dort wird auch die nächste Produktion der „Volksbühne“ ihre Premiere erleben. Der Termin steht schon fest, wie der Vereinsvorsitzende Michael Jürgens berichtet: „Wir treten diesmal zuerst in Südkamen auf und zwar am Wochenende 10. und 11. Oktober.“ Am 17. und 18. sowie am 25. Oktober spielt die Volksbühne dann in Weddinghofen. Ein Stück haben die Theatermacher noch nicht ausgesucht: „Das machen wir im März oder April“, sagt Jürgens.

Die Oberadener machen seit 100 Jahren Theater

Rainer Achsnich (r.) leitet als Spielleiter die Proben der Volksbühne 20. © Borys Sarad

Dafür sind Spielleiter Rainer Achsnich und seine Co-Regisseurin Susanne Jürgens zuständig. Der vertraut der Vereinsvorsitzende ganz besonders: Es ist seine Ehefrau. Im Gegensatz zu Michael Jürgens, der lieber im Hintergrund die Vereinsarbeit organisiert, steht Susanne Jürgens auch regelmäßig auf der Bühne. Und zwar schon ziemlich lange: „Sie ist mit 16 Jahren aus der Jugendgruppe ins Ensemble gekommen“, sagt Michael Jürgens.

Die Jugendgruppe hat sich aufgelöst

Diese Nachwuchsquelle ist inzwischen versiegt: Die in den vergangenen Jahren recht aktive Jugendgruppe „Spottlight“ hat sich aufgelöst. Viele ihrer Mitglieder haben ihren Schulabschluss gemacht und sind aus Bergkamen weggezogen, sagt Michael Jürgens: „Aber die fünf, die hier geblieben sind, gehören jetzt auch zur Schauspielgruppe“, freut sich der Vorsitzende.

Bei der Jahreshauptversammlung will der Verein auch die Jubiläumsfeier vorbereiten. Die ist für den 27. Juni geplant. Und zwar im Martin-Luther-Haus. Denn dort gibt es eine Bühne: Zum 100. Geburtstag will die Volksbühne natürlich auch Theater spielen.

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