Die Musik des Beatle der Spiritualität

dzMartin-Luther-Kirche

Kirchenmusik hat George Harrison nicht geschrieben. Aber dennoch werden Werke des Gitarristen der Beatles an einem Abend in der Martin-Luther-Kirche zu hören sein.

Oberaden

, 05.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass Pfarrer Reinhard Chudaska ein Freund der Rock- und Pop-Musik im Allgemeinen sowie der Beatles im Besonderen ist, hat sich herumgesprochen. Aber das allein ist nicht der Grund, aus dem er am 16. November in der Martin-Luther-Kirche einen „Abend über George Harrison“ organisiert.

Den äußeren Anlass liefert der 75. Geburtstag, den der 2001 verstorbene „stille Beatle“ in diesem Jahr gefeiert hätte. Doch das allein reicht wahrscheinlich auch nicht, um einen Musiker mit einem Abend in einer Kirche zu würdigen. Aus Chudaskas Sicht jedoch passt das Werk Harrisons hervorragend an diesen Ort, weil es eben auch viel mit dem Thema Religion zu tun hat.

„George Harrison ist ein Künstler der Spiritualität“, sagt Chudaska. Es gebe nur wenig Pop- oder Rockmusiker, deren Lieder sich so oft auf Gott beziehen. Wobei damit nicht unbedingt der christliche Gott gemeint sein muss. „George Harrison für das Christentum zu vereinnahmen, wäre sicherlich falsch“, sagt Chudaska. Der am 25. Februar 1943 in Liverpool geboren Harrison war ursprünglich katholisch. Zur Kirche habe er aber wohl ein bestenfalls zwiespältiges Verhältnis gehabt, meint Chudaska. Das kommt zum Beispiel in dem Lied „Vatican Blues“ zum Ausdruck, das einen kritischen Blick auf den Papst wirft.

Das allerdings wird an dem Abend nicht erklingen – und es ist auch nicht der Grund dafür, dass der Protestant Chudaska die Musik von Harrison in der Luther-Kirche spielen lässt. Ihm geht es auch und gerade um die Texte und sich Suche Harrisons nach dem Jenseitigen. Der Song „My Sweet Lord“ zum Beispiel lasse sich durchaus als Gebet verstehen. Aber eben auch wieder nicht im rein christliche Sinne – denn neben dem Halleluja erklingt auch das Hare-Krishna-Mantras. Auf seiner Suche nach der östlichen Spiritualität habe Harrison dazu beigetragen, die Hare-Krishna-Bewegung in Europa bekannt zu machen, sagt Chudaska. Aber er selbst sei wohl kein Sektenanhänger gewesen.

Die Gitarrengruppe Oberaden spielt in der Luther-Kirche Harrisons Musik mit Unterstützung des Kirchenchorleiters Tobias Heinke. Außerdem tritt die Sängerin der Band „Simply Accoustic Groove“, Alexandra Schramm, mit Freunden auf. Unterstützung bekommt Pfarrer Chudaska zudem von seinem Sohn, dem Bassisten Christoph Chudaska. Er bringt die Sängerin Julia Kropp mit, die am Konservatorium Arnheim studiert.

Als Moderator tritt Pfarrer Daniel Jung auf, der früher in der Luther-Gemeinde tätig war. Er moderiert den Abend und übernimmt damit eine tragende Rolle. Denn Chudaska kommt es bei dieser Veranstaltung eben nicht nur die Musik, sondern auch auf die Gedanken George Harrisons an: „Wir wollen kein reines Cover-Konzert spielen.“

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