Mit Hilfe einer Fachfirma wirft die Kirchengemeinde St. Elisabeth einen Blick in die Zukunft. Ein detailliertes Modell zeigt, wie die Kirche am Stadtmarkt nach dem Umbau aussehen soll.

Bergkamen

, 02.09.2019, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hans-Jürgen Klein aus dem Kirchenvorstand der Gemeinde St. Elisabeth hat schon eine sehr klare Vorstellung davon, wie die Kirche am Stadtmarkt nach dem Umbau aussehen wird Und er kann das auch demonstrieren. Die Gemeinde hat von der Dortmunder Fachfirma „Mijalski + Nasarian“ ein Modell bauen lassen, das die Pläne des Unnaer Architekten Christian Weicken maßstabsgetreu und detailliert abbildet.

Die Modellbauer zeigen, wie die neue Elisabeth-Kirche aussehen wird

Das Modell enthält verschiedene Varianten. Die Gemeinde hat sich dafür entschieden, die Fenster an der Seitenwand erheblich zu verlängern. © Stefan Milk


Die Elemente des Modells lassen sich austauschen

Die einzelnen Elemente der Holzkirche lassen sich auswechseln, so dass ein Blick auf unterschiedliche Planungsvarianten möglich ist. „Das hat uns bei der Entscheidungsfindung sehr geholfen“, sagt Klein. So hat sich der Kirchenvorstand nach einem ausführlichen Blick auf das Modell dafür ausgesprochen, dem ursprünglichen Entwurf des Architekten zu folgen und die relativ kurzen Seitenfenster der Kirche zu verlängern. Dadurch soll mehr Licht in den Innenraum der Kirche fallen, der nach der Umgestaltung völlig anders aussehen wird als heute.


Die Modellbauer zeigen, wie die neue Elisabeth-Kirche aussehen wird

Das Modell ist sehr detailliert und enthält zum Beispiel auch die Orgel auf der Empore. © Stefan Milk


Vorhänge teilen den Innenraum auf

Auch das lässt sich anhand des Modells erkennen, wenn Klein eine Außenwand der Kirche abnimmt und so einen Blick in das Innere freigibt. Das wird dominiert durch Vorhänge aus einem kettenartigem Metallgewebe. Sie sollen die den großen Kirchenraum in kleinere Einheiten einteilen, damit auch Veranstaltungen mit weniger Menschen möglich sind. Einem ähnlichen Zweck dient die Werktagskappelle, die auf der vom Eingang aus gesehen rechten Seite des Kirchenraums geplant ist. Dort will die Gemeinde nach dem Umbau in der Woche Messen feiern, die meist nicht ganz so gut besucht sind.

Architektur-Wettbewerb

Der Sieger baut

  • Die Gemeinde St. Elisabeth hat dem Unnaer Architekten Christian Weicken mit dem Umbau ihrer Kirche beauftragt. Weicken hatte im April 2018 einen Architekturwettbewerb gewonnen, den die Gemeinde ausgeschrieben hatte.
  • Für den Wettbewerb hatten fünf Architektur-Büros Entwürfe eingereicht. Weil die Jury dem Entwurf von Weicken den ersten Platz zuerkannte, erteilte ihm der Kirchenvorstand den Zuschlag.
  • Christian Weicken setzt damit eine gewisse Familientradition fort: Sein Großvater Otto Weicken, der das Architekturbüro 1946 gegründet hatte, hat die 1956/56 gebaute Elisabeth-Kirche geplant.


Der Kirchenraum kann variabel eingeteilt werden

Die Kapelle wird durch eine Glaswand abgetrennt. „Die wird beweglich sein“, erläutert Klein das Modell. Denn natürlich wird es auch weiterhin Messfeiern und andere Veranstaltungen geben, bei denen die Gemeinde den gesamten Kirchenraum benötigt. Dann können natürlich auch die Vorhänge nach oben gerafft werden. Die Gemeinde will eine Spezialfirma für Bühnentechnik damit beauftragen, einen entsprechenden Konstruktion zu entwickeln. Wenn Klein das Dach von der Modellkirche nimmt, verschwinden auch die Vorhänge, die daran befestigt sind. Und dann wird der Blick frei auf eine weitere Neuerung die mit dem Kirchenumbau einher geht.

Die Modellbauer zeigen, wie die neue Elisabeth-Kirche aussehen wird

Der Altar der Kirche soll näher an die Gemeinde rücken. © Stefan Milk


Der Altar rückt näher an die Gemeinde

Der Altar soll näher an die Gemeinde rücken. Damit will die Gemeinde – mit ein wenig Verspätung – die Beschlüsse des zweiten Vatikanischen Konzils umsetzen, bei dem die Katholische Kirche Anfang der 1960er wichtige Reformen beschloss. Die Elisabeth-Kirche war aber schon zuvor in den 1950er Jahren gebaut worden. Weniger theologisch als ästhetisch begründet ist ein Umbauplan, der sich auf dem Altar gegenüberliegenden Bereich abspielen wird: Dem Haupteingang. Den will die Gemeinde nicht nur mit Dach versehen, sondern auch einen gläsernen Vorbau errichten lassen, durch den die Kirchgänger das Gebäude betreten werden.

Die Modellbauer zeigen, wie die neue Elisabeth-Kirche aussehen wird

Am Rand des Kirchenraums soll künftig Platz für eine Werktagskapelle sein. © Stefan Milk


Baubeginn wohl erst im Jahr 2021

Bis sich die Umbauten in der Realität begutachten lassen, wird es allerdings wohl noch einige Jahre dauern. „Wir rechnen derzeit mit einem Baubeginn Anfang 2021“, sagt Klein. Allerdings will der Kirchenvorstand bis dahin nicht untätig bleiben. So ist geplant, im letzten Quartal den genauen Kostenrahmen für den Kirchenumbau festzulegen. Die Finanzierung ist allerdings grundsätzlich gesichert, betont Klein. Weil die Gemeinde ihre Kirche sanieren will, bekommt sie Zuschüsse vom Erzbistum Paderborn. Die geplanten Umbauten muss sie allerdings selber bezahlen.

Die Modellbauer zeigen, wie die neue Elisabeth-Kirche aussehen wird

Das Kreuz wird künftig direkt über dem Altar hängen. © Stefan Milk


Auch die Gemeinde bekommt das Modell zu sehen

Aber dafür ist in ihrem Haushalt Geld vorhanden, die Gemeinde hat für diese Zwecke eigens eine Rücklage gebildet. Und zu den Aufgaben des Kirchenvorstandes zählt es außerdem, die Gemeindemitglieder umfassend über die geplanten baulichen Neuerungen zu informieren. Diesem Zweck dient das detaillierte Kirchenmodell, zu dem auch eine ausstellungstaugliche Abdeckung aus Plexiglas gehört. Das hat die Gemeinde nicht ohne Grund bestellt, berichtet Klein: „Wir werden das Modell der Gemeinde noch vorstellen.“

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