Ein Spielplatz in Overberge sollte eigentlich verschwinden, weil er jahrelang kaum genutzt wurde. Jetzt bleibt er doch erhalten. Und anderswo in Bergkamen ist sogar eine Erweiterung geplant.

Bergkamen

, 23.10.2018, 15:33 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wenn sich Christian Scharwey aus dem städtischen Kinder- und Jugendbüro Gedanken über Veränderungen auf den Spielplätzen macht, dann spricht er mit den Nutzern. Das sind die Eltern, die in der Nähe wohnen vor allem aber natürlich die Mädchen und Jungen, die auf dem Platz spielen. „Wir laden dann zu einer Anwohnerversammlung auf den Spielplatz ein“, sagt Scharwey. Und das funktioniert meist ganz informell. Scharwey hängt Plakate auf dem Spielplatz auf und verteilt Flugzettel an die unmittelbaren Anlieger. „Die Versammlungen finden Zuspruch“, sagt Scharwey. Um meist kommen auch gute Vorschläge von Kindern und Erwachsenen.

Spielplätze in Bergkamen: Einer ist gerettet, einer wird erweitert

Der Spielplatz Zehntacker wird erweitert. © Stefan Milk

Erweiterung am Zehntacker

So war es auch im vergangenen Frühjahr am Zehntacker in Bergkamen-Mitte. Scharwey will den bereits rund 1200 Quadratmeter großen Spielplatz noch einmal erweitern. „Daneben befindet sich noch eine etwa 300 Quadratmeter große Fläche“, berichtet er. Beim Anwohner-Treffen kam auch zur Sprache, dass es auf dem Spielplatz selbst noch ein freies Areal gibt. „Viele Eltern wünschen sich dort einen Spielbereich für kleinere Kinder unter drei Jahren“, sagt Scharwey. Diesen Wunsch will er erfüllen. Die Geräte für die älteren Kinder kommen dann auf die Erweiterungsfläche. „Sie sind bereits bestellt und können im nächsten Frühjahr aufgestellt werden.“

Mit gesonderten Bereichen für Kleinkinder hat der städtische Spielplatzhüter gute Erfahrungen gemacht. Und ihm ist in letzter Zeit häufiger zur Ohren gekommen, dass Eltern solche Flächen möchten. Vermutlich ist das eine Folge davon, dass in Bergkamen in den vergangenen Jahren wieder mehr Kinder auf die Welt gekommen sind .

In Sachen Spielplätze bekommt Scharwey die Demografie aber auch noch in anderer Hinsicht zu spüren. Zum Beispiel am Kurzen Kamp in Overberge.

Spielplätze in Bergkamen: Einer ist gerettet, einer wird erweitert

Der Spielplatz Kurzer Kamp bleibt erhalten. © Stefan Milk

Spielplatz am Kurzen Kamp bleibt

Dort gibt es einen mit 940 Quadratmeter vergleichsweise kleinen Spielplatz. Weil es in der Siedlung zwischenzeitlich kaum noch Kinder im spielplätzfähigem Alter gab, wollte Scharwey ihn eigentlich aufgeben. „Aber in letzter Zeit ist verstärkt der Wunsch an uns herangetragen worden, den Platz zu behalten“, berichtet er. Der kam allerdings nicht von Eltern, sondern von Großeltern, die für ihre Enkel einen Platz zum Spielen brauchen. „Manchmal muss man eben ein bisschen Geduld haben und einen Spielplatz vorhalten, auch wenn zwischenzeitlich nur wenige Kinder kommen“, kommentiert Scharwey das.

Zuweilen allerdings streicht Scharwey dann doch den einen oder anderen Eintrag von der derzeit 43 Punkte langen Liste der städtischen Spielplätze. Die frühere Spielfläche an der Rünther Heide hat die Stadt inzwischen verkauft. Und auch an der Wolfgang-Fräger-Straße gibt es offiziell keinen Spielplatz mehr, weil Scharwey die Geräte hat abbauen lassen. Allerdings können die Kinder sich dort noch immer vergnügen: „Das ist jetzt eine Grünfläche mit Spielmöglichkeit“, sagt Scharwey. „Dort stehen noch ein Wackeltier und eine Bank.“

Wo gespielt wird, fällt Müll an

Christian Scharwey kann durchaus nachvollziehen, welche Spielplätze gut und welche weniger gut angenommen werden. Er muss dazu einfach die Mitarbeiter des Baubetriebshofes fragen, die für die regelmäßige Pflege und Wartung der städtischen Flächen zuständig sind. Die erkennen an den Spuren im Sand oder am Zustand der Geräte, wo besonders viel gespielt wurde. Allerdings gibt es auch einen Indikator, den Scharwey weniger erfreulich findet. „Wenn auf einem Spielplatz viel los war, müssen die Kollegen vom Bauhof meist anschließend auch besonders viel Müll wegräumen.“

Allerdings ist auch Scharwey klar, dass dafür nicht in jedem Fall die spielenden Kinder und ihre Eltern verantwortlich sind. Denn nach wie vor erfreuen sich Spielplätze durchaus auch bei Jugendlichen Beliebtheit: Als abendlicher oder nächtlicher Treffpunkt. Solange die jungen Leute ihre Hinterlassenschaften wegräumen und keine Schäden anrichten, wird das auch geduldet. Es sei denn, es gibt Beschwerden von den Nachbarn über Lärmbelästigung. In solchen Fällen kommen die städtischen Streetworker zum Einsatz. Und die scheinen Erfolg zu haben. Im Kinder- und Jugendbüro liefen zwar immer mal wieder Beschwerden über Jugendliche auf Spielplätzen ein, sagt Scharwey: „Aber das ist längst nicht mehr so schlimm wie früher.“

  • Wer ein Anliegen in Sachen Spiel- und Bolzplätze hat, kann sich an Christian Scharwey im städtischen Kinder- und Jugendbüro im Zimmer 305 des Rathauses wenden.
  • Er ist zu erreichen unter Tel. (02307) 965381 und per E-Mail c.scharwey@bergkamen.de
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Verzögerung beim Museums-Abriss
Unzuverlässigen Unternehmen muss die Stadt keine Aufträge geben
Hellweger Anzeiger Mit Rezept
Topfgeldjäger, The Taste und Die Küchenschlacht: Sarah Bokop kocht privat und vor der Kamera