An Übungen ist für die Jugendfeuerwehr derzeit wegen Corona nicht zu denken. Es gibt aber noch ein anderes Problem. © Stefan Milk (Archiv)
Feuerwehr Bergkamen

Die Jugendfeuerwehr hat ein Frauen-Problem

Eigentlich ist die Jugendfeuerwehr Bergkamen gut aufgestellt, auch wenn sie gerade von Corona ausgebremst wird. Ein Problem gibt es aber doch beim Feuerwehrnachwuchs: Es mangelt an Betreuerinnen.

Eigentlich hat die Bergkamener Feuerwehr ja keine Nachwuchsprobleme. Die Mitgliederzahl bei der Jugendfeuerwehr liegt seit Jahren konstant über der Marke von 30. Ende vergangenen Jahres engagierten sich 32 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren bei der Truppe.

Nun allerdings fürchtet Feuerwehrchef Dirk Kemke, dass diese Zahlen bröckeln könnten. Der Grund: Die Jugendfeuerwehr findet derzeit praktisch nicht statt. Die Ursache dafür liegt auf der Hand: Die Corona-Pandemie. Auch die Feuerwehr ist im Lockdown: Die erwachsenen Feuerwehrleute haben ihre Aktivitäten auf die Einsätze und auf die absolut notwendigen Dienst reduziert. An Treffen der Nachwuchsabteilung ist überhaupt nicht zu denken.

Sportvereine machen der Jugendwehr Konkurrenz

Das könnte zum Problem werden. Denn wenn es um die Jugend geht, gibt es auch Konkurrenz, weiß Kemke: „Die Sportvereine dürfen ja unter Einschränkungen wieder trainieren“, sagt er. „Diese Form der Freizeitgestaltung können wir derzeit nicht bieten.“

Die Jugendfeuerwehr stellt das wichtigste Nachwuchsreservoir für die Bergkamener Brandbekämpfer dar. © Archiv © Archiv

Dabei ist die Jugendfeuerwehr nicht nur ein Angebot, die jungen Leute sinnvoll zu beschäftigen – sie stellt auch nach wie vor das wichtigste Nachwuchsreservoir der Bergkamener Brandbekämpfer dar. Es gibt zwar immer wieder Quereinsteiger, die meisten neuen Feuerwehrleute wechseln aber von der Jugendabteilung in den aktiven Dienst.

Doch auch ohne Corona hat die Jugendfeuerwehr ein Problem. Zu ihren Mitgliedern zählen Mädchen und Jungen. Das ist natürlich erfreulich. Zumal Kemke mit dem vergleichsweise hohen Frauenanteil unter seinen Leuten zufrieden ist. Auch die Verantwortung für die Jugendfeuerwehr trägt eine Frau: Stadtjugendfeuerwehrwartin Jennifer Ganz.

Woran es mangelt, sind Betreuerinnen. Die werden dringend benötigt. Wann immer eine gemischtgeschlechtliche Gruppe einen Ausflug, eine Übung oder ähnliche Aktivitäten unternimmt, muss auch eine weibliche Aufsichtsperson dabei sein.

Immerhin habe sich vor der Pandemie eine Lösung abgezeichnet, berichtet Kemke. So hätten sich Mütter von Jugendfeuerwehrleute beziehungsweise Frauen von Feuerwehrmännern grundsätzlich bereit erklärt, sich für den Feuerwehr-Nachwuchs zu engagieren. Dann allerdings kam Corona und machte erst einmal alle Pläne zunichte. Aber Kemke ist zuversichtlich, dass es bei der Jugendfeuerwehr demnächst nicht nur Mädchen, sondern auch Betreuerinnen gibt.

Informationen über die Jugendfeuerwehr Bergkamen gibt es auf der Feuerwehr-Homepage feuerwehr-bergkamen.de

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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