Die Hunde suchen die richtige Fährte

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Ein feines Näschen, flinke Pfoten und bedingungslosen Gehorsam – das mussten die Hunde bei der Herbstprüfung in Oberaden beweisen. Und dabei begaben sie sich auch ins Gelände.

von Sharin Leitheiser

Oberaden

, 04.11.2018, 12:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nase eng am Boden und alle Muskeln gespannt erschnüffelt die belgische Schäferhündin Eureka de Coes’i Schritt für Schritt ihre Prüfungsfährte. Trainerin Sandra Uekötter-Voß folgt an der Zehn-Meter-Leine. Sie muss sich jetzt ganz auf ihren Hund verlassen – auch, wenn sie innerlich vor Nervosität zittert.

Ute Uekötter fiebert aus einiger Entfernung mit. Als Prüfungsrichterin weiß sie genau, worauf es in den nächsten Minuten ankommt. Und als Mutter weiß sie, dass ihre Tochter unter schlimmer Prüfungsangst leidet.

Sandra Uekötter-Voß und Eureka treten am Samstag zu ihrem ersten gemeinsamen Leistungsnachweis an. Erst geht es für sie raus aufs Gelände zum Fährtenlesen, später folgen noch Prüfungen in den Kategorien „Unterordnung“ und „Schutzdienst“. Um zu bestehen, müssen die beiden jeweils mindestens 70 von 100 möglichen Punkten erzielen. Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet heute Leistungsrichter Daniel Jannett. Im Verein ist der gebürtige Bochumer von klein auf bekannt, aber während der Prüfung muss er professionell auf jede Kleinigkeit achten: Hält der Hund die Fährte, sucht er intensiv nach den Gegenständen und ist sein Tempo gleichmäßig?

Auf den ersten Metern kann Eureka de Coes’i in allen Punkten überzeugen. Problemlos überwindet sie den ersten 90-Grad-Winkel und zeigt ihrer Besitzerin den ersten Gegenstand an. „Auf seine Nase kann sich der Hund von allen Organen am besten verlassen“, erzählt Sandra Uekötter-Voß noch kurze Zeit zuvor bei der Chipkontrolle. Ein Hund sehe hingegen nicht besser als ein Mensch mit Rot-Grün-Schwäche. Dennoch lässt Eureka ihre Nase auf einmal im Stich. Sie verliert die Fährte, irrt ein wenig umher und lässt Besitzerin Sandra am anderen Ende der Leine ratlos zurück. Am Ende gehen die beiden mit 50 von 100 Punkten aus der ersten Prüfung. Sie haben es nicht geschafft, wieder auf Kurs zu kommen.

Die Hunde suchen die richtige Fährte

Die Hunde müssen im ersten Teil der Prüfung ihr Können bei der Fährtensuche zeigen. © Borys Sarad

Nicht immer gehorcht der Hund

„Ich wusste leider gar nicht, was ich tun soll, als der Hund auf einmal stehen geblieben ist“, ärgert sich Uekötter-Voß im Anschluss. Trotzdem möchte die Niederlage nicht kampflos hinnehmen und auch weiterhin zwei bis drei Mal die Woche mit ihrer Hündin trainieren. „Die erste Stufe will ich auf jeden Fall mit ihr schaffen. Vorher werden wir nicht aufgeben.“ Tipps bekommt sie dabei von ihrem Vater Eberhard, der selbst seit mehreren Jahrzehnten im Verein als Leistungsrichter tätig ist, und von ihrer Mutter Ute. Sogar ihr Mann Henning Voß ist immer mit dabei – und das, obwohl er selbst keinen Gebrauchshundesport betreibt. „Eigentlich war ich immer ein Katzenmensch. Aber mittlerweile könnte ich mir ein Leben ohne Sandra und unsere sechs Hunde nicht mehr vorstellen“, erläutert er. Mit vier belgischen Schäferhunden und zwei Jack Russel Terriern werde es manchmal zwar ein wenig eng auf dem Sofa. „Trotzdem würden wir das nie ändern wollen. Unsere Tiere sind ein Teil der Familie und keine reinen Gebrauchshunde“, sagt seine Frau Sandra.

Bei der Prüfung im kommenden Frühjahr werden Sandra Uekötter-Voß und ihre Hündin erneut zusammen antreten – mit gleichbleibender Motivation und erster Prüfungserfahrung im Hinterkopf.

Dann dürfen sich die beiden vielleicht über ein ähnlich gutes Ergebnis freuen wie Victoria Nendzig und ihre „Maline von den schnellen Fahndern“. Das Einsteiger-Team aus Mensch und Malinois knackt am Samstag auf Anhieb die 90-Punkte-Marke. „Das macht mich sehr glücklich“, bilanziert Nendzig erleichtert. „Jetzt müssen nur noch die anderen zwei Prüfungen heute Nachmittag glatt laufen, damit wir uns für die nächste Stufe qualifizieren.“

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