Die Hildebrandt AG muss ziemlich lange auf eine Baugenehmigung warten

Neuansiedlung in Rünthe

Ende 2018 hat die Hildebrandt AG ihre Pläne für eine Neuansiedlung in Rünthe vorgestellt. Damals rechnete der Verpackungsgroßhändler mit einer schnellen Baugenehmigung – jetzt braucht er Geduld.

Bergkamen

, 21.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Die Hildebrandt AG muss ziemlich lange auf eine Baugenehmigung warten

Im Dezember hatte der Chef der Hildebrandt AG, Jan Marcus (2. v. r.) im Bergkamener Rathaus seine Ansiedlungspläne vorgestellt. Da hoffte er noch auf eine zügige Baugenehmigung. © Stefan Milk

Der Vorstandsvorsitzende der Paul Hildebrandt AG, Jan Marcus, bekommt in Kürze Post aus dem Bergkamener Rathaus, auf die er ziemlich dringend wartet: Die Baugenehmigung für die neue Niederlassung, die der Verpackungsgroßhändler aus Schleswig-Holstein an der Industriestraße in Rünthe errichten will. Dafür hat die Hildebrandt AG ein etwa 25.000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft, auf die die bisher in Bönen beheimatete Zweigstelle umziehen soll. Diese Pläne hatte Marcus Ende vergangenen Jahres gemeinsam mit Bürgermeister Roland Schäfer vorgestellt.

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Vorstandschef spricht von „Kompetenz-Wirr-Warr“

Damals hegte der Hildebrandt-Chef noch die Hoffnung auf eine zügige Genehmigung für den Neubau. Die erfüllte sich allerdings nicht: „Es ist etwas schwierig“, sagte der Vorstandschef im Gespräch und klang am Telefon ziemlich genervt von dem „Kompetenz-Wirr-Warr“ der Behörden. „An uns lag das nicht“, wies Bürgermeister Schäfer jegliche Verantwortung der Stadt für die Verzögerung von sich. Er verwies darauf, dass bei der Genehmigung für ein solches Bauprojekt zahlreiche Ämter, Institutionen und Versorgungsunternehmen beteiligt seien. Zum Beispiel die Untere Wasserbehörde, die beim Kreis Unna angesiedelt ist.

Die Hildebrandt AG muss ziemlich lange auf eine Baugenehmigung warten

Wenn die Stadt tatsächlich in der nächsten Woche die Baugenehmigung erteilt, könnten auf der Fläche an der Industriestraße bald die Bagger rollen. © Stefan Milk


Ein Knackpunkt war die Entwässerungsfrage

Offenbar war einer der Knackpunkte bei dem Genehmigungsverfahren die Frage, wohin das Regenwasser von der rund 10.000 Quadratmeter großen geplanten Halle und dem umliegenden Firmengelände fließt. Der Kanal unter der Straße sei dafür nicht ausreichend dimensioniert, sagte Marcus: „Obwohl er neu ist.“ Deshalb habe sein Unternehmen Rückhaltemöglichkeiten schaffen sollen, die nicht mit einem vertretbaren Aufwand zu realisieren gewesen wären. Nach einem „klärenden Gespräch“ mit den Behörden habe man aber eine Lösung gefunden, sagte Hildebrandt.

Neubau in Rünthe

Zeitplan der Hildebrandt AG

  • Die Paul Hildebrandt AG will an der Industriestraße eine rund neun Meter hohe Halle mit einem Bürotrakt und Lagerflächen mit rund 9000 Palettenplätzen errichten.
  • Dorthin soll die rund 30 Mitarbeiter aus der Bönener Niederlassung wechseln, außerdem hatte der Hildebrandt-Chef im Dezember von 15 Neueinstellungen gesprochen.
  • Die Bauzeit begträgt etwa neun Monate, nach dem ursprünglichen Zeitplan will die Hildebrandt AG die neue Halle Ende 2020 in Betrieb nehmen.

Die WFG interveniert bei der Wasserbehörde

Nach Angaben von Schäfer hat wohl auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für den Kreis Unna bei der Wasserbehörde interveniert, um das Genehmigungsverfahren in die richtige Spur zu bringen. Die Hildebrandt AG beliefert Großkunden mit Kartons, Folien und anderem Verpackungsmaterial. In Bönen wird der Platz dafür zu eng. Deshalb will Hildebrandt in Rünthe für rund 10 Millionen Euro eine neue Halle samt Bürotrakt errichten. Das Bauunternehmen stehe bereit, es fehle nur noch die Baugenehmigung, sagte Marcus. Vermutlich hält er die in der kommenden Woche in Händen. Laut Schäfer ist am Mittwoch die letzte notwendige Zustimmung im Rathaus eingetroffen: Weil in der Nähe des Bauplatzes Bäume stehen, kam sie vom Landesbetrieb Wald und Holz.

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