Die Heiler Feuerwehr will nicht nach Oberaden – sie ist dann nicht mehr schnell genug

dzGerätehaus-Dilemma

Die Feuerwehreinheit Heil möchte nicht ins neue Gerätehaus in Oberaden einziehen. Bei der Diskussion geht es vor allem um den geplanten Standort auf dem Gelände der Jahnschule.

Bergkamen

, 29.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Axel Kallenbach, der Leiter der Feuerwehreinheit Heil ist ehrlich, wenn es um die Zusammenlegung seiner Einheit mit der Feuerwehr Oberaden geht. Er und seine Leute haben erhebliche Bedenken. Dabei geht es jedoch nicht um die grundsätzliche Zusammenarbeit mit den Oberadenern. „Die ist gut. Wir üben schon jetzt häufig zusammen“, sagt Kallenbach.

Es geht um den Standort des geplanten neuen Gerätehauses. Es soll auf dem Gelände der Jahnschule gebaut werden, sobald die Schule umgezogen und das Gebäude abgerissen ist. Diese Stelle am südlichen Ende der Jahnstraße ist den Heiler Feuerwehrleuten zu weit von Heil entfernt.

Die Heiler Feuerwehr will nicht nach Oberaden – sie ist dann nicht mehr schnell genug

Das neue Oberadener Gerätehaus soll auf dem Gelände der Jahnschule entstehen. Die Gebäude sollen abgerissen werden, wenn die Burgschule für die Grundschule ausgebaut ist. © Marcel Drawe

Heiler Feuerwehrleute fürchten zu weite Wege bei einem Einsatz

„Wir müssten bei einem Einsatz in Heil erst von Heil ans südliche Ende der Jahnstraße, uns umziehen und dann mit den Feuerwehrfahrzeugen wieder zurück“, argumentiert Kallenbach. Die Einheit Heil fürchtet, dass sie erheblich länger braucht, um in ihrem Ortsteil einsatzbereit zu sein. Hinzu kommt, dass einige größere Objekte wie das Kraftwerk und die Ökostation sich besonders weit von Oberaden entfernt befinden.

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Laut Feuerwehrbedarfsplan muss die Freiwillige Feuerwehr Bergkamen in höchsten acht Minuten nach der Alarmierung einsatzbereit vor Ort sein. Die Heiler Feuerwehrleute wollen sich mit einem Umzug nach Oberaden abfinden, wenn das neue Gerätehaus wesentlich weiter nördlich an der Jahnstraße gebaut wird.

Die Heiler Feuerwehr will nicht nach Oberaden – sie ist dann nicht mehr schnell genug

Das Gerätehaus in Oberaden ist alt und zu klein. Deshalb plant die Stadt einen Neubau gleich nebenan. © Marcel Drawe

Diskussion stürzt die Stadt in ein Dilemma

Die jetzt aufgeflammte Diskussion stützt die für die Feuerwehr zuständige Dezernentin bei der Stadt Bergkamen in ein Dilemma. Sie sieht keine Möglichkeit, das neue Gerätehaus an einer anderen Stelle zu bauen. „Wir haben kein anderes verfügbares Grundstück in Oberaden“, sagt sie.

Die Diskussion dürfte ihr auch aus einem anderen Grund nicht sehr gelegen kommen: Sie hatte eigentlich geglaubt, das die Frage mit allen Beteiligten unter der alten Feuerwehrführung geklärt war.

Die Heiler Feuerwehr will nicht nach Oberaden – sie ist dann nicht mehr schnell genug

Das Gerätehaus an der Nördlichen Lippestraße in Heil ist so marode, dass die Sanierung nach Auskunft der Stadt zu teuer wäre. Auch deshalb soll die Feuerwehreinheit mit in Oberaden einziehen. © Marcel Drawe

Sanierung des Gerätehauses Heil zu teuer

Nach Buschs Angaben ist es auch nicht möglich, dass die Feuerwehreinheit in Heil an ihrem bisherigen Standort an der Nördlichen Lippestraße in Heil bleibt. Das Feuerwehrhaus ist marode – und zwar so sehr, dass eine Sanierung viel zu teuer wäre. „Eine Sanierung lässt sich nicht wirtschaftlich darstellen“, sagt die Dezernentin.

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Sie sieht eine Lösung eher in einer Änderung des Feuerwehrbedarfsplans, der ohnehin immer wieder angepasst werden muss. Nach Angaben der Dezernentin muss zum Beispiel berücksichtigt werden, dass in einigen Jahren ein komplett neuer, großer Siedlungsbereich hinzukommen wird: die Wasserstadt, die auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden geplant ist, direkt an der Grenze zwischen den Stadtteilen Oberaden und Heil.

Rünther Feuerwehreinheit ausgelastet

Sollten die Überlegungen der Stadt dahin gehen, den Zuständigkeitsbereich der Feuerwehreinheit Rünthe dafür auf den Osten von Heil mit dem Kraftwerk und der Ökostation auszuweiten, kann die Stadt jedoch auch mit Widerstand rechnen. Stadtbrandmeister Dirk Kemke, der Chef der Bergkamener Feuerwehr, der selbst aus Rünthe stammt, hält die Rünther Feuerwehreinheit für ausgelastet.

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Sie ist immerhin nicht nur für ihren Ortsteil zuständig, der knapp 7000 Einwohner hat. Das Einsatzgebiet der Einheit umfasst auch einen Teil der Autobahn A1 und den Datteln-Hamm-Kanal. Sie ist die einzige Bergkamener Feuerwehreinheit die eigens ein Boot für Einsätze auf dem Wasser hat.

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