Die Eichenprozessionsspinner sind wieder da. Die Brennhaare der Raupen, die auch durch die Luft fliegen, können schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Daher sollte ihnen niemand ohne Schutzkleidung näher kommen. © Stefan Milk (Archiv)
Eichenprozessionsspinner

Die Giftraupen sind wieder da und halten den Baubetriebshof in Atem

Wer gedacht hatte, dass Bergkamen in diesem Jahr von der Eichenprozessionsspinner-Plage verschont bleibt, hat sich getäuscht. Die giftigen Raupen haben sich nur etwas verspätet.

Sie sind spät dran, aber sie sind wieder da: Der Baubetriebshof hat schon wieder alle Hände voll zu tun, die Eichenprozessionsspinner in den Griff zu bekommen, die Eichen in der Stadt besetzen. Die Brennhaare der Raupen eines Nachtfalters können heftige allergische Reaktionen auslösen, wenn sie mit der Haut in Berührung kommen.

Stadt hat Firma zusätzlich engagiert

Nach Angaben von Stephan Polplatz bekommen die drei Trupps des Bergkamener Baubetriebshofs, die im Einsatz sind, die Raupen nicht mehr allein in den Griff. Sie sind schon seit der vergangenen Woche wieder dabei, die Raupen zu bekämpfen. Polplatz, der Leiter des Baubetriebshofs ist, hat deshalb zusätzlich noch eine Firma engagiert, die vor allem auf dem Parkfriedhof die Bekämpfung übernimmt. „Der Baumbestand dort besteht zu einem großen Teil aus Eichen“, erläutert er.

Mitarbeiter des Baubetriebshofs saugen die Tiere von den Bäumen ab, besonders an Kindergärten, Schulen und Spielplätzen. © Stefan Milk © Stefan Milk

In diesem Jahr sind die Raupen etwas später unterwegs. Polplatz vermutet einen Zusammenhang mit der kühlen Witterung in diesem Frühjahr. 2020 sei es schon früher sehr warm gewesen und die Raupen seien auch deutlich früher an den Bäumen aufgetaucht. Die Hoffnung, dass der Kälteeinbruch im Februar mit tagelangen Temperaturen unter 0 Grad die Raupen dezimiert hat, war jedoch vergeblich. „Nach unseren Beobachtungen sind es genau so viele wie im vergangenen Jahr“, sagt Polplatz.

Von den drei städtischen Trupps sind zwei mit einem Industriesauger und einer mit einer Heißwasserlanze unterwegs. Sie tragen Schutzkleidung, damit sie nicht selbst mit den Brennhaaren in Berührung kommen. Dazu müssten sie die Raupen noch nicht einmal direkt berühren. Auch die Haare, die sie verlieren, rufen die allergischen Reaktionen hervor.

Kampf gegen die Raupen mit der Heißwasserlanze

Der dritte Trupp ist mit einer Heißwasserlanze ausgerüstet, die sonst zur Bekämpfung von Wildkräutern verwendet wird. Die Mitarbeiter besprühen die Raupen mithilfe der etwa fünf Meter langen Lanze mit etwa 85 bis 90 Grad heißem Wasser, um sie zu vernichten.

Raupenfallen auf dem Hauptfriedhof: Dort ist der Befall besonders groß, weil es viele Eichen gibt. © Stefan Milk © Stefan Milk

Die drei Trupps sind vor allem an besonders neuralgischen Punkten in der Stadt unterwegs, zum Beispiel an Kindergärten, Schulhöfen und Spielplätzen. Auch sonst hat der Baubetriebshof aufgerüstet: An den Bäumen auf dem Parkfriedhof hängen wieder Raupenfallen. Polplatz will prüfen, ob zusätzliche Nistkästen für Vögel angebracht werden müssen, die Raupen fressen. Die tierischen Helfer sind aber womöglich etwas unzuverlässig: Sie fressen wohl nicht nur die Raupen, sondern auch andere Insekten.

Auf eines will Polplatz aber verzichten: Die Raupen mit Nematoden (Fadenwürmern) zu besprühen, die sie töten sollen, wie es andere Behörden tun. „Damit würden wir auch viele Nützlinge treffen“, sagt er.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann

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