Die Gefahr bleibt: Baubetriebshof entfernt verpuppte Eichenprozessionsspinner

dzVorsicht weiterhin geboten

70 bis 80 Prozent der Eichen waren befallen, 90.000 Euro hat der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner die Stadt Bergkamen gekostet – und der Gegner ist noch immer nicht besiegt.

Bergkamen

, 06.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es sind noch Rückstände da“, sagt Stephan Polplatz, Leiter des Baubetriebshofs. Die Eichenprozessionsspinner, die vielerorts für Hysterie gesorgt haben, verpuppen sich zwar derzeit, doch die Gefahr ist noch nicht vorüber. Zwar gibt es an den Puppen selbst keine Haare mehr, doch man kann nicht ausschließen, dass sie noch an den Nestern hängen und herabfallen. Die Härchen der Raupen können bekanntlich heftige allergische Reaktionen auslösen und sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Stadt Bergkamen gibt alles im Kampf um die Eichenprozessionsspinner

Das hat die Stadt Bergkamen auch nicht getan – ganz im Gegenteil. Etwa 90.000 Euro hat sie sich für die Bekämpfung durch den Baubetriebshof und externe Firmen kosten lassen. Als eine der wenigen Städte im Kreis hat sie sich einen speziellen Sauger angeschafft, um den haarigen Tierchen den Kampf anzusagen. Das Gerät wurde vor allem für Adhoc-Einsätze an Spielplätzen, Schulen und Sportanlagen angeschafft, sagt Polplatz. Dass es so viel dramatischer werden würde als im vergangenen Jahre habe man nicht ahnen können. Rund 80 bis 90 Prozent der Eichen seien befallen gewesen, sagt Polplatz. Für vier Mitarbeiter des Baubetriebshofes wurde die Bekämpfung der Raupen zur Dauerbeschäftigung. „Die haben dann an allen anderen Ecken gefehlt“, so Polplatz. Viele Bergkamener hätten verständnisvoll darauf reagiert, dass seine Mitarbeiter das Grün an manchen Stellen nicht sofort zurückschneiden konnten, andere nicht.

Jetzt lesen

Baubetriebshof will mehr Personal und Sauger-Schulungen

„Mehr Personal wäre gut“, sagt Polplatz mit Blick auf das kommende Jahr, in dem wieder mit Eichenprozessionsspinnern zu rechnen ist. Er geht davon aus, dass der Aufwand wieder so groß sein wird. Nicht nur Personal, sondern auch mehr Kräfte, die mit dem speziellen Industriesauger umgehen können, sollen in der nächsten Eichenprozessionspinner-Saison bereitstehen. Zwei weitere Männer sollen laut Polplatz geschult werden, um im Krankheits- oder Urlaubsfall gewappnet zu sein. Bisher können das Gerät nur zwei Personen bedienen.

Baubetriebshof entfernt verpuppte Raupen

Noch ist der Kampf für die Mitarbeiter des Baubetriebshofes nicht beendet. Erst an diesem Montag hat sich wieder ein besorgter Bürger gemeldet. Derzeit entfernen die Mitarbeiter die Nester von den Bäumen, damit die Falter keine Eier legen können. Aus den Kokons, die hängen bleiben, schlüpfen in drei bis fünf Wochen Falter.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Spielefest in Overberge

Dieses Mal dürfen auch die Zuschauer ran: „Spiele ohne Grenzen“ geht in die dritte Runde

Hellweger Anzeiger Konzert im Yellowstone

Kostenlos, laut, lang: Nachtfrequenz mit internationaler Musik und Videopremiere

Hellweger Anzeiger Fußverkehrs-Check

Zu Fuß durch Bergkamen: Diese zwei Straßen werden genau unter die Lupe genommen

Meistgelesen