Die Fahrt ohne Führerschein führt erst auf die A2 und dann vor Gericht

dzGericht

Einen Führerschein hatte ein 25 Jahre alter Mann nicht. Aber eilig hatte er es – und zwar sehr Und dann wurde er geblitzt. Deshalb stand er nun vor Gericht – im dritten Anlauf

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 09.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Am 17. November 2017 nahm der Angeklagte das Auto seiner Mutter und fuhr verbotenerweise los.

Auf der A2 Höhe Bergkamen kam es zu einem ungewollten Fotoshooting – der Mann raste in einer Baustelle in eine Radarfalle. Auf diese Weise kam die verbotene Fahrt ans Licht und zog eine Verhandlung im Amtsgericht Kamen nach sich. Die sollte eigentlich schon im Sommer vergangenen Jahres stattfinden. Doch der Angeklagte ließ sich nicht blicken.

Zu einem zweiten Termin im September hatte der Richter die Vorführung des Mannes angeordnet. Doch an der angegebenen Anschrift trafen die Beamten den 25-Jährigen nicht an. Schließlich erließ der Richter einen Haftbefehl. Im November griff die Polizei den Angeklagten auf. Seither saß er in der JVA. Das garantierte sein Erscheinen am Mittwoch im Gerichtssaal, wo das Fahren ohne Fahrerlaubnis im nunmehr dritten Anlauf endlich verhandelt werden konnte.

Der Mann gab auch sofort zu, am besagten Tag gefahren zu sein. Er habe zur Arbeit nach Bergkamen gewollt. Dorthin sei er immer mit einer Fahrgemeinschaft gelangt. An dem Tag habe der Fahrer jedoch kurzfristig abgesagt. Um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen, habe er sich dann selbst ans Steuer gesetzt.

Nicht zum ersten Mal, wie der Blick ins Vorstrafenregister des 25-Jährigen zeigte. Zweimal war er im Jahr 2017 bereits ohne Fahrerlaubnis erwischt worden, hatte jeweils Geldstrafen dafür kassiert.

Diese, so der Richter in der Verhandlung am Mittwoch, hätten den Angeklagten ja nicht davon abgehalten, wieder straffällig zu werden. Deshalb entschied sich der Vorsitzende auch für eine Haftstrafe. Vier Monate auf Bewährung lautete das Urteil. Seine Fahrerlaubnis war der Angeklagte 2015 losgeworden, als er in der Probezeit mit Drogen angehalten worden war.

Für die zuletzt verhandelte Straftat 2017 hatte der Richter eine Sperre bis Juni 2019 verhängt. Nun gab es eine weitere Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis von einem Jahr oben drauf. Zudem muss der 25-Jährige als Bewährungsauflage 300 Euro an die Gerichtszahlstelle zahlen.

Sowohl der Angeklagte selbst als auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft verzichteten auf die Einlegung eines Rechtsmittels. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Lesen Sie jetzt

Hellweger Anzeiger Sexualdelikt

Nach Vergewaltigung in Oberaden: Polizei nimmt Bergkamener auf offener Straße fest

Hellweger Anzeiger Spende an den Hospizdienst

Die Summe macht‘s: Siebenjähriger Bergkamener sammelt 4.529 Kronkorken für den guten Zweck

Meistgelesen