Die Fahrradfahrer mögen den Asphalt auf ihren Wegen

Radwegebau

Am Einzelhandelsstandort An der Bummannsburg entsteht gerade ein neuer Radweg. Er bekommt eine Asphaltdecke. Der städtische Radverkehrsbeauftragte hält das für vorbildlich.

Bergkamen

, 19.07.2019, 16:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Fahrradfahrer mögen den Asphalt auf ihren Wegen

Der Radweg, der zwischen dem Sandbochumer Weg und dem Einzelhandelsstandort An der Bummannsburg entsteht, hat eine Asphaltdecke. Das könnte eine zukunftsträchtige Lösung sein. © Marcel Drawe

Der neue Fußgänger- und Radweg, der gerade am Einzelhandelsstandort An der Bummannsburg entsteht, könnte eine Vorbildfunktion für das Stadtgebiet haben. Und das nicht nur, weil er mit einer Breite von fünf Metern ausreichend Platz für Pedaleure und Flaneure bietet, die auch noch durch einen Trennstein in der Mitte getrennt werden. Sondern vor allem. weil die Trasse, auf der Radler vom Sandbochumer Weg zu Kaufland, Berlet und den anderen Geschäften fahren, asphaltiert wird. Letztlich setzt die Stadt damit einen Beschluss des Rates um, nach der Radwege nach Möglichkeit nicht mehr mit einer so genannten wassergebundenen Decke versehen werden sollen.

Die Fahrradfahrer mögen den Asphalt auf ihren Wegen

So sieht ein Fahrrad aus, das im Regen auf einem Radweg mit einer wassergebundenen Decke unterwegs war. © Johannes Brüne


Der Radverkehrsbeauftragte weiß, wovon er spricht

Der städtische Radverkehrsbeauftragte Hans Irmisch hält das für einen Fortschritt. Und er weiß, wovon er spricht. „Ich radele regelmäßig von Werne nach Bergkamen“, sagt er. Dann ist Irmisch meist auf der Klöcknerbahntrasse unterwegs, die über eine solche Decke verfügt. Die Folgen kennen viele Radler. Bei trockenem Wetter, wie es derzeit herrscht, staubt es so stark, dass man mit dem Fahrradputzen gar nicht mehr hinterher kommt. Wenn es regnet sieht das Rad auch nicht besser aus, weil sich der Weg in eine bessere Schlammwüste verwandelt. Auf einer stark befahrenen Strecke wie der Klöcknerbahntrasse, die nicht nur Freizeit-, sondern auch Alltagsradler benutzen, müsste der Asphalt eigentlich Standard sein, meint Irmisch.

Asphalt auf der Kuhbach-Trasse ist nicht ausgeschlossen

Allerdings fällt die Trasse nicht in seine Zuständigkeit, sie gehört dem Regionalverband Ruhr (RVR). Und der hat bisher nicht auf den Bergkamener Vorstoß gegen die wassergebundenen Decken reagiert, berichtet Irmisch. Anders sieht es beim Lippeverband aus, in dessen Obhut sich der Kuhbach- und der Sesekeradweg befinden. Zumindest für die Trasse am Kuhbach habe der Verband in Aussicht gestellt, dass sie stellenweise asphaltiert werden könnte. Diese Erkenntnis ist beim Lippeverband womöglich nicht allein aus Fahrradfreundlichkeit gereift, sondern auch, um den Pflegeaufwand für seine Radwege in Grenzen zu halten. Denn die wassergebundenen Decken haben noch einen weiteren Nachteil, sagt Irmisch: Die Pflanzen, die am Wegesrand stehen, wachsen in die Bankette, sodass sie ständig zurückgeschnitten werden müssen. Auch diese Einschätzung können Fahrradfahrer, die regelmäßig auf der Klöcknerbahntrasse unterwegs sind, bestätigen. Irmisch ist klar, dass viele Umweltschützer bei dem Gedanken an eine Asphaltierung aufschreien.

Die Fahrradfahrer mögen den Asphalt auf ihren Wegen

Der Lippeverband hat in Aussicht gestellt, Teil des Kuhbaches zu asphaltieren. © Stefan Milk

Der Asphalt strahlt die Wärme ab

Sie fürchten die Versiegelung von Flächen, die zum Beispiel das Versickern von Wasser verhindert. Allerdings gebe es da gar keinen Unterschied zum Asphalt: „Auch die gebundene Decke lässt kein Wasser durch, es läuft ebenfalls nach rechts und links ab“, meint der Radbeauftragte. Das ökologische Problem des Asphalts liege eher in der Wärmeabstrahlung, die klimaschädlich sei. Möglicherweise ließe sich die Klimabilanz des Belages mit einer anderen Farbe verbessern. Aber das bringe für die Herstellerfirmen und die Bauunternehmen einen großen Aufwand mit sich. Allerdings gibt es nach Irmischs Angaben durchaus eine Alternative zum Asphalt: „Man kann die Radwege auch pflastern.“ Doch das ist erstens ziemlich teuer und erhöht wegen der Fugen den Pflegeaufwand. Und dass man auf Pflastersteine nicht immer komfortabel fährt, können erfahrene Radler bestätigen.

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