Die Chancen, die L 821n zu stoppen, stehen schlecht

dzRegressforderungen befürchtet

Der Landesbetrieb Straßen.NRW sieht wenig Chancen, den geplanten Bau der L 821n noch abzusagen. Zum jetzigen Zeitpunkt könnten erhebliche Forderungen auf das Land zukommen.

Bergkamen

, 08.07.2019 / Lesedauer: 3 min

In den vergangenen Monaten hat der Landesbetrieb Straßen.NRW den Bau der umstrittenen Straße L 821n entscheidend vorangetrieben. Der Auftrag, die Straße zu bauen, ist an ein Tiefbauunternehmen vergeben. Der Landesbetrieb hat außerdem fast alle Grundstücke erworben, die für den ersten Bauabschnitt zwischen der Lünener Straße und dem Verbindungsweg vom Parkfriedhof in Richtung Oberaden erforderlich sind. „Uns fehlt nur noch ein Grundstück. Wir gehen davon aus, dass wir es im Laufe der Woche erwerben können“, sagt Sebastian Felgenhauer, der Projektleiter für den Bau der L 821n bei Straßen.NRw in Bochum.

Straßen.NRW fürchtet Regressforderungen

Die Vorbereitungen für den Bau der Straße sind so weit fortgeschritten, dass sich Felgenhauer kaum vorstellen kann, dass das Landes-Verkehrsministerium den Bau der Straße aufgrund der neuen Bergkamener Ratsresolution noch stoppt. Falls sich das Verkehrsministerium dazu entschließen sollte, könne es mit erheblichen Regressforderungen rechnen, sagte der Projektleiter – vor allem von dem Bauunternehmen, das den Auftrag bekommen hat. „Das Unternehmen hat Personal eingeplant, Material eingekauft und möglicherweise auch Geräte gemietet, erläuterte Felgenhauer. Er geht davon aus, dass auch der eine oder andere Grundstückseigentümer, der seine Flächen abgegeben hat, Forderungen geltend macht.

Ministerium will in der zweiten Julihälfte Stellung nehmen

Um solche Forderungen dürfte es auch in der Stellungnahme gehen, die das Verkehrsministerium noch bei Straßen.NRW zur Ratsresolution einholen will. Der Stadtrat hatte Anfang Juni mit großer Mehrheit eine Resolution beschlossen, dass er den Bau der L 821n ablehnt. Auf Nachfrage hatte das Landesverkehrsministerium Bürgermeister Roland Schäfer mitgeteilt, dass es in der zweiten Julihälfte Stellung zu der Ratsresolution nehmen will – nachdem es Rücksprache mit Straßen.NRW genommen hat.

Baubeginn ist Ende August geplant

Felgenhauer geht noch davon aus, dass die Arbeiten an der Straße spätestens Ende August beginnen. Der genaue Termin müsse noch abgestimmt werden. Landesverkehrsminister Hendrik Wüst plane eine kleine Feier zum ersten Spatenstich – und der Termin müsse erst noch abgestimmt werden.

Der Bau der Straße soll an der Lünener Straße beginnen. Dort soll zunächst der Kreisverkehr gebaut werden, über den sie abzweigen soll. Felgenhauer geht davon aus, dass der erste Bauabschnitt bis spätestens zum kommenden Frühjahr beendet ist.

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