Am eigentlichen Brückenbauwerk am Bahnübergang Jahnstraße sind nur noch Restarbeiten zu erledigen. Trotzdem dauert es noch lange, bis die Straße freigegeben wird.

Bergkamen

, 15.11.2018, 15:46 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die neue Bahnbrücke über die Hamm-Osterfelder Bahn an der Jahnstraße ist bisher ein Beispiel dafür, dass öffentliche Bauarbeiten pünktlich auf das Ende zugehen können. „Wir sind bisher voll im Plan“, sagt Projektleiter Frank Hausendorf vom Landesbetrieb Straßen.NRW in Bochum. Was er damit meint, kann jeder sehen: Die eigentliche Brücke ist bereits so gut wie fertig. Es sind nur noch einige Restarbeiten zu erledigen. Die „Krone“ der Brücke muss noch betoniert werden¨– der Teil, auf dem die Geländer und die Leitplanke später montiert werden sollen. Damit will das Bauunternehmen an diesem Freitag beginnen. Bis die Arbeiten komplett abgeschlossen sind, wird es aber noch einige Wochen dauern. Für Verschalungsarbeiten ist das Bauunternehmen auf die nächste Sperrzeit der Bahn am 9. und 10. Dezember angewiesen. Zu diesen Sperrzeiten wird die Strecke von der Bahn nicht genutzt, weil die Gleise bei bestimmten Arbeiten nicht befahrbar sind.

Die Brücke ist fast fertig – die Baustelle noch lange nicht

Auf der Südseite ist der Verlauf der neuen Straßentrasse schon zu erkennen. Für die Rampen zur Brücke müssen etwa 30.000 Kubikmeter Erde angeschüttet werden. © Marcel Drawe

Bau der Rampe beginnt

Trotz der Fortschritte beim Bau der Brücke über die Bahn müssen sich alle Verkehrsteilnehmer noch gedulden, bevor sie keine langen Umwege mehr fahren müssen. Jetzt beginnt die Zeit, in der die Rampe zur Brücke an beiden Seiten angeschüttet wird. Um Platz für die Rampen zu machen, hatte die Landesbehörde eigens zwei Gebäude südlich der Bahn an der Jahnstraße gekauft und abreißen lassen. Für die Rampen, die zur Brücke hinauf führen sollen, sind insgesamt rund 30.000 Kubikmeter Boden notwendig. Der Landesbetrieb hat ein Unternehmen damit beauftragt, den passenden Boden heranzuschaffen und auf beiden Seiten der Brücke aufzuschütten.

Die Brücke ist fast fertig – die Baustelle noch lange nicht

Die Jahnstraße ist an der Bahn für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt. Nur der Baustellenverkehr ist ausgenommen. © Marcel Drawe

Strenge Auflagen für den Boden

Der Boden, der dafür verwendet wird, muss relativ strengen Qualitätskriterien genügen. Er muss unbelastet sein und er muss eine bestimmte Zusammensetzung haben, damit er eine ausreichende Tragfähigkeit für die Fahrbahn hat. „Lehmiger Boden ist beispielsweise dafür nicht geeignet“, erläutert Hausendorf. Gefragt ist ein Boden, der eine bestimmte Gesteinskörnigkeit hat, die sich nach dem Einbau ausreichend verdichten lässt. Das Unternehmen, das den Boden bringt, muss ständig entsprechende Prüfzeugnisse vorlegen, damit die Behörde sicher sein kann, dass der Untergrund der Straße unbelastet und tragfähig genug ist.

Zwischen der neuen Brücke über die Bahn und der Brücke über den Datteln-Hamm-Kanal muss die gesamte Senke zugeschüttet werden. Auf dem neuen Damm soll der Kreisverkehr gebaut werden, über den später die geplante Wasserstadt Aden und die Freizeiteinrichtungen auf der Halde Großes Holz erschlossen werden.

Die Brücke ist fast fertig – die Baustelle noch lange nicht

Um die Baustelle zu umfahren, sind lange Wege notwendig. Die Heiler Kirchwegbrücke ist zudem nur einspurig befahrbar.

Schüttarbeiten bis zum Sommer

Bevor die Asphaltierungsarbeiten für die neue Jahnstraße und den Kreisverkehr beginnen, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Hausendorf geht davon aus, dass die Schüttarbeiten noch bis zum Sommer 2019 dauern. Dabei kann es durch starken Frost oder lang anhaltenden Regen noch zu Verzögerungen kommen. Die neue Straße soll im Herbst 2019 für den Verkehr freigegeben werden. Erst dann müssen Verkehrsteilnehmer keine weiten Umwege mehr nehmen. Die nächsten Möglichkeiten über den Kanal und die Hamm-Osterfelder Bahn zu kommen, sind die Werner Straße zwischen Rünthe und Bergkamen und der Heiler Kirchweg an der Stadtgrenze zu Lünen.

Die Brücke ist fast fertig – die Baustelle noch lange nicht

An der Nordseite führt die Jahnstraße noch bis zur Bahn. Auch dieser Bereich wird aufgeschüttet. Dort soll der Kreisel für die Wasserstadt entstehen. © Marcel Drawe

Übergang vorgezogen

Ursprünglich befürchtete die Stadt, dass die Bahnbrücke und der Kreisverkehr, der die Wasserstadt erschließen soll, nicht rechtzeitig fertig wird, bevor die ersten Häuser in der Wasserstadt entstehen. Damit wird es keine Probleme geben. Wenn der Kreisverkehr gebaut wird, sind noch für längere Zeit die Erdarbeiten auf dem ehemaligen Zechengelände im Gange, um den künstlichen See anzulegen – das Kernstück der Wasserstadt. Anders als die Gegebenheiten zurzeit vermuten lassen, wird das Gefällen vom Kreisverkehr zum Wasserstadt-Gelände nicht besonders groß sein. An der Hamm-Osterfelder Bahn soll es um bis zu acht Metern aufgeschüttet werden, um einen See zu schaffen, dessen Wasserspiegel auf gleicher Höhe wie der im Datteln-Hamm-Kanal liegt.

Der Kreisverkehr soll nicht nur die Wasserstadt, sondern auch die Halde Großes Holz erschließen. Bis zur Internationalen Gartenschau (IGA) im Jahr 2027 soll der Bereich der Halde am Kanal zu einer Freizeit- und Erholungslandschaft umgestaltet sein. Über den Kreisverkehr könnten Erholungssuchende die Parkplätze an der Halde anfahren.

Bahnübergang Jahnstraße vorgezogen

  • Der beschrankte Bahnübergang Jahnstraße war eigentlich die Nummer zwei, an dem die Schranke durch eine Unter- oder Überführung ersetzt werden sollte.
  • Zuerst sollte der beschrankte Bahnübergang an der Lünener Straße beseitigt werden, weil dort der Verkehr stärker ist.
  • Wegen der Wasserstadt-Planung zog der Landesbetrieb die Jahnstraße jedoch vor.
  • Wann die Schranken an der Lünener Straße und der Rotherbachstraße ersetzt werden, steht noch nicht fest.
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Freiherr-von-Ketteler-Schule

Nach Brandstiftung: Arbeiter reinigen die Turnhalle der Rünther Grundschule

Hellweger Anzeiger Bergkamener und Töddinghauser Straße

An der Sperrung vorbei über Busumleitung oder Fräskanten: Erste Baustellen-Rowdys ertappt

Meistgelesen