Die Bergkamener Schulen sollen endlich schnelles Internet bekommen

dzBreitbandausbau

Die Internet-Verbindung in fast allen Bergkamener Schulen ist mies. Manchmal funktioniert sie auch gar nicht. Das soll sich jetzt endlich ändern.

Bergkamen

, 19.11.2019, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es um die Verbindung ihrer Schule ins Internet geht, fällt die Aussage von Doris Lipke, der Leiterin der Preinschule in Oberaden kurz und bündig aus: „Meistens funktioniert das gar nicht“, sagt sie. In den Klassen der Grundschule gibt es zwar schon seit Jahren PCs. Die Schüler können sie aber kaum nutzen, schildert Lipke. Die Online-Verbindung der Schule ist extrem langsam, die Hardware veraltet und das Netzwerk hat seine Macken. Die PCs in den Klassen lassen sich oft nicht mehr auf den Schulserver anmelden.

Die Bergkamener Schulen sollen endlich schnelles Internet bekommen

Schulleiterin Doris Lipke von der Preinschule hat nur dann keine Probleme, wenn ihre Schüler mit den üblichen, analogen Mitteln lernen. Die Klassen-PCs sind kaum nutzbar. © Stefan Milk

An fast allen Schulen ist die Internet-Verbindung zu langsam

So wie Lipke und der Preinschule geht es fast allen Bergkamener Schulen. Die Internet-Verbindung ist viel zu langsam. Die Schulen können sie kaum für den Unterricht nutzen. Der ist eigentlich dringend erforderlich, meint das Schuldezernat. Zu dem was Schüler in der Schule lernen sollen, gehört nach Ansicht von Schuldezernentin Christine Busch auch, dass sie „zu einem sicheren, kreativen und verantwortungsvollen Umgang mit Medien befähigt werden“.

Die technischen Voraussetzungen dafür will die Stadt Bergkamen jetzt für alle ihre Schulen schaffen. Sie sollen mit einen schnellen Internet-Anschluss mit einer Bandbreite von einem Gigabit symmetrisch bekommen. Das bedeutet: Down- und Upload sollen mit dieser Datenmenge pro Sekunde möglich sind.

Die Bergkamener Schulen sollen endlich schnelles Internet bekommen

Bund und Land sollen das Verlegen von Glasfaserkabeln bis in die Schulen finanziell fördern. © Stefan Milk

Förderung von Land und Bund

Der Weg dahin ist schwierig: Um die enormen Kosten für den Glasfaseranschluss zu decken, muss der städtische Eigenbetrieb „Breitband Bergkamen“ (BBB) Zuschüsse aus zwei unterschiedlichen Fördertöpfen beantragen. Für die vier weiterführenden Schulen – das Städtische Gymnasium, die Willy-Brandt-Gesamtschule und die beiden Realschulen – hat der BBB Fördermittel aus einem Sonderprogramm der Bundesregierung beantragt. Auch die Glasfaseranschlüsse für die Gerhart-Hauptmann-Schule, die Ketteler-Grundschule, die Pfalzschule und die VHS sollen aus Mitteln des Programms finanziert werden.

Die vier anderen Bergkamener Grundschulen, darunter auch die Preinschule, entsprechen aber nicht den Förderrichtlinien des Bundes. Für sie hat der BBB Mittel aus einem Landesprogramm beantragt. Das gilt auch für fünf Schulen in Kamen, denn der Eigenbetrieb betreibt den Internet-Ausbau auch federführend für die Nachbarstadt.

Die Bergkamener Schulen sollen endlich schnelles Internet bekommen

Auch die Verkabelung in den Schulen kostet insgesamt fast 1,4 Millionen Euro. © Stefan Milk

Dritter Fördertopf für die Verkabelung im Gebäude

Mit dem Glasfaseranschluss allein ist es aber nicht getan. Land und Bund fördern nur die Verlegung des Kabels bis in die Schule, erläutert Walter Kärger, der stellvertretende Betriebsleiter des BBB. Für die sogenannte „Inhouse-Verkabelung“ und die Anschaffung der erforderlichen Hardware ist die Stadt Bergkamen als Schulträger zuständig. Auch dafür gibt es ein Förderprogramm, den sogenannten „Digitalpakt Schule“. Aus den Mitteln sind für Bergkamen knapp 2,3 Millionen Euro vorgesehen. Da die Stadt einen Eigenanteil von etwa zehn Prozent leisten muss, stehen rund 2,5 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung.

Die Bergkamener Schulen sollen endlich schnelles Internet bekommen

Mit dem Geld aus dem Digitalpakt sollen auch Computer und Tablets für die Schulen angeschafft werden. © Stefan Milk

Mittel auch für Server und Tablets

Die beträchtlichen Mittel sind allerdings auch erforderlich: Allein für die Inhouse-Verkabelung in den Grundschulen hat das Schuldezernat knapp eine halbe Million kalkuliert.

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Die Verkabelung in den weiterführenden Schulen kostet weitere knapp 900.000 Euro. Für die noch übrige knapp eine Million Euro sollen Server, Notebooks, Tablets und andere Geräte angeschafft werden.

Bis es so weit ist, müssen die Preinschule und die anderen Schulen in Bergkamen noch etwas warten: Die Inhouse-Verkabelung soll bis 2022 abgeschlossen sein. Erst dann sollen neue Tablets und Geräte angeschafft werden. „Dann können unsere Schüler die Computer auch endlich wieder für die Leseförderung Antolin oder für Recherchen nutzen“, sagt Lipke.

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