Die Bergkamener Grünen wollen doppelt so viele Sitze im Stadtrat

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Drei Mal war er gegen Amtsinhaber Roland Schäfer angetreten, jetzt will Thomas Grziwotz im vierten Anlauf Bürgermeister von Bergkamen werden. Dieses Mal ist seiner Ansicht nach vieles anders.

Bergkamen

, 22.05.2020, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einstimmig bei einer Enthaltung wählte die Mitgliederversammlung des Ortsverbands Bündnis 90/Die Grünen in Bergkamen am Mittwoch Thomas Grziwotz zum Bürgermeister-Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September. Damit folgte die Parteibasis dem Vorschlag des Vorstandes. Thomas Grziwotz geht zum vierten Mal ins Rennen, eine Überraschung seitens der Grünen bleibt damit aus.

Lediglich bei der Liste gibt es ein paar neue Gesichter.

Grziwotz ist optimistisch was seine Chancen betrifft, weil Amtsinhaber Roland Schäfer (SPD) nicht mehr antritt. „Diesmal werden die Karten neu gemischt und wir treten alle in große Fußstapfen“, sagt er.

Neue große Gewerbegebiete wollen die Grünen nicht. Sie sagen dem Flächenverbrauch den Kampf an.

Neue große Gewerbegebiete wollen die Grünen nicht. Sie sagen dem Flächenverbrauch den Kampf an. © Stefan Milk

Im Kampf für grüne Positionen

Grziwotz will mit „grünen Positionen“ in den Wahlkampf ziehen. Dem Flächenverbrauch sagt er den Kampf an und er will bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete zurückhaltend vorgehen. Auch „so einen Unsinn wie die L821n“ würde es mit stärkeren Grünennicht geben. „Wir möchten stärker in die Bauleitplanung eingreifen, regenerative Energien fördern und ambitionierter beim Klimaschutzkonzept werden.“

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Risiken und Chancen im Blick

Sozialer Wohnungsbau, die Sanierung des Bestandes anstelle der Ausweisung von Neubaugebieten und die Folgen der Corona-Krise gelte es zu beachten.

Im Gegensatz zur CDU sehen die Grünen die Internationale Gartenschau (IGA) 2027 als Chance – mit Blick auf den Radweg von Lünen nach Rünthe und den zumindest probeweisen Bahnanschluss.

Wenn es nach den Grünen geht, soll es weniger Neubaugebiete aber dafür mehr Sanierung des Wohnungsbestandes geben.

Wenn es nach den Grünen geht, soll es weniger Neubaugebiete aber dafür mehr Sanierung des Wohnungsbestandes geben. © Stefan Milk

Wahlkampf in Corona-Zeiten

Der Partei verleihen zwei besondere Umstände ein besonderes Selbstvertrauen: Bei der jüngsten Kommunalwahl verpasste es Bündnis 90/Die Grünen Bergkamen nur knapp, einen fünften Mandatsträger im Stadtrat Platz nehmen zu lassen.

Grüne rechnen mit Verdoppelung der Sitze im Rat

Mit dem Stimmungshoch vor Corona und dem Wissen, dass man bei der Europawahl, wenn sie eine Kommunalwahl gewesen wäre, sogar erstmals in Bergkamen ein Direktmandat geholt hätte, gehen die Grünen optimistisch in den Wahlkampf. Die Bergkamener Grünen rechnen mit einer Verdoppelung ihrer bisher vier Sitze im Rat.

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Bei den bewerben um die ersten acht Listenplätze gibt es anders als beim Bürgermeisterkandidaten auch neue Namen: Thomas Grziwotz, Barbara Kestermann, Lucie Kleinstäuber, Harald Sparringa, Elke Grziwotz, Harald Brückner, Silvana Weber und Bernhard Salfer.

Thomas Grziwotz an der Spitze der Liste

Dass Grziwotz an der Spitze der Liste steht, ist untypisch für die Grünen, die dort normalerweise immer eine Frau haben. „Es gab aber einen entsprechenden Antrag“, erklärt Sparringa. Den zweiten Teil der Liste bilden Kirsten Reschke, Patryk Tarnowski, Peter Hensel, Andreas Worch, Kai Porth, Hünker Aydin, Ingo Massmann und Irina Ehlermann.

Mit Hünker Aydin ist die Grüne Jugend in der Kandidaten-Aufstellung vertreten. Beim politischen Nachwuchs hat die Partei jedoch das Problem, dass viele der engagierten jungen Leute, darunter auch Anita Greinke, nicht in Bergkamen wohnen und sich daher nicht zur Wahl aufstellen lassen dürfen.

Kandidaten für alle 22 Wahlbezirke

Damit alle 22 Wahlbezirke mit Direktwahl-Kandidaten besetzt sind, haben sich auch noch Gabriele und Hans-Joachim Wehmann, Karen Falkenberg, Jochen Nadolski-Voigt, Georg Bieder, Friedrich Ostendorff, und Violetta Kroll-Baues aufstellen lassen.

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