Die Bauarbeiter sind weg, das Loch im Asphalt bleibt

dzStraßenschäden

Georg Siroga wohnt in der Oberadener Straße Ägypten. Dort sieht er jeden Tag einen Straßenschaden, über den der Ingenieur sich ärgert. Es handelt sich keineswegs um ein normales Schlagloch.

Bergkamen

, 04.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Georg Siroga hat 35 Jahre im Straßenbau gearbeitet. Deshalb ärgert sich der Diplom-Ingenieur jedesmal, wenn er über die Oberadener Straße Ägypten fährt, an der er wohnt. Nicht etwa, weil die sich in einem nicht ganz einwandfreien Zustand befindet. Das trifft auf andere Bergkamener Straße schließlich auch zu. Doch in der Fahrbahn von Ägypten klafft eine Lücke, die Siroga besonders negativ in Auge fällt: Denn es ist kein klassisches Schlagloch. Sondern die Hinterlassenschaft der Bauarbeiten für ein Einfamilienhaus aus dem vergangenen Jahr.

Das Loch in der Straße klafft seit dem Herbst

Der Neubau musste an das Netz der verschiedenen Versorgungsleitungen und an die Kanalisation angeschlossen werden. Dafür grub ein Unternehmen die Straße auf, das wohl von den Gemeinschaftsstadtwerken (GSW) beauftragt wurde. Das Haus wurde im vergangenen Herbst fertig, die Bauarbeiter schlossen die Baugrube. Aber sie stellten die Straßenoberfläche nicht wieder vollständig her, sodass sich schon seit einigen Monaten besagte Lücke in der Straße befindet.

Auf der Straße Im Sundern ist das Pflaster abgesackt.

Auf der Straße Im Sundern ist das Pflaster abgesackt. © Borys Sarad

Dass der Winter nicht unbedingt die beste Jahreszeit für Straßenbauarbeiten ist, weiß auch Siroga, er ist schließlich vom Fach. Aber es hätte durchaus die Möglichkeit gegeben, das Loch provisorisch zu schließen, sagt er. Zum Beispiel mit Kaltasphalt, den man auch bei kühleren Temperaturen aufbringen könne.

Und der Ingenieur kennt auch die Zuständigkeiten. Als erstes sieht er natürlich das ausführende Unternehmen in der Pflicht. Genauso viel Verantwortung tragen die GSW als Auftraggeber.

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Und letztlich natürlich auch die Stadt Bergkamen, der die Seitenstraße der Rotherbachstraße schließlich gehört. Zudem unterhält der Bauhof einen Trupp, der bei Bedarf kurzfristig zum Straßenschädenflicken ausrückt. Sigora hat sich eigenen Angaben zufolge auch beim Tiefbauamt gemeldet – bisher allerdings ohne adäquate Reaktion.

Der Baudezernent verspricht Abhilfe

Aber manchmal hilft es ja, wenn die Zeitung anruft. Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters jedenfalls verspricht, dass der Straßenschaden in Ägypten in der kommenden Woche beseitigt werde. Auch wenn die GSW der Auftraggeber für die ursprünglichen Arbeiten gewesen seien, nehme die Stadt ihre Kontrollpflicht ernst. Als Begründung dafür, dass die Straßenreparatur ein wenig länger dauert, nennt Peters das Wetter: Die Asphaltwerke hätte bei den niedrigen Temperaturen der vergangenen Wochen und Monaten nicht arbeiten können.

Im Sundern ist das Pflaster abgerutscht

Aber nun wird es ja Frühling. Und das wird auch noch auf einer anderen Oberadener Straße zu spüren sein, über deren Zustand sich der Straßenbauer im Ruhestand ebenfalls regelmäßig ärgert: Im Sundern. Etwa in Höhe des ehemaligen Jochen-Klepper-Gemeindehauses ist die Fahrbahn gepflastert. An mindestens zwei Stellen sind die Pflastersteine abgesackt.

Georg Siroga demonstriert, wie stark das Pflaster Im Sundern abgesackt ist.

Georg Siroga demonstriert, wie stark das Pflaster Im Sundern abgesackt ist. © Borys Sarad

Das könnte in der Tempo-30-Straße, an der auch ein Kindergarten liegt, durchaus verkehrsberuhigend wirken. Allerdings stellen die Straßenschäden, die auf diese Weise entstanden sind, die Autofahrer vor eine echte Herausforderung, sagt Sigora. Ein Praxistest bestätigt diese Einschätzung.

Doch schon in der nächsten Woche soll das Pflaster ausgebessert werden, verspricht der Baudezernent. Zunächst soll es in diesem Fall allerdings erst einmal eine provisorische Lösung geben: Im Lauf des Jahres will die Stadt dann den gesamten Sundern erneuern.

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