Die Bäume haben Durst und die Bürger sollen helfen

dzTrockener Sommer

Obwohl der städtische Baubetriebshof ständig damit beschäftigt ist, Bäume zu wässern, überleben einige von ihnen den Sommer wahrscheinlich nicht. Jetzt hofft die Stadt auf die Hilfe ihrer Bürger.

Bergkamen

, 01.08.2019, 15:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bergkamener Baubetriebshof hat in diesem trockenen Sommer alle Hände voll zu tun, die städtischen Straßenbäume zu wässern. Tag für Tag sind bis zu drei Trupps mit Wasserwagen unterwegs, um den Bäumen an den Bergkamener Straßen ausreichend Nass zu spenden. Jetzt sollen auch die Bürger mithelfen, die Not der Bäume zu lindern. Die Stadt hat Zettel gedruckt und laminiert, die jetzt an vielen Stellen im Stadtgebiet mit einer Schnur an die Straßenbäume gehängt werden sollen. Darauf ist ein Baum zu sehen und ein eindeutiger Appell: „Durst! Bitte gieße mich. Danke“, heißt es auf den Zetteln.

Schon ein wenig Wasser hilft

Baudezernenet Dr. Hans-Joachim Peters hofft, dass sie den einen oder anderen Bürger dazu animieren, dem Baum vorm Haus etwas Wasser zu geben. Er erwartet nicht, dass Bürger unbedingt den Schlauch anschließen und den Baum an der Straße gründlich wässern. „Es reicht schon, wenn Bürger, die etwas Wasser übrig haben, an die Bäume vor ihrem Haus denken“, sagt Peters. Dafür reiche ein Eimer mit frischem Wasser oder eine Karaffe völlig aus, denn das bringe die Bäume schon etwas weiter.

Schon das zweite trockene Jahr in Folge

Viele der Bergkamener Straßenbäume leiden unter dem schon zweiten viel zu trockenen Sommer in Folge. Auch wenn es in diesem Jahr anders als 2018 den einen oder anderen Schauer gegeben hat, ist der Sommer bisher viel zu trocken. Hinzu kommt, dass sich die Grundwasservorräte im Boden noch nicht ausreichend aufgefüllt haben. Der Sommer ist im Grunde schon mit einem Defizit gestartet, das sich weiter vergrößert hat. Experten sehen auch bei den großen Bäumen schon die ersten Trockenheitsschäden, die sich vor allem durch abgestorbene Äste in den Baumkronen bemerkbar machen. Wer genau hinschaut, kann sehen, dass der eine oder andere Baum ein lichteres Laub hat als früher.

Die Bäume haben Durst und die Bürger sollen helfen

Der Baubetriebshof ist jeden Tag damit beschäftigt, Bäume wie hier an der Heinrichstraße zu wässern. Er hat sogar noch einen Tank nachgeordert, um einen weiteren Pritschenwagen damit zu bestücken. © Marcel Drawe

Weiterer Wassertank nachgeordert

Der Baubetriebshof hat mehrere Pritschenwagen mit Wassertanks bestückt, um die Straßenbäume zu gießen. Nach Angaben von Stephan Polplatz, dem Leiter des Baubetriebshofs stehen ein 3000-Liter- ein 2000-Liter- und ein 1500-Liter-Fass zur Verfügung. Die Stadt hat bereits ein weiteres 2000-Liter-Fass nachgeordert, um beim Gießen nachzukommen. „Wir müssen natürlich die maximale Nutzlast beachten, die wir auf die Pritsche montieren können“, sagt Polplatz. Der 2000-Liter-Behälter ist für einen der Sechs-Tonnen-Kipper passend, die der Baubetriebshof hat.

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Vor allem junge Bäume benötigen Wasser

Auch wenn ein weiterer Wassertank zur Verfügung steht, kann sich der Baubetriebshof übrigens nicht um alle Bäume kümmern, die an den Bergkamener Straße oder auf den Grünflächen wachsen. Er beschränkt sich im wesentlichen auf die noch jungen Bäume, denn die haben das Wasser besonders nötig. Die älteren Bäume haben Wurzeln, die tiefer ins Erdreich reichen und kommen deshalb besser an tiefere Grundwasserschichten, erklärt Polplatz.

Hoffnung auf mehr Regen

Der Leiter des Baubetriebshofs geht aber trotz aller Bemühungen davon aus, dass nicht alle Bergkamener Bäume den Sommer überleben. Bei dem einen oder anderen sei schon absehbar, dass er abstirbt, sagt Polplatz. Helfen kann in einigen Fällen nur noch ein Wetterwechsel mit deutlich mehr Regen – was sich mittlerweile auch viele Bergkamener Gartenbesitzer wünschen. Helfen können auch die Bürger, falls sie dem Baum vor ihrem Haus ein wenig Wasser gönnen.

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