Die Arbeit des Stadtarchivars an der Heiler Chronik schreitet voran

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Heil ist nicht nur der kleinste Bergkamener Stadtteil, er wartet auch noch als einziger auf die Veröffentlichung seiner Chronik. Stadtarchivar Martin Litzinger arbeitet daran.

Bergkamen

, 19.07.2019 / Lesedauer: 3 min

In das „Geheime Preußische Staatsarchiv“ in Berlin hat Bergkamens Stadtarchivar Martin Litzinger es dann doch noch nicht geschafft. Auch dort liegen Quellen zur Geschichte Heils, an der Litzinger gerade arbeitet. Aber er kann seine Chronik auch schreiben, ohne in die Hauptstadt gereist zu sein. Das Manuskript ist auch schon seht weit fortgeschritten, berichtet Litzinger. Allerdings muss er doch noch ein wenig Hand anlegen an sein Werk.

Die Arbeit des Stadtarchivars an der Heiler Chronik schreitet voran

Seine Kenntnisse der Heiler Historie hat Stadtarchivar Martin Litzinger auch schon bei Führungen durch den Stadtteil unter Beweis gestellt. © Stefan Milk


Gründlichkeit geht beim Historiker vor Schnelligkeit

Deshalb will er sich nicht festlegen, ob das Buch tatsächlich – wie ursprünglich angekündigt – noch in diesem Jahr erscheint, „Es kann auch Anfang 2020 werden“, sagt Litzinger, für den als Historiker das Motto Gründlichkeit vor Schnelligkeit gilt. Und Litzinger musste bei seiner historischen Forschung bis tief ins Mittelalter zurückblicken: Die erste urkundliche Erwähnung Heils stammt von 1120/21. Allerdings gibt es aus den ersten Heiler Jahrhunderten kaum Quellen und damit auch kaum gesichertes Wissen. Das ändert sich erst nach dem Ende des 30-jährigen Krieges im Jahr 1648. Fündig ist Litzinger vor allem im Staatsarchiv Münster geworden, wo die Hinterlassenschaften des Klosters Cappenberg liegen. Das hatte bis zu seiner Auflösung im Jahr 1806 großen Landbesitz in Heil.

Der Chronist Bergkamens

Stadtarchivar Martin Litzinger

  • Stadtarchivar Martin Litzinger ist zu erreichen im Rathaus. Zimmer 115, Tel. Tel. (02307) 965233; E-Mail: m.litzinger@bergkamen.de
  • Seine Chroniken „Rünthe - Gemeinde zwischen Lippe und Bever“ von 2005 und „Overberge - Ein Dorf und seine Geschichte“ von 2011 sowie „Weddinghofen - Die ,Kuckuck‘-Gemeinde in alter und neuer Zeit“ von 2017 gibt es für jeweils 11,80 Euro im Bürgerbüro im Rathaus und im Stadtmuseum in Oberaden.
  • Die Bände „Bergkamen - vom Bauerndorf zum Industrieort“ von 2003 sowie „Oberaden - Die ,Römerberg‘-Gemeinde im Wandel der Zeit“ von 2007 sind vergriffen.

Litzinger sucht noch Fotos aus der Heiler Geschichte

Und für die jüngere Vergangenheit der Gemeinde Heil, die 1966 in der neuen Stadt Bergkamen aufging, ist die Quellenlage ohnehin gut. Zumindest was schriftliche Dokumente betrifft. Fotos und Bilder aus der Heiler Historie hat Litzinger bisher nur wenige entdeckt. Notfalls könne er die Chronik auch als etwas textlastigen Band veröffentlichen, meint er. Aber schöner und lesenswerter würde das Buch natürlich schon mit passenden Illustrationen sein. Deshalb hofft der Archivar auf die Mithilfe der Heiler. Wer noch alte Fotos oder historische Bilder besitzt, möge sie ihm zur Verfügung stellen, bittet Litzinger. Er wird die Fotos dann scannen, damit er sie für den Druck des Buches verwenden kann, und umgehend zurückgeben.

Der Archivar sucht noch einen Titel

Damit Litzinger sein jüngstes Werk, das seine Reihe der Ortsteil-Chroniken abschließen wird, druckfertig machen kann, fehlt allerdings noch etwas: Der Titel. Als Arbeitstitel für sein Projekt zur Geschichte Heils hat Litzinger „Das Dorf zwischen Lippe und Kanal“ gewählt. Richtig gut gefällt ihm das allerdings nicht, meint er: „Vielleicht fällt mir noch etwas Griffigeres ein.“

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