Deutschland erstickt an seiner Bürokratie und Bergkamen macht mit

Redakteur
Aus einem nicht ganz befriedigenden Zustand an der Parkstraße ist jetzt ein schlechter geworden, meint unser Autor Michael Dörlemann. © Montage Grafikdesk
Lesezeit

Eigentlich wollte der Sozialverband VdK etwas Gutes, als er sich bei der Stadt Bergkamen beschwerte, dass der Überweg an der Parkstraße nicht barrierefrei ist. Bewirkt hat er jedoch, dass aus einem nicht so ganz befriedigenden Zustand ein schlechter geworden ist. Bisher war es so, dass Menschen mit Behinderungen Probleme hatten, den Überweg zu benutzen weil es keine taktilen Elemente gibt, die Sehbehinderte leiten und weil der Bordstein nicht abgesenkt war.

Jetzt ist keine Verbesserung für Menschen mit Behinderung erreicht, aber eine Verschlechterung für alle anderen Fußgänger – und das in einer Stadt, die fußgänger- und fahrradfreundlich werden will und dafür sogar einen eigenen Beauftragten in der Stadtverwaltung hat.

Das kann man allerdings nicht dem VdK vorwerfen. Er hat mit seiner Anregung nur bewirkt, dass sich die Straßenverkehrsbehörde den Übergang einmal genauer angeschaut und dabei festgestellt hat, dass er nicht der neuesten Rechtsnorm entspricht – und dass es nicht möglich ist, ihn entsprechend umzubauen. In wohl jedem anderen Land der Erde hätte die zuständige Behörde es damit gut sein lassen und alles gelassen, wie es ist.

Aber wir sind in Deutschland und dort gelten Normen und Bürokratie nun mal mehr als gesunder Menschenverstand. Das Land wird irgendwann an seiner Regelungswut ersticken – und Bergkamen macht dabei mit.