Der Zwangsverwalter hat nichts gegen Oldtimer-Treffen auf Gut Keinemann einzuwenden

Zwangsversteigerung

Auf dem Gut Keinemann hat ein Zwangsverwalter das Sagen. Dass dort noch Oldtimer-Treffen geplant sind, wusste der Anwalt offenbar nicht – er hat aber auch nichts dagegen einzuwenden.

23.08.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Zwangsverwalter hat nichts gegen Oldtimer-Treffen auf Gut Keinemann einzuwenden

Die Oldtimer-Freunde dürfen sich weiterhin auf dem Gut Keinemann treffen. Zumindest so lange, bis die Immobilie nicht zwangsversteigert wurde. © Stefan Milk

Die für den 6. September und 1. Oktober angekündigten Oldtimer-Treffen auf dem Gut Keinemann sind wohl nicht gefährdet. Dabei steht die Immobilie am Fürstenhof 1 in Rünthe unter Zwangsverwaltung und wird demnächst zwangsversteigert. Er habe nichts gegen die Veranstaltungen einzuwenden, sagte auf Anfrage unserer Redaktion ein Bönener Rechtsanwalt, den das Amtsgericht Kamen als Zwangsverwalter eingesetzt hat. Der Jurist, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hat damit derzeit das Sagen über die gesamte Anlage, auf der sich unter anderem die Oldtimer-Remise befindet.

Der Zwangsverwalter hat nichts gegen Oldtimer-Treffen auf Gut Keinemann einzuwenden

Am 7. Oktober gibt es den ersten Zwangsversteigerungstermin für die Anlage am Fürstenhof. © Stephanie Tatenhorst


Zwangsverwalter weiß von keinem Pachtvertrag

Die wird formell von einem eingetragenen Verein betrieben, dessen 1. Vorsitzender der Eigentümer des Gutes ist. Dem Zwangsverwalter ist eigenen Angaben zufolge nichts von einem Pachtvertrag bekannt, den der Eigentümer und der Verein abgeschlossen haben sollen. Auch von den geplanten Oldtimer-Treffen wusste er offenbar nichts - sieht aber auch keinerlei Veranlassung, sie zu verhindern. Zumindest solange sie sich vor dem Termin für die Zwangsversteigerung abspielen.

Ein zweiter Versteigerungstermin ist möglich

Die hat das Amtsgericht für den 7. Oktober angesetzt. Allerdings muss das Gut Keinemann bei dieser Gelegenheit nicht notwendigerweise einen neuen Besitzer finden. Wie die Rechtspflegerin des Amtsgerichtes, Gerda Droste, erläuterte, hängt das von der Höhe der Gebote ab, die an diesem Tag abgegeben werden. Wenn niemand mehr als die Hälfte des Verkehrswertes biete, sei das Gericht verpflichtet, einen weiteren Versteigerungstermin anzuberaumen. Und wenn das Gebot nicht mindesten sieben Zehntel der festgesetzen Summe betrage, dürfe die Gläubiger-Bank das Angebot zurückweisen. Sie habe auch nach dem zweiten Versteigerungstermin die Möglichkeiten, zu niedrige Angebote zurückzuweisen.

„Immobilie soll nicht verschleudert werden“

„Die Immobilie soll ja nicht verschleudert werden“, erklärte der Bönener Anwalt den Sinn dieser Regelung. Als Zwangsverwalter müsse er alle Ansprüche berücksichtigen. Die des Gläubigers und des Gerichtes, aber auch die des Eigentümers. Den Verkehrswert des Gut Keinemann hat ein vom Gericht bestellter Gutachter auf 675.000 Euro festgelegt. Diese Summe sei eher etwas niedrig angesetzt, erläuterte Rechtspflegerin Droste. Das hänge damit zusammen, dass der Eigentümer dem Gutachter den Zugang zu den Gebäuden verwehrt habe. Das komme bei der Vorbereitung von Zwangsversteigerungen häufiger vor.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Saisonstart in Bergkamen

Die schwarze Null muss stehen, findet der Eishockey-Torwart, der die Eishalle betreibt