Eigentlich sollten die Katholiken aus Bergkamen, Kamen und Bönen 2020 einen Pastoralen Raum gründen. Doch der Zusammenschluss verschiebt sich. Die Beteiligten sind darüber nicht unbedingt traurig.

Bergkamen, Kamen

, 21.08.2019, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Leiter des katholischen Pastoralverbundes ist sich ziemlich sicher, dass er den Beginn des neuen Jahres noch an seiner bisherigen Wirkungsstätte in Bergkamen erleben wird: „Wenn ich zum 1. Januar eine neue Stelle antreten würde, wüsste ich das bereits“, sagt Pastor Thorsten Neudenberger. Dabei ist sein Weggang eigentlich schon beschlossene Sache: Spätestens, wenn sich die katholischen Gemeinden aus Bergkamen, Kamen und Bönen zu einem sogenannten Pastoralen Raum zusammenschließen, wird Neudenberger an einen anderen Ort wechseln.

2020 kommt der Pastorale Raum wohl noch nicht

Nur wann das sein wird, steht offenbar noch nicht fest. Die Pläne, den Pastoralen Raum rund um das Kamener Kreuz im nächsten Jahr einzurichten, lassen sich jedenfalls nicht verwirklichen. Das bestätigt der Pressesprecher des Erzbistums Paderborns, Benjamin Krysmann, auf Nachfrage. Der Grund dafür ist in Kamen zu suchen. Dort kümmern sich derzeit der Pfarrer Bernhard Nake und Pastor Meinolf Wacker um den Pastoralverbund Kamen-Kaiserau, der aus den beiden Gemeinden Heilige Familie Kamen und St. Marien Kaiserau besteht. Auch Nake und Wacker wollen nicht im neuen Pastoralen Raum aktiv werden, aber in Kamen bleiben. Sie werden sich künftig ganz auf ihr europaweites Jugendprojekt „Go4peace“ konzentrieren.

Der Weg zum Pastoralen Raum ist länger als geplant

Pastor Meinolf Wacker und Pfarrer Bernhard Nake suchen in Kamen nach einem geeigneten Ort für ihr Jugendprojekt „Go4Peace“. © Stefan Milk


Die Kamener suchen einen Ort für „Go4peace“

Dafür suchen sie derzeit einen passenden Standort, also ein Grundstück samt Gebäude, das sich als „Go4peace“-Zentrale eignet. „Wir wollen das in Kamen machen, weil hier unsere Kontakte zusammenlaufen“, sagt Wacker. Das sei auch so mit dem Erzbistum abgesprochen. Nach Wackers Angaben haben er und Pfarrer Nake bereits einige Gespräch geführt, aber noch kein geeignetes Objekt gefunden. Unter Zeitdruck sehen sie sich aber nicht. Der Pressesprecher des Bistums betrachtet das ähnlich. Der Zusammenschluss der Katholiken aus Kamen, Bergkamen und Bönen kann ohnehin erst vollzogen werden, wenn der Bischof einen Leiter für den Pastoralen Raum berufen hat. Der soll seinen Sitz in Kamen nehmen, also im Pfarrhaus, in dem derzeit noch Nake und Wacker wohnen.

Der Weg zum Pastoralen Raum ist länger als geplant

Bereits vor rund einem Jahr stellte Pastor Neudenberger die Pläne für den Pastoralen Raum vor. © Klaus-Dieter Hoffmann


Das Erzbistum sucht einen neuen leitenden Pfarrer

Auf die Frage, wie weit das Bistum mit der Suche nach dem neuen leitenden Pfarrer ist, antwortet Sprecher Krysmann eher ausweichend: „Wir haben schon Personalgespräche geführt und werden das auch weiterhin tun.“ Er könne auch nicht sagen, wann der neue Pastorale Raum Wirklichkeit werde. Bis dahin müssen ohnehin noch einige Vorbereitungen abgeschlossen werden. In Kamen steht zum Beispiel die Fusion der beiden katholischen Gemeinden auf der Tagesordnung. Der Fusionsausschuss werde Anfang des nächsten Jahres zusammentreten, kündigte Pfarrer Nake an. Er betont allerdings, dass es bei dem Zusammenschluss in erster Linie um eine verwaltungstechnische Angelegenheit handelt. Die Kirchen und Gemeindehäuser in Kamen blieben ebenso erhalten wie die seelsorgerische Tätigkeit in den einzelnen Stadtteilen.


Der Weg zum Pastoralen Raum ist länger als geplant

Die fünf Kirchengemeinden in Bergkamen fusionieren zum 1. Januar 2020. © Stefan Milk


Die Bergkamener Gemeinden fusionieren im neuen Jahr

Die Katholiken in Bergkamen sind in Sachen Fusion schon weiter als die Nachbarn in Kamen. Die fünf bisher eigenständigen Gemeinden werden sich zum 1. Januar 2020 zusammenschließen. Auch der Name für die neue Kirchengemeinde steht schon fest. Bei einer Abstimmung im Mai entschieden sich die Mitglieder für den Heiligen Geist als Namensgeber. Bereits zu Beginn dieses Jahres hatten sich die Kirchengemeinden St. Bonifatius Altenbögge, Christ-König Bönen sowie Herz-Jesu Heeren-Werve zur Pfarrgemeinde Pfarrgemeinde St. Barbara Bönen und Heeren zusammengeschlossen. Auch sie soll Bestandteil des Neuen Pastoralen Raums werden.


Der Weg zum Pastoralen Raum ist länger als geplant

Die neue Kirchengemeinde in Bergkamen wird den Namen „Heiliger Geist“ tragen. © Stefan Milk


Pastor Neudenberger plant schon für 2020

Wann der nun endgültig kommt, scheint im Moment niemand so genau prognostizieren zu können. Pastor Thorsten Neudenberger jedenfalls rechnet offenkundig damit, noch etwas länger in Bergkamen zu bleiben. Er freue sich darauf, den Fusionsprozess der Bergkamener Kirchengemeinden auch über den Jahreswechsel hinaus begleiten, meint er. Zumal er sich als Pastor ja auch nicht nur um kirchenverwalterische Angelegenheiten kümmert: „Ich habe auch schon einige Termine für Trauungen im nächsten Jahr vereinbart.“

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