Der Wandel der Bestattungskultur hinterlässt Spuren auf dem Overberger Friedhof

Tag des Friedhofs

Beim Tag des Friedhofs in Overberge geht es nicht nur darum, die Gräberfläche winterfest zu machen. Die Mitglieder des Fördervereins erfahren auch, wie sich die Beerdigungskultur wandelt.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Overberge

, 26.10.2019, 18:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Wandel der Bestattungskultur hinterlässt Spuren auf dem Overberger Friedhof

Die Mitglieder des Friedhofsvereins Overberge haben die Grabstätten winterfest gemacht. Auf dem Overberger Friedhof ist der Wandel der Bestattungskultur deutlich zu spüren. © Stefan Milk

Das Wetter hätte nicht besser sein können, als sich am Samstagmorgen die Mitglieder und Freunde des Fördervereins des Overberger Friedhofes auf dem selbigen einfanden, um ihn nun herbst- und winterfest zu machen.

Zur Freude von Ute Dettmar, der Vorsitzenden des Fördervereins, hatten die meisten Angehörigen die Gräber ihrer Verstorbenen vom vertrockneten Grabschmuck befreit, so dass sich die Helfer sich nur noch auf die verborgenen Ecken des Friedhofes konzentrieren konnten.

Der Wandel der Bestattungskultur hinterlässt Spuren auf dem Overberger Friedhof

Die Mitglieder des Friedhofsvereins packten kräftig an. © Stefan Milk


Eine Heidelandschaft auf der Baumscheibe

Armin Clemens, Markus Krab, Alina Penzek und Klaus Schmucker hatten dieses Mal sogar eine ganz besondere „Mission“ zu erfüllen. Denn mitten auf dem Friedhof ragt eine alte knorrige Tanne auf ihrem üppigen Wurzelwerk mächtig nach oben. Und weil dort ein Beerdigen nicht mehr möglich ist, haben die vier tüchtigen Helfer vom Friedhofsgärtner Röttger die Baumscheibe nun kurzerhand mit Rhododendren und Heidekraut in eine kleine Heidelandschaft verwandelt.

Auf den Wegen war ebenfalls eine rege Betriebsamkeit festzustellen. Hier und da sauste immer mal wieder eine laubvolle Schubkarre in Richtung Komposthaufen. In der Friedhofskapelle hingegen waren die Helferinnen fleißig dabei, die Ecken dort gründlich vom Staub zu befreien.

Beerdigungskultur verändert sich

„Über alle die Jahre hat sich die Beerdigungskultur schon drastisch verändert“, berichtet Ute Dettmar. „Wo es früher nur Einzel- oder Doppelgräber gab, geht der Trend heute zum originellen Urnenfeld.“ Gleich vier große Urnenfelder gibt es inzwischen auf dem Overberger Friedhof. Und damit dies alles auch formvollendet gestaltet wird, kooperiert der Förderverein mit den Steinmetz-Fachbetrieben Kerak, Determann und Krüger. Sogenannte Ritualstelen erzählen beispielsweise ein wenig von den Verstorbenen und ihrem Leben.

Wer noch mehr vom Overberger Friedhof und seinen Geheimnissen erfahren wollte, unternahm mit Helga Böinghoff, einem wandelnden Overberger Geschichtslexikon, einen Spaziergang durch die Gräberreihen.

Das „Kellergrab“ des Schützenkönigs

Nicht nur zu den noch existierenden Gräbern wusste die Zeitzeugin so einiges zu erzählen, sie hatte auch reichlich Kuriositäten aus längst vergangenen Zeiten parat. So ließ die Familie Kümperling nahe der Friedhofskapelle ein sogenanntes „Kellergrab“ anlegen, wo dann der Schützenkönig von 1845 und seine Frau, Friedhelm und Henriette Kümperling, über eine Treppe stilecht zur letzten Ruhestätte getragen wurden.

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