Der verkaufsoffene Sonntag steht auf der Kippe

dzVerdi-Klage

Der verkaufsoffene Sonntag stößt in Bergkamen meist auf geringe Resonanz. Diesmal müssen womöglich auch jene Läden geschlossen bleiben, die sonst mitmachen: Die Gewerkschaft Verdi klagt.

07.10.2019, 18:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der während der Herbstkirmes am 13. Oktober geplante verkaufsoffene Sonntag steht auf der Kippe. Wie die Stadt Bergkamen am Montagnachmittag mitteilte, liegt eine Klage der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor, die wohl durchaus Erfolgsaussichten hat. Im Rathaus ist sie bereits am 1. Oktober eingegangen. Die Einzelhändler seien bisher nicht informiert, sagte Wirtschaftsförderer Walter Kärger. Er begründete das damit, dass die Stadtverwaltung sich erst intern abstimmen musste.

Verdi klagte schon anderswo erfolgreich

Falls sich Verdi durchsetzt, muss die Stadt den verkaufsoffenen Sonntag absagen. Die Gewerkschaft hatte schon in zahlreichen anderen Städten Erfolg mit solchen Klagen. Sie beruft sich darauf, dass es nach der geltenden Rechtslage einen direkten Zusammenhang zwischen den verkaufsoffenen Sonntagen und Veranstaltungen geben muss. Die Herbstkirmes spielt sich auf dem Stadtmarkt in Mitte ab, die Geschäfte dürfen an dem Sonntag aber im ganzen Stadtgebiet öffnen. Das könnte gegen diese Regel verstoßen.

Nur wenig Einzelhändler machen mit

Auf allzu große Resonanz stieß der Verkaufssonntag beim Bergkamener Einzelhandel zuletzt ohnehin nicht. Auf dem Nordberg beteiligten sich meist nur wenige Geschäfte wie zum Beispiel das Kaufhaus Schnückel. Dafür öffneten aber die Filialisten im Nordberg-Center. Auch der Möbelmarkt Poco im Industriegebiet in Rünthe macht bei diesen Gelegenheiten gute Umsätze. Viele inhabergeführte Läden in Bergkamen ignorieren den Verkaufssonntag seit Jahren.

Die Stadt hofft auf einen Vergleich

Nach Angaben von Kärger muss das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen noch in dieser Woche über die Verdi-Klage entscheiden. Offenbar hat die Stadt juristisch vergleichsweise schlechte Karten, sodass Kärger auf einen Vergleich hofft. Der könnte so aussehen, dass der verkaufsoffene Sonntag am 13. Oktober wie geplant über die Bühne geht, die Stadt jedoch künftig Einschränkungen akzeptiert.

Im Advent ist noch ein Verkaufssonntag geplant

Der Stadtrat hatte 2014 beschlossen, dass die Geschäfte in der Zeit von 2015 bis 2020 jeweils drei Mal pro Jahr sonntags öffnen dürfen und zwar immer zu einer größeren Veranstaltung: Zur Blumenbörse im Mai, zur Herbstkirmes im Oktober und zum Oberadener Weihnachtsmarkt am dritten Adventswochenende. Somit dürfte auch der Verkaufsoffene Sonntag zu Weihnachten auf der Kippe stehen. Und zwar selbst dann, wenn sich die Stadt mit Verdi auf einen Kompromiss einigen sollte.

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