Der Sturm „Sabine“ tobt über Bergkamen – aber nicht so schlimm wie befürchtet

dzSturmtief

Wenn Sturmtiefs überhaupt die Bezeichnung „sanft“ verdienen können, dann der Sturm „Sabine“. Der gefürchtete Wintersturm zog über Bergkamen hinweg, ohne so große Schäden wie seine Vorgänger zu verursachen.

Bergkamen

, 10.02.2020, 14:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sturmtief Sabine ist sanfter als befürchtet mit Bergkamen umgegangen. Die Feuerwehr hatte zwar bis zum späten Vormittag am Montag 20 Einsätze. Stadtbrandmeister Dirk Kemke hatte aber Schlimmeres befürchtet.

Die Feuerwehr hat noch die Verwüstungen vor Augen, die das Sturmtief „Friederike“ im Januar 2018 in der Stadt hinterließ. Damals gab es viele umgestürzte Bäume und reihenweise abgedeckte Dächer. Die Dachdecker brauchten Monate, bis alle Schäden repariert waren und nahmen zunächst nur die dringendsten Arbeiten in Angriff.

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Diesmal kein Alarm wegen eines abgedeckten Dachs

Kemke geht davon aus, dass „Sabine“ wesentlich weniger Schäden verursacht hat. „Eine Alarmierung wegen eines abgedeckten Dachs hatten wir überhaupt nicht“, sagte er am Montagmorgen. Nur in einem Fall musste die Feuerwehr ausrücken, weil einzelne Dachpfannen von einem Haus geweht wurden.

Der Sturm „Sabine“ tobt über Bergkamen – aber nicht so schlimm wie befürchtet

Der entwurzelte Baum ist mittlerweile gefällt. Er muss noch zerlegt und abtransportiert werden. © Stefan Milk

Baum reißt Straße und Überlandleitung mit

Fast alle Einsätze der Feuerwehr betrafen umgestürzte Bäume oder abgebrochene große Äste. An der Hansastraße in Overberge musste die Feuerwehr eingreifen, weil der Wurzelteller eines Baums, der auf einem Privatgrundstück umgefallen war, auch einen Teil der Fahrbahn mitriss. Dabei wurde auch eine Überlandleitung beschädigt, die an der Straße entlang führt.

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Auch an einigen anderen Stellen in Bergkamen, unter anderem an der Landwehrstraße, musste die Feuerwehr Bäume beseitigen oder fällen, weil sie umzustürzen drohten. In drei Fällen beschädigten umstürzende Bäume geparkte Autos.

Der Sturm „Sabine“ tobt über Bergkamen – aber nicht so schlimm wie befürchtet

Die Feuerwehr musste noch in der Nacht einen Baum an der Landwehrstraße fällen und abtransportieren, den das Sturmtief entwurzelt hatte. © Stefan Milk

Feuerwehr abends und nachts in Bereitschaft

Trotzdem hatte der Bergkamener Feuerwehrchef mit Schlimmerem gerechnet. Die Feuerwehr war schon seit 19 Uhr am Sonntagabend in Bereitschaft. Das heißt: Die Feuerwehrleute wurden nicht erst von zu Hause zu Einsätzen gerufen, sondern hielten sich in den Gerätehäusern bereit. Anders als bei vorangegangenen heftigen Sturmtiefs kam es aber zu keiner Häufung von Einsätzen. „Sonst haben wir nach einer heftigen Sturmböe auch schon einmal fünf oder sechs Einsätze gleichzeitig gehabt“, sagte Kemke.

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Einsatzschwerpunkt nach Mitternacht

Am späten Abend hatte sich die Einsatzlage sogar fast beruhigt. Erst nach Mitternacht nahm der Wind noch einmal zu und die Feuerwehr musste noch mehrmals ausrücken. Gegen 4 Uhr hatte sich der Sturm so weit beruhigt, dass Kemke die Bereitschaft aufhob und die Feuerwehrleute nach Hause konnten.

Im Laufe des Vormittags kamen noch drei weitere Einsätze hinzu. „Manche Schäden werden erst bemerkt, wenn es hell wird“, sagte Kemke.

Der Sturm „Sabine“ tobt über Bergkamen – aber nicht so schlimm wie befürchtet

An der Werner Straße in Bergkamen-Mitte fällte die Feuerwehr einen Baum, der auf einen Parkplatz zu stürzen drohte. © Stefan Milk

Heckenbrand am Sonntagnachmittag in Oberaden

Einen Einsatz hatte die Feuerwehr am Sonntagnachmittag unmittelbar als der Sturm einsetzte, der aber mit Sabine nichts zu tun hatte: An der Lünener Straße in Oberaden brannte eine Hecke.

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Auch an den Schulen war die Lage undramatisch. Die Stadt als Schulträger hatte schon am Samstag bekannt gegeben, dass der Unterricht an allen Schulen am Montag ausfällt. Fast alle Schüler blieben zu Hause. An den weiterführenden Schulen kamen keine Schüler – außer an der Gesamtschule. Einige Eltern hätten den Unterrichtsausfall wohl nicht mitbekommen, sagte der kommissarische Schulleiter Dirk Rentmeister. Sie kamen alle aus dem näheren Umfeld der Schule und konnten gleich wieder nach Hause gehen.

33 Grundschüler werden in der OGS betreut

An den sechs Bergkamener Grundschulen, die eine OGS haben, kamen insgesamt 33 Schüler, die betreut wurden. An der Jahnschule in Oberaden hatten die fünf Schüler, die gekommen waren, beispielsweise erst eine Sportstunde, waren dann eine Stunde im Computerraum und wurden dann in der OGS betreut. Die meisten Schüler kamen an der Overberger Grundschule. Nach Angaben von Schulleiterin Melanie Ludwig waren es neun. Die Lehrer, die vollzählig kommen mussten, beschäftigten sich unterdessen mit Arbeiten, die sonst schon einmal liegen bleiben: Akten abheften, Sammlungen sortieren und Protokolle schreiben, wie Rentmeister sagte.

Dem Baubetriebshof bereitet „Sabine“ auf jeden Fall noch einige arbeitsreiche Tage: Er muss aufräumen und zum Beispiel die vielen kleinen abgerissenen Äste von Straßenbäumen beseitigen.

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