Der Schwarzfahrer landet schließlich im Gefängnis

dzGericht

Gericht verurteilt Bergkamener, der notorisch ohne Fahrkarte unterwegs ist.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 14.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Gefängnisaufenthalt wegen unzähliger Schwarzfahrten stand bereits bevor und doch betätigte sich ein 56-jähriger Bergkamener erneut als blinder Passagier. Im Amtsgericht Kamen stieß er nun auf Fassungslosigkeit. Zudem muss der Mann nun noch länger in Haft als nach seinen vorgegangenen Verurteilungen.

Zahllose Vorstrafen

Seit Jahren beschäftigt der Bergkamener die Gerichte der Umgebung. In seinem Strafregister befinden sich etliche Eintragungen – unter anderem wegen Betrugs, Diebstahls, Straßenverkehrsdelikten und eben wegen Erschleichens von Leistungen. Letzteres, seine Schwarzfahrten, waren schließlich auch der Grund dafür, dass er bei einem früheren Prozess zu 14 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt wurde. Doch bevor er diese Strafe antrat, schlug er noch zwei Mal zu. Am 18. Juni fuhr er ohne Ticket von Lünen nach Dülmen und am nächsten Tag retour. In beiden Fällen geriet er in Kontrollen.

Vor dem Amtsgericht Kamen gab der 56-Jährige am Dienstag zunächst an, sich gar nicht genau an die beiden Fahrten erinnern zu können. Ausschließen wollte er das Ganze aber auch nicht. Erst deutlich später konnte er sich zu einem Geständnis durchringen. Ihm wurde auch noch eine weitere Schwarzfahrt vorgeworfen. Die wollte er allerdings nur notgedrungen angetreten haben, weil der Fahrkartenautomat defekt war. Das Verfahren zu diesem Punkt stellte das Gericht angesichts der zu erwartenden Strafe allerdings ein.Und diefiel angesichts der einschlägigen Vergangenheit und des tatsächlich rasanten Rückfalltempos deutlich aus: zusätzliche vier Monate Haft ohne Bewährung.

Geldstrafe wäre zu milde

In der Urteilsbegründung gab der Richter offen zu, sich bei den Taten mit der Verhängung einer Freiheitsstrafe schwer getan zu haben. Denn, der Angeklagte sei kein Mörder und auch kein Totschläger. Aber irgendwann seien Geldstrafen nicht mehr möglich, zumal der Bergkamener ja bereits Haft wegen Schwarzfahrten verbüße. Dem entsprechend stehe die Aussetzung zur Bewährung auch nicht zur Diskussion. Denn dafür gebe es keine Argumente. Ganz aufgeben wollte der Richter die Hoffnung allerdings auch nicht. Deshalb formulierte er seine Abschiedsworte mit Bedacht: „Vielleicht sehen wir uns ja nicht wieder hier.“

Der Verurteilte signalisierte zumindest Einsicht. Er akzeptierte seine Strafe sofort und verzichtete auf Rechtsmittel.

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