Der Pfarrer singt Pop-Songs in der Kirche

dzPopandacht der Martin-Luther-Gemeinde

Pfarrer Reinhard Chudaska kann mit Rock- und Pop-Musik mindestens so viel anfangen wie mit Kirchenmusik. Dass allein ist aber nicht der Grund dafür, dass er eine Popandacht feiert.

Rünthe

, 16.10.2018, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

enn Chudaska am Sonntag seine Gitarre mit in die Christuskirche in Rünthe bringt und Songs aus den 70er und 80er Jahren singt, dann geht es ihm nicht nur um die Musik: „Viele Leute hören solche Lieder gerne im Radio“, sagt Chudaska. „Wenn man sie dann auf die Bedeutung der Texte verweist, sind sie oft erstaunt.“

Die Pop-Andacht am Sonntag hat Chudaska unter das Motto „Vorsicht – zerbrechlich“ gestellt. Und will damit auf die Vergänglichkeit des Lebens, aber auch auf die Verletzlichkeit des Menschen hinweisen. Dazu hat er drei passende Stücke ausgewählt: „Fragile“ von Sting, „Handle with Care“ von den „Traveling Wilburys“, zu denen sich Ende der 80er Jahre George Harrison, Jeff Lyne, Roy Orbinson, Tom Petty und Bob Dylan zusammenschlossen, sowie „Dust in the Wind“ von „Kansas“.

Chudaska setzt natürlich nicht voraus, dass alle Kirchgänger die Texte kennen, deshalb will er sie an die Wand projizieren. „Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht“, sagt der Pfarrer. Aber die Andacht soll eben auch keine reine Musikveranstaltung werden: „Es besteht ausdrücklich die Einladung, sich weiterführende Gedanken zu machen.“

Es kommt auch auf die Texte an

Die Worte, die seiner Songauswahl zugrund liegen, geben das Zeug dafür her, ist sich Chudaska sicher. Er legt deshalb auch Wert darauf, dass er die Pop-Andacht nicht allein deshalb ins Leben gerufen hat, um eher kirchenferne Musikfreunde anzulocken. Vielmehr ist es dem Pfarrer ein Anliegen, auch die populäre Musik auf religiöse und geistliche Inhalte abzuklopfen. Das hat Chudaska zum ersten Mal bei einer Pop-Andacht im September getan. Damals sang er in der Martin-Luther-Kirche deutschsprachige Popsongs etwa von den „Puhdys“ und Peter Maffay zum Thema „Alles hat seine Saison“. Die Resonanz auf das neue Angebot sei sicherlich noch ausbaufähig, meint Chudaska. Aber vielleicht muss sich ja noch herumsprechen, dass in der Kirche auch Pop-Musik erklingt.

Chudaska nutzt damit die Freiheiten bei der Gottesdienstgestaltung, die die Martin-Luther-Gemeinde hat, nachdem seit Ende vergangenen Jahres die dritte Pfarrstelle mit Pfarrerin Sophie Ihne besetzt ist. „Wir bieten inzwischen wieder an jedem Sonntag Gottesdienste an jedem unserer beiden Gottesdienstorte an“, sagt Chudaska. „Und wir haben uns darauf verständigt, zwei Mal pro Monat eine Abendveranstaltung anzubieten“, sagt Chudaska. Die spielt sich in der Regel am zweiten Sonntag eines Monats in der Luther-Kirche und am dritten Sonntag in der Christus-Kirche ab. Dabei probiert die Gemeinde ganz unterschiedliche Gottesdienstformen aus Wobei Chudaska sich bereits festgelegt hat: „Wenn ich an der Reihe bin, gestalte ich eine Popandacht.“

Wobei der Pfarrer die Beschäftigung mit der Popmusik auch noch auf andere Art und Weise pflegen will. Für Freitag, 16. November, plante er ab 19 Uhr einen Musikabend in der Luther-Kirche, in dessen Mittelpunkt George Harris steht. Der 2001 verstorbene Musiker und Komponist, dessen Wirken sich nicht alleine auf seine Zeit als Gitarrist der „Beatles“ reduzieren lässt, wäre in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden.

Pfarrer Reinhard Chudaska feiert seine Pop-Andacht am Sonntag, 21. Oktober, in der Christuskirche an der Rünther Straße in Rünthe. Die Andacht beginnt um 18 Uhr und steht unter dem Motto „Vorsicht - zerbrechlich“.
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