Der Öl-Alarm in der Marina Rünthe ist kein Einzelfall

dzDatteln-Hamm-Kanal

Die Ölspur, die am Sonntag im Wasser der Marina entdeckt worden ist, war nicht der erste Vorfall dieser Art. Wenige Tage zuvor hatte ein Bootsführer Alarm geschlagen.

Bergkamen Rünthe

, 21.01.2020, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bootsführer Heinz-W. Hensler war nicht wirklich überrascht, als er von dem Öl-Einsatz der Feuerwehr am Sonntag in der Marina hörte. Vier Tage vorher hatte er die Wasserschutz-Polizei in die Marina gerufen. Grund: Öl auf dem Wasser des Datteln-Hamm-Kanals.

Diese Ölspur hat Heinz W. Hensler am Mittwoch vergangener Woche auf dem Kanal entdeckt.

Diese Ölspur hat Heinz W. Hensler am Mittwoch vergangener Woche auf dem Kanal entdeckt. © Heinz-W. Hensler

Hensler lag am Mittwoch vergangener Woche mit seinem Boot am Nordufer des Kanals gegenüber der Marina, als er gegen 16.20 Uhr „eine nicht endende nach Diesel riechende Ölfahne“ beobachtete, die aus Richtung der Hafeneinfahrt neben dem Liegeplatz der „Santa Monica“ auf dem Wasser trieb. Die alarmierte Wasserschutzpolizei informierte auch die Untere Wasserbehörde des Kreises Unna.

Wasserbehörde entschied gegen eine Ölsperre

Deren Vertreterin habe allerdings an Ort und Stelle entschieden, nichts gegen das Öl zu unternehmen, sagte Birgit Kalle aus der Pressestelle des Kreises Unna: „Das ist auch immer eine Abwägungsfrage.“ Nach Angaben der Behörde habe es sich um eine relativ kleine Menge Öl gehandelt. Für eine Ölsperre hätte der Kanal gesperrt werden müssen, was gravierende Auswirkungen auf die Schifffahrt gehabt hätte: „Es handelt sich um eine Bundeswasserstraße, deren Funktion mit einer Autobahn zu vergleichen ist.“

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Hensler wundert sich nicht, dass die Behördenvertreter nicht mehr allzu viel Öl auf dem Wasser entdeckten. Als sie in der Marina eingetroffen seien, sie ein Großteil des Schadstoffes vom starken Wind in Richtung Hamm abgetrieben worden, sagte er. Er sprach von einer „erheblichen Menge.“

Feuerwehr legt Ölsperre im Hafenbecken

Am Sonntagnachmittag wurde wieder Öl auf dem Wasser entdeckt. Diesmal innerhalb des Hafenbeckens. In diesem Fall entschied die Wasserbehörde, dass die Feuerwehr eine Ölsperre setzen soll. Die allerdings behinderte den Schiffsverkehr auf dem Kanal nicht.

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Im Laufe des Montags nahm die Feuerwehr die Sperre wieder weg, weil sie das Öl mit Hilfe von Saugwürfeln aus dem Wasser entfernt hat.

Bootsfahrer Hensler bezweifelt, dass ein Zufall war, dass an fast aufeinanderfolgenden Tagen Öl auf dem Wasser schwamm. Diese Vermutung hegen offenbar auch die Wasserschützer aus dem Kreishaus. Da sie bisher aber keinen Verursacher ermitteln konnten, ließe sich ein Zusammenhang nicht belegen, meinte Kalle: „Auch auf einer Autobahn passieren schon mal kurz hintereinander Unfälle, ohne dass sie zusammenhängen.“ Nichtsdestotrotz sei auch der Hafenmeister informiert, sagte Kalle: „In den nächsten Tagen schauen in der Marina alle besonders genau hin.“

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