Der neue Sparkassen-Vorstand denkt gar nicht erst an eine Fusion

dzSparkasse Bergkamen-Bönen

Jörg Jandzinsky wird mit dem Jahreswechsel neuer Vorstand der Sparkasse Bergkamen-Bönen. Er hatte viel Zeit, sich auf die neuen Aufgaben vorzubereiten. Fusionsgespräche zählen wohl nicht dazu.

Bergkamen

, 10.12.2019, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jörg Jandzinsky ist sich offenbar sehr sicher, bei der Sparkasse Bergkamen-Bönen eine feste und dauerhafte Position zu haben. Immerhin hat der neue Vorstand bereits ein Haus in Bergkamen gekauft, das er im Frühjahr mit seiner Frau und den beiden zwei und vier Jahre alten Kindern beziehen will. In das Vorstandsbüro der Sparkassenzentrale am Rathaus rückt er bereits zu Beginn des neuen Jahres ein. Dann wird der bisherige Vorstand Tobias Laaß auch formell Nachfolger der Vorstandsvorsitzenden Beate Brumberg.

Zur Person

Jörg Jandzinsky

Jörg Jandzinsky ist 38 Jahre alt und wuchs in Dortmund-Kurl auf. Er startete bei der Sparkasse Dortmund ins Berufsleben. Er absolvierte ein berufsbegleitendes Studium und arbeitete danach sieben Jahre als Verbandsprüfer beim Sparkassenverband Westfalen-Lippe. Seit 2015 leitet er bei der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld die Abteilung Gesamtbanksteuerung. Für diesen Bereich wird er auch als Vorstand der Sparkasse Bergkamen-Bönen tätig sein, außerdem verantwortet er die Bereiche Stab/Marktfolge und Controlling.

Der neue Vorstand kennt die Führungskräfte schon

De facto führt er die Sparkasse bereits seit Ende April - damals gab Brumberg ihren Rückzug in den Ruhestand bekannt. Der neue Vorstand Jandzinsky hatte ein halbes Jahr Zeit, sich auf den neuen Job vorzubereiten: Der Verwaltungsrat der Sparkasse berief ihn bereits Ende Juni.

„Er hat auch schon die Führungskräfte und die meisten Mitarbeiter kennengelernt“, berichtete Laaß. Zudem habe Jandzinsky an Gesprächen über die Planung der künftigen Sparkassen-Strategie teilgenommen.

Sonderprüfung des Sparkassen-Verbands

Und offenbar sind die Perspektiven des Kreditinstitutes durchaus positiv. Meint jedenfalls der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Bürgermeister Roland Schäfer. Dabei beruft er sich auf eine Sonderprüfung des Sparkassenverbandes, die das Aufsichtsgremium anlässlich des Wechsels im Vorstand in Auftrag gegeben hatte.

Die Prüfer, so berichtete Schäfer, blickten auf Eigenkapital, Verschuldung und andere Parameter.

Der neue Sparkassen-Vorstand denkt gar nicht erst an eine Fusion

Die Sparkasse Bergkamen-Bönen will eigenständig bleiben. © Marcel Drawe

Und sie stellten der Sparkasse Bergkamen-Bönen ein gutes Zeugnis aus: Bis auf weiteres müssten sich Laaß und Jandzinsky keine Gedanken über ein Fusion machen, sagte Schäfer. Das sei keine Frage der Größe; „Wir sind keine große Sparkasse, aber wir sind gesund.“ Ob das auch noch in zehn Jahren gelte, sei eine andere Frage.

Keine Negativzinsen für Privatkunden

Aber mit Prognosen halten sich auch die beiden Vorstände zurück – was man angesichts der Entwicklung im Bank- und Finanzwesen in den vergangenen Jahren durchaus verstehen kann. Und von der Niedrig- beziehungsweise Nullzinspolitik ist natürlich auch die Sparkasse betroffen. Existenzielle Sorgen macht sich der neue Vorstand allerdings nicht.

Jetzt lesen

Gleichwohl müssen sich Laaß und Jandzinsky mit dem Reizthema Negativzinsen befassen. Allerdings nur für die Einlagen von Großanlegern, wie Laaß versicherte: „Negativzinsen für Privatkunden schließen wir beim heutigen Stand aus.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Verfahren um Elfjährigen
„Familienaktivist“ protestiert vorerst nicht im Bergkamener Rathaus – Verfahren läuft noch
Meistgelesen