Nach dem Starkregen am Mittwoch herrschen in Oberaden katastrophale Verhältnisse: Die Jahnstraße wird auf einer Länger von mindestens 100 Metern überschwemmt. © Stefan Milk
Ratssitzung

Der nächste Starkregen kommt bestimmt: Wie sich Bergkamen vorbereitet

Der Stadtrat hat sich mit dem Starkregen vom 14. Juli befasst und den Rettern und Helfern gedankt. Noch wichtiger ist aber die Frage, wie sich die Schäden beim nächsten Unwetter reduzieren lassen.

Der Beigeordnete Marc-Alexander ist sich sicher: Der Starkregen, der am 14. Juli große Teile von Oberaden unter Wasser setzte, wird nicht einmalig bleiben. Das nächste Ereignis dieser Art komme bestimmt, sagte Ulrich, der am Donnerstagabend im Stadtrat als Chef des Stadtbetriebes Entwässerung (SEB) eine Bilanz des Starkregens zog.

Wirklich verhindern ließen sich die Folgen so eines Extremwetterereignisses nicht, sagte Ulrich. Aber der SEB will zumindest gerüstet sein, wenn der nächsten Starkregen kommt. Deshalb überprüfe er derzeit den Hochwasserschutz seiner Pumpwerke. Die an der Nördlichen Lippestraße und am Gut Velmede waren vom Starkregen überspült worden, was einen Schaden von zusammen 50.000 Euro verursachte. Der SEB kontrolliert zudem die Gullis, durch die das Wasser von den Straßen abläuft.

Das Wasser soll aus den Siedlungen herausfließen

Wichtig sei es auch, meinte Ulrich, sich Gedanken über die Richtung zu machen, die das Wasser bei Starkregen nimmt. Sinnvoll sei es, es so zu lenken, dass es aus den Wohngebieten herausfließt.

Nach den Überschwemmungen folgt ein Stromausfall am Abend. Die Bürger suchen in der Römerbergsporthalle Zuflucht.
Nach den Überschwemmungen folgt ein Stromausfall am Abend. Die Bürger suchen in der Römerbergsporthalle Zuflucht. © Stefan Milk © Stefan Milk

Dann aber braucht es Platz. Den kann der SEB nicht alleine schaffen, der Lippeverband plane, seine Regenüberlaufbecken auszubauen. Zudem arbeitete die Stadt an einer Starkregengefahrenkarte, die Anfang des nächsten Jahres veröffentlicht werden soll. Allerdings seien auch die privaten Hausbesitzer aufgerufen, sich Gedanken über Hochwasserschutz zu machen, sagte Ulrich.

Aber der SEB-Chef betonte: Einen absoluten Schutz gegen solche Unwetter gebe es nicht. Und deshalb sind auch weiter die Retter und Helfer gefragt. Die, so berichtete Bergkamens Feuerwehrchef Dirk Kemke, seien fast an ihre Grenzen gestoßen. 340 Einsätze fuhr die Feuerwehr insgesamt. Und zwar nicht nur am 14. Juli, einem Mittwoch, und der folgenden Nacht, sondern auch an den nächsten Tagen. Erst am Samstagmittag war das letzte Wasser am Gut Velmede abgepumpt. Das sei nur zu schaffen gewesen, weil Unterstützung von Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz und Feuerwehren aus anderen Nachbarstädten gekommen sei, sagte Kemke. Die Zusammenarbeit habe hervorragend funktioniert.

Das größte Problem der Feuerwehr sei allerdings ein hoher Personalbedarf über einen langen Zeitraum gewesen. Obwohl die Bergkamener Feuerwehr gut aufgestellt sei, benötige sie für solche Einsätze mehr Leute, meinte Kemke. Und das sei wohl nicht nur in Bergkamen so: „Das Thema Personal und Katastrophenschutz wird uns wohl noch länger beschäftigten.“

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne

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