Der Ausbau der A1 auf sechs Spuren geht den nächsten Schritt. Bald liegen die Pläne öffentlich aus. Der Projektleiter will aber lieber keine Prognose abgeben, wann der Bau beginnt.

Bergkamen

, 09.09.2019, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn der Ausbau der A1 von vier auf sechs Fahrspuren im Bereich Bergkamen beginnt, müssen sich Autofahrer gut überlegen, welchen Weg sie noch in Richtung Hamm nehmen können. Der Landesbetrieb Straßen.NRW plant, alle Brücken im gesamten, 10,4 Meter langen Streckenabschnitt zwischen dem Kamener Kreuz und der Auffahrt Hamm-Bockum/Werne abzureißen und breiter neu zu bauen. Das gilt für alle Über- und Unterführungen, die die A1 kreuzen und für alle Brücken im Verlauf der Autobahn selbst.

Der nächste Schritt für den Ausbau der Autobahn A1

Auch die Brücke an der Autobahnauffahrt Hamm/Bergkamen soll abgerissen und neu gebaut werden Im Hintergrund ist die Kanalbrücke zu sehen, die für die breitere Autobahn zu schmal ist. © Marcel Drawe

Brückenabriss wird so abgestimmt, dass Verbindungen bleiben

Die einzigen Ausnahmen sind eine Unterführung in Werne, die unverändert bleibt, und die Unterführung an der Urnenfeldstraße zwischen Rünthe und Sandbochum, die nur verbreitert werden muss. Autofahrer müssen sich jedoch keine Sorgen machen, dass alle Wege nach Osten gleichzeitig gekappt sind. „Wir werden die Baumaßnahmen so abstimmen, dass nicht alle Brücken gleichzeitig betroffen sind“, versichert Roland Krumm vom Landesbetrieb Straßen.NRW in Coesfeld. Krumm ist Projektleiter für den gesamten Ausbau der A1 auf sechs Fahrspuren vom Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück bis zum Kamener Kreuz.

Der Abriss und Neubau soll in zwei Gruppen erfolgen, sodass immer Verbindungen offen bleiben, auch wenn Autofahrer Umwege in Kauf nehmen müssen.

Der nächste Schritt für den Ausbau der Autobahn A1

Auch die Brücke Landwehrstraße muss abgerissen und neu gebaut werden. Es ist deutlich zu sehen, dass sie für die breitere Autobahn zu kurz ist. © Marcel Drawe

Öffentliche Auslegung der Pläne

Bis es so weit ist, wird aber noch einige Zeit vergehen. Die Planung für den A1-Ausbau soll ab der kommenden Woche aber zumindest den nächsten Schritt machen: Der Landesbetrieb will seine Pläne in allen betroffenen Kommunen öffentlich auslegen. Bürger können sie einsehen und ihre Bedenken geltend machen.

Der nächste Schritt für den Ausbau der Autobahn A1

Der Bau der neuen Kanalbrücke ist eines der größten Probleme, denn der Verkehr muss weiter über die Autobahn fließen. © Marcel Drawe

Lippe- und Kanalbrücke sind die größten Projekte

Die beiden größten Neubau-Projekte sind die Brücken über die Lippe und den Datteln-Hamm-Kanal an der Bergkamener Stadtgrenze im Norden. Der Landesbetrieb muss dort die logistische Leistung vollbringen, dass beide Brücken zumindest mit Einschränkungen während der Bauzeit passierbar sind. „Das erfordert entsprechend viel Zeit“, sagt der Projektleiter.

Der nächste Schritt für den Ausbau der Autobahn A1

Der Rastplatz Haus Reck soll deutlich größer werden, damit dort mehr Lkw halten können. Er soll Platz für 34 Pkw und 42 Lkw geben. © Marcel Drawe

Mehr Platz auf dem Rastplatz „Haus Reck“

Im Zuge des Autobahnausbaus soll auch der Lärmschutz verbessert und Rastplätze aus- und umgebaut werden. Vom Umbau der Rastplätze sind im Bereich Bergkamen sind die Anlagen „Haus Reck“ und „Overberger Busch“ betroffen. Der Rastplatz Haus Reck soll erheblich vergrößert werden, damit dort mehr Lkw Platz finden, damit die Fahrer ihre Ruhepausen machen können. Nach dem Ausbau soll es dort 32 Stellplätze für Pkw und 42 für Lkw geben. Der Rastplatz soll deshalb auch einen zusätzlichen Lärmschutz bekommen.

Der nächste Schritt für den Ausbau der Autobahn A1

Der Rastplatz Overberger Buch soll komplett verschwinden. Er befindet sich zu nahe am Kamener Kreuz, deshalb ist die Verkehrsführung schwierig. © Marcel Drawe

Rastplatz „Overberger Busch“ verschwindet ganz

Der Rastplatz Overberger Busch auf der Bergkamener Seite der Autobahn soll dagegen ganz verschwinden. „Er liegt zu nahe am Kamener Kreuz“, begründet Krumm den Rückbau. Es gebe dort Problem mit der Verkehrsführung. Die Fläche soll komplett renaturiert werden.

Zusätzlicher Lärmschutz an Wohnbereichen ist in Bergkamen nur in Rünthe vorgesehen. Dort soll es einen Lärmschutzwall mit einer Lärmschutzwand geben. Außerdem soll die Autobahn auf der gesamten Ausbaustrecke sogenannten „Flüsterasphalt“ bekommen.

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Projektleiter will sich noch nicht auf Zeitplan festlegen

Krumm will sich lieber nicht festlegen, wann der Ausbau beginnt. Dazu könne er erst eine Einschätzung geben, wenn feststeht, welche und wie viele Einwendungen es gibt und wie der anschließende Erörterungstermin verläuft. Wenn es keine Einigung mit Anliegern gibt, könnten die anschließenden Prozesse vor den Gerichten gelegentlich auch einige Jahre dauern. Krumm hat schon sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht: „Wir hatten Ausbauabschnitte schon mit 50, aber auch mit 800 Einwendungen.“

Pläne für den Ausbau

Auslegung im Bergkamener Rathaus

Die Pläne für den Ausbau der A1 werden von Montag, 16. September, bis einschließlich Dienstag, 15. Oktober, in den Rathäusern der betroffenen Kommunen ausgelegt. Im Bergkamener Rathaus können Bürger jeweils Montag, Mittwoch und Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Mittwoch 8 bis 14.30 Uhr und am Freitag 8 bis 12 Uhr Einsicht in die Planung nehmen. Einwendungen können bis einschließlich Freitag, 15. November, geltende gemacht werden - entweder bei der Bezirksregierung Arnsberg, Seibertzstraße 1, 59821 unter Angabe des Aktenzeichens 25.04.-1.11-04/19 oder in den Rathäusern. Weitere Informationen gibt es im Amtsblatt 15/2019 der Stadt Bergkamen.
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