In diesem Jahr haben die Veranstalter des Lichtermarktes ausgesprochenes Pech mit dem Wetter. Aber die Akteure der Hauptattraktion in luftiger Höhe trotzen dem Dauerregen, so gut es geht.

Bergkamen

, 26.10.2018, 22:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um kurz vor 18.30 Uhr am Freitagabend beginnen Sicherheitskräfte damit, einen Teil des Stadtmarktes zu räumen. Nein, beim Lichtermarkt ist nichts Unerwartetes passiert, das Aufspannen der rot-weißen Flatterbänder gehört zum Programm. Dessen Hauptattraktion spielt sich auf Drahtseilen etwa 30 Meter über den Köpfen der Lichtermarkt-Besucher ab. Dort präsentieren die Motorrad-Artisten der Gebrüder Weisheit aus Gotha ihre Show. „Der Sicherheitsbereich unter den Seilen muss unbedingt freibleiben“, teilt eine Stimme aus dem Lautsprecher mit.

Motorradshow auf dem Drahtseil

Zunächst aber fungieren die Motorräder erst einmal nur als Transportmittel. Sie bringen Alexander Weisheit zum Marktdach, wo er auf einem Stahlturm in 40 Meter Höhe absteigt und die 22 Meter hohe freischwingende Stahlspitze der Konstruktion erklimmt. Dort absolviert er in über 60 Meter Höhe allerhand akrobatische Übungen. Zum Abschluss spielt er auch noch ein Solo auf der Trompete. „Das ist der Hammer“, sagt eine sichtlich beeindruckte Marktbesucherin.

Und es ist eigentlich nur der Anfang der „Highlight-Show über allen Köpfen“ der Thüringer, deren Tross bereits am Mittwoch ihr Quartier auf dem Treffpunkt-Parkplatz aufgeschlagen hat. Doch die Fortsetzung steht auf der Kippe. Den schon während Alexander Weisheits Trompeten-Töne über den Stadtmarkt schallen, hat der Regen eingesetzt. „Das ist nur ein unbedeutender Schauer“, meint ein Mann, der seinen Regenschirm im Auto gelassen hat. Sein Optimismus findet keine Erfüllung. Der Niederschlag wird stärker, die Temperaturen sind im einstelligen Bereich.

Die Geschwister Weisheit überlegen, ob sie sich bei dieser Witterung überhaupt auf das Drahtseil trauen können. „Das sind schon katastrophale Bedingungen“, sagt André Weisheit, nachdem sie schließlich ihr Programm doch präsentiert haben – allerdings in deutlich verkürzten Fassung.

Vokalensemble in der Kirche

Keine Probleme mit dem Wetter hat das Vokal-Ensemble „Onair“ aus Berlin. Es absolviert seine vier Lichtermarkt-Aufritte in der Elisabeth-Kirche. Die Veranstalter rechnen mit einem großen Andrang und haben den Kirchenvorplatz mit Absperrgittern eingezäunt, um ihn besser zu kanalisieren. Bei der ersten Vorstellung finden aber fast alle Interessierten einen Platz in der Kirche, die durch die Scheinwerfer am Altar in ein mystisch wirkendes Licht getaucht ist. Die Sängerinnen und Sänger präsentieren ein Programm mit durchaus ungewöhnlich arrangierten Pop-Klassikern von Bands wie Queen, Coldplay und Depeche Mode. Die vokalistischen Fähigkeiten korrespondieren dabei mit der raffinierten Licht-Show.

Eine solche gibt es auch im Zechenwald zu sehen. Dafür zeichnet Jörg Rost verantwortlich, der zum vierten Mal beim Bergkamener Lichtermarkt dabei ist. Diesmal hat er rund 300 Scheinwerfer installiert, die den Wald in ein Licht- und Farbspektakel verwandeln.

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Bergkamener Lichtermarkt

26.10.2018
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© Stefan Milk
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Lichtspektakel im Zechenwald

Rost, der vom Straßentheater kommt, will mit seiner Inszenierung auch musikalische und dramaturgischen Punkte setzten. An etlichen Punkten stehen Künstler wie Hagen Keller, der zu den Cello-Klängen von Nico Schreiber leuchtende Bälle jongliert, das Gesangs-Trio „Schönes bleibt“ oder der Live-Maler Marc Westermann. Angesichts des Wetters können sie ihre Künste bei weitem nicht so intensiv zeigen wie geplant. Und es wirkt sich auch auf die Besucherzahlen aus: Das Gedränge auf dem Stadtmarkt im Zechenwald ist lange nicht so groß wie in früheren Jahren.

Immerhin, im Laufe des Abends lässt der Regen dann doch ein wenig nach. Veranstalter, Akteure und wetterfeste Besucher machen das Beste aus der Sache. So wie André Weisheit: „Bei solchen Bedingungen muss man von Auftritt zu Auftritt denken.“

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