Der lange Weg zum Unterricht mit dem Tablet

Digitalisierung der Schulen

Auf den ersten Blick dürfte die Digitalisierung an den Schulen kein Problem darstellen. Bund und Land stellen gerade viel Geld zur Verfügung. Der Weg zum schnellen Internet ist aber mühsam.

Bergkamen

, 27.03.2019, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Digitalisierung bietet den Schulen neue Unterrichtsmöglichkeiten. Das funktioniert aber nur bei einer entsprechenden Ausstattung und einer guten Internet-Verbindung.

Die Digitalisierung bietet den Schulen neue Unterrichtsmöglichkeiten. Das funktioniert aber nur bei einer entsprechenden Ausstattung und einer guten Internet-Verbindung. © picture alliance / dpa

Die Digitalisierung ist eine Frage des Standortes. Davon können die Schüler und Lehrer der Realschule Oberaden ein Lied singen. Die Schule verfügt zwar über Tablets für den Unterricht, kann sie aber nicht nutzen: In den Klassenräumen gibt es kein stabiles WLAN. „Wir haben uns eineinhalb Jahre um eine technische Lösung bemüht“, sagt Schuldezernentin Christine Busch. „Vergeblich.“ Dabei ist es der Stadt durchaus gelungen, einen Teil ihrer Schulräume mit mobilen Internet per Richtfunk vom Rathaus zu versorgen.

Richtig eingesetzt kann ein Tablet im Unterricht sehr hilfreich sein.

Richtig eingesetzt kann ein Tablet im Unterricht sehr hilfreich sein. © picture alliance / Carmen Jasper


Richtfunk für Gymnasium und VHS

Auf diese Weise gibt es zum Beispiel in den Räumen der VHS im Treffpunkt, im Städtischen Gymnasium und an der Freiherr-vom-Stein-Realschule ein drahtloses Netzwerk. Für die Realschule am Pantenweg scheitert diese Möglichkeit an der Topografie. Man bräuchte eine weitere Antenne, die auf einem der Hochhäuser in der Nähe der Schule installiert werden müsste, sagt Busch. Bei den infrage kommenden Gebäuden hätten die privaten Besitzer das allerdings abgelehnt. Theoretisch ist Besserung in Sicht. Denn die Stadt bekommt zusammen mit Kamen und Bönen Fördermittel in Millionenhöhe, um ein Glasfasernetz zu bauen, das die bisher vernachlässigten Gebiete mit schnellem Internet versorgen soll.

Schnelles Netz kommt nicht vor 2021

Dafür hat die Stadt den Eigenbetrieb Breitband Bergkamen gegründet, der das Netz baut und dann an das regionale Telekommunikationsunternehmen Helinet verpacht. Bis aber tatsächlich Daten durch die Glasfaserkabel fließen, dauerte es noch mindestens bis 2021: „Wenn es gut läuft“, meint Wirtschaftsförderer Walter Kärger, der sich deshalb mit Prognosen lieber zurück hält.

Doch auch, wenn das Netz in der Erde liegt, müssen die Schulen noch angeschlossen werden. Auch das kostet Geld, das der Schulträger, die Stadt, bezahlen muss. Immerhin gibt es in diesem Fall auch Fördermittel, die sowohl vom Land aus als auch vom Bunde kommen.

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Fördermittel aus zwei Quellen

Busch ist einerseits optimistisch, dass die Stadt davon profitieren kann. Andererseits mache es die Sache auch nicht unbedingt einfacher, dass zwei unterschiedliche Institutionen als Fördergeber bereit stehen, die ihre Zahlungen auch an unterschiedliche Kriterien knüpfen. Und solche Anträge sind meist mit ziemlicher Bürokratie verbunden. Um das zu belegen nennt Busch ein Beispiel: „Wenn künftig Internet-Telefonie möglich ist, müssen wir für den Antrag die Kosten herausrechnen, die bisher durch die Telefon-Gebühren entstehen.“

An der Gesamtschule gibt es eine Forscherklasse, die in allen Fächern Tablets einsetzt. Aber auf dem Friedrichsberg gibt es auch eine gute Internet-Verbindung.

An der Gesamtschule gibt es eine Forscherklasse, die in allen Fächern Tablets einsetzt. Aber auf dem Friedrichsberg gibt es auch eine gute Internet-Verbindung. © Borys Sarad


Ingenieur-Büro stellt Prioritätenliste auf

Zudem sind die Fördermittel nur dazu gedacht, die Breitbandkabel bis zum Schulgrundstück zu verlegen. Wie das schnelle Internet dann in die Klassenzimmer kommt, welche Leitungen und Anschlüsse dafür notwendig sind, ist dann wieder eine Angelegenheit des Schulträgers. Und der ist in dieser Hinsicht bereits aktiv geworden, berichtet Busch. Die Stadt hat ein Ingenieurbüro beauftragt, das

prüfen sol,l welche technischen Voraussetzungen die einzelnen Schulen für das schnelle Internet benötigten und welchen Bedarf sie haben. „Ziel ist es, eine Prioritätenliste aufzustellen“, sagt die Dezernentin. Und man muss wohl kein Digitalisierungsexperte sein, um die Prognose zu stellen, dass die Realschule Oberaden auf der Liste ziemlich weit oben stehen wird.

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