„Rettet den Kiwitt-Park“ hatten die Anwohner gefordert. Er soll erhalten bleiben. SPD und Grüne wollen das Bebauungsplanverfahren stoppen. © Marcel Drawe

Der „Kiwitt-Park“ in Bergkamen soll auf jeden Fall eine Grünfläche bleiben

Die von den Anwohnern „Kiwitt-Park“ getaufte Grünfläche am Kiwitt soll grün bleiben. SPD und Grüne wollen das Bebauungsplanverfahren stoppen. Sie haben sogar Ideen für die Aufwertung der Fläche.

Die Zusammenarbeit von SPD und Grünen im Bergkamener Stadtrat macht sich bemerkbar: Die beiden Ratsfraktionen wollen, dass die von den Anwohnern „Kiwitt-Park“ getaufte Grünfläche am Kiwitt auf keinen Fall bebaut wird. Die Stadt soll das Bebauungsplanverfahren stoppen. Die beiden Fraktionen wollen für die Ratssitzung am 6. Mai einen entsprechenden Antrag stellen, der im Ausschuss für Bauen und Verkehr am 4. Mai vorberaten werden soll.

Die Begründung der beiden Fraktionen: Das Mehr-Generationen-Wohnprojekt, das die UKBS dort geplant hatte, soll nicht mehr an dieser Stelle entstehen. In der Tat hatte sich die UKBS nach Anwohnerprotesten von den Plänen verabschiedet. Mittlerweile hat sie eine etwa 15.000 Quadratmeter große Fläche auf der ehemaligen Zeche Grimberg 3/4 gekauft.

Fraktionen halten Verfahren nicht mehr für notwendig

Aus diesem Grund sei das Bebauungsplanverfahren nicht mehr notwendig, sagten der SPD-Fraktionsvorsitzende Rüdiger Weiß und sein Amtskollege Thomas Grziwotz (Grüne). Außerdem habe die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig wohnungsnahes Grün sei. Der alte Stadtrat mit noch absoluter SPD-Mehrheit hatte beschlossen, das Verfahren „ergebnisoffen“ zu gestalten. Ergebnis hätte auch sein können, dass die Grünfläche bleibt.

Die Grünfläche soll wieder einen Spielplatz mit Geräten bekommen. Außerdem machen die Fraktionen Vorschläge, ihn weiter aufzuwerten und für die Schillerschule zu nutzen. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Die erste Konsequenz des Beschlusses, den SPD und Grüne mit ihrer Mehrheit im Rat durchsetzen können: Der Spielplatz auf der Fläche soll wieder mit Spielgeräten ausgestattet werden. Die alten hatte die Stadt abgebaut, weil sie marode waren und wegen der geplanten Bebauung keine neuen aufgestellt. „Wir wollen, dass das noch in diesem Sommer umgesetzt wird“, sagte Weiß.

Schillerschule soll den Park ebenfalls nutzen

Die Fläche soll weiter aufgewertet und besser ausgestattet werden. Denkbar seien ein Lehrgarten und ein Natur-Erlebnisbereich für die Schillerschule, die sich gegenüber der Grünfläche an der Bambergstraße befindet.

Trotz dieses Beschlusses wollten beide Fraktionen nicht völlig ausschließen, dass kleinere Grünflächen umgewandelt werden könnten. In Schönhausen war vor einigen Jahren eine Grünfläche bebaut worden, weil die Stadt sie als Tauschland für Flächen im Logistikpark A2 benötigte.

Immerhin gaben beide eine Bestandsgarantie für die Bergkamener Kleingartenanlagen ab. Bis auf eine sind alle städtisches Eigentum. Nur die Fläche der Anlage „Krähenwinkel“ ist noch Privatbesitz.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann

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