Der Kirchenchor Rünthe singt erst Schuberts „Deutsche Messe“ und dann Schlager und Pop

dzSommerkonzert

Dass der Evangelische Kirchenchor Rünthe bei seinem Sommerkonzert Sakralmusik singt, liegt auf der Hand. Aber die Sängerinnen und Sänger beherrschen auch die populäre Genres.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 01.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein gelungenes Kontrastprogramm zu den sommerlichen Temperaturen draußen präsentierte am Sonntagnachmittag der Evangelische Kirchenchor Rünthe bei seinem traditionellen Sommerkonzert in der Christuskirche. Dieses Mal lautete das Thema „Sehnsucht“ und so passte es dann auch ganz gut, dass das Konzert gleich mit der „Suite aus der Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel begann. Dabei konnte der Chor erst einmal entspannt sitzenbleiben, denn das „Intro“ wurde von Rainer Kamp in den vier Sätzen Ouvertüre, Air, Bourrée und Hornpipe auf der Orgel dargebracht.

Der Kirchenchor Rünthe singt erst Schuberts „Deutsche Messe“ und dann Schlager und Pop

Rainer Kamp begleitete den Chor auf der Orgel. © Marcel Drawe


Auszüge aus der „Deutschen Messe“

Einige der folgenden Stücke stammten aus der „Deutschen Messe“ von Franz Schubert, bei der Rainer Kamp ebenfalls den Eingangssatz auf der Orgel intonierte. Spätestens bei den Gesängen aus Taizé von Jacques Berthier kam dann der Kirchenchor mit seinen kräftigen Stimmen zum Einsatz. Wie sich später zeigen sollte, hatte die neue Chorleiterin Anna Schmidt auch für angenehm frischen Wind in den Liedern gesorgt.

Der Kirchenchor Rünthe singt erst Schuberts „Deutsche Messe“ und dann Schlager und Pop

Katja Böhm spielte auf der Blockflöte. © Marcel Drawe


Gänsehautmomente beim „Sanctus“

Lieder wie „Meine Hoffnung und meine Freude“, „Laudate omnes gentes“ und „Nada te turbe“ waren an diesem Sommertag genau das Richtig zum „Runterkommen“. Gänsehautmomente gab es beim „Sanctus“ aus der Deutschen Messe. Instrumentale „i-Tüpfelchen“ setzte Katja Böhm auf der Blockflöte. Noch einmal kräftig in die Tasten greifen konnte dann zum Abschluss des ersten Teils Rainer Kamp bei den Sätzen Hornpipe, Minuet und Aria, die ebenfalls aus der „Wassermusik- Suite“ stammen.

Der Chor kann auch Volksmusik, Schlager und Pop

Waren es im ersten Teil des Konzerts noch die klassischen Chorstücke, so zeigten die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores, dass sie auch Volksmusik, Schlager und auch Pop-Musik können. Mit dem Lied „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ ging es nämlich in die weite Welt. Spätestens bei den Liedern „Ein Schiff wird kommen“ und „Seemann, deine Heimat ist das Meer“, kam dann echte Sehnsucht auf.

Abkühlung aus dem „Kühlen Grunde“

Noch einmal Abkühlung gab es in dem „Kühlen Grunde“ von Friedrich Glück, Besinnliches gab es bei „Irgendwas bleibt“ von Silbermond. Julius Spindler bereicherte die Pop-Songs gekonnt auf dem Cajon mit dem richtigen Rhythmus. Keine Frage, dass der Chor erst nach einer Zugabe sein vielseitiges Konzert beenden durfte. Einzig enttäuschend war das bescheidene Publikumsinteresse, denn es hätten noch weitaus mehr Zuhörer in die Kirche gepasst.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Ferienprojekt „Szenentreff“

Ein Musikvideo mit Bergkamener Jugendlichen ist noch in der Mache