Der Kampf gegen den wilden Müll ist oft vergebens

dzAbfall auf öffentlichen Flächen

Peter Furche ärgert sich oft über den wilden Müll an allen möglichen Stellen in Bergkamen. Die Stadt ist nach eigenen Angaben keineswegs untätig – der Kampf ist aber oft vergebens.

Bergkamen

, 15.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Fast immer wenn Peter Furche mit dem Fahrrad durch seine Heimatstadt fährt, regt er sich über den wilden Müll auf. Der liegt nach seinen Erfahrungen fast überall in Bergkamen: In Grünflächen und an leer stehenden Immobilien und bei gutem Wetter vor allem am Kanal – wenn Besucher dort nach dem Grillen Einwegbesteck und -geschirr, Flaschen, Dosen, Verpackungsmaterial und manchmal sogar den Einmal-Grill zurücklassen. Was den 80-jährigen Bergkamener besonders ärgert: Der Müll liege auch im weiteren Umfeld des Rathauses. Manchmal beobachte er Mitarbeiter des Ordnungsamtes dabei, dass sie in der Nähe des wilden Mülls und überquellender Papierkörbe Knöllchen schreiben. „Dann habe ich gedacht: Die werden den Müll schon weitermelden“, sagt Furche. Nach seinen Angaben aber vergebens. „Nach ein paar Tagen lag der da immer noch und die Papierkörbe waren immer noch voll.“

Reinigungskolonne beim Baubetriebshof

Ein Vorwurf, den der städtische Beigeordnete Marc Alexander Ulrich, der zurzeit die für Ordnungsangelegenheiten zuständige Dezernentin Christine Busch vertritt, allerdings zurückweist. Die städtischen Mitarbeiter seien angewiesen, wilden Müll zu melden. Auch die Hausmeister der öffentlichen Gebäude seien informiert, auf Verschmutzungen zu achten, sagte Ulrich. Die städtischen Mitarbeiter könnten zwar oft nicht sofort selbst tätig werden. In der Regel soll aber ein Trupp vom Baubetriebshof den Müll beseitigen. „Wir haben eigens Kolonnen, die zur Müllbeseitigung unterwegs sind“, sagte Ulrich.

Allerdings bestätigt er den Eindruck von Peter Furche, dass es immer wieder Bürger gibt, die ihren Müll trotz der Androhung eines Ordnungsgeldes illegal entsorgen. „Manchmal ist unsere Kolonne gerade fertig, dann ist an derselben Stelle schon wieder alles vermüllt“, sagt er. Er appelliert an die Bürger, Verschmutzungen bei der Stadt zu melden. Der Baubetriebshof kümmere sich dann darum, versichert er – obwohl er gelegentliche Wartezeiten einräumt. Die Kolonne des Baubetriebshofs sei nicht so groß, dass sie sich um alle Bereiche der Stadt gleichzeitig kümmern könne. Auch bei privaten Flächen, die aber öffentlich einsehbar sind, stößt die Stadt an ihre Grenzen. Auf Flächen, die nicht öffentlich sind, sei der private Eigentümer für die Sauberkeit zuständig, erläuterte er. Wenn dort Müll auffällt – wie an den leer stehenden Turmarkaden – verständige die Stadt den Eigentümer. Peter Furche regt an, eine Kampagne zu starten, dass die Bürger ihre Stadt sauberhalten sollen. Dafür gebe es Beispiele in Nachbarstädten. Ob die Kampagne dort Erfolg hat, kann er aber auch nicht beurteilen.

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