Der Eichen-Prozessionsspinner ist fast überall in der Stadt

dzRaupen mit Gifthaaren

In Bergkamen gibt es kaum noch grüne Bereiche, die nicht vom Eichen-Prozessionsspinner befallen sind. Es besteht Grund zur Vorsicht, aber nicht zur Panik, meint die Stadtverwaltung.

Bergkamen

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Wer dem Eichen-Prozessionsspinner aus dem Weg gehen will, der hat in Bergkamen zurzeit praktisch keine Chance. Überall dort, wo Eichen in Wäldern, Parks, in Alleen, an Parkplätzen oder in Privatgärten wachsen, haben sich die Raupen breit gemacht. Der Bergkamener Baubetriebshof schafft es nur noch, die Tiere und ihre Nester an besonders gefährdeten Punkten wie an Kindergärten, Schulen und Sporthallen von den Bäumen abzusaugen. Ansonsten muss sich die Stadt darauf beschränken, die Bürger vor der Gefahr zu warnen, sagt Hans Irmisch, der Leiter des Sachgebiets Tiefbau und Grünflächen in der Stadtverwaltung.

Tiere sind überall im Stadtgebiet

Nach Angaben von Irmisch hat die Verbreitung der Raupen mittlerweile endgültig die Ausmaße eine Epidemie angenommen. Fast überall warnen Flatterband oder Schilder vor der Gefahr durch die Brennhaare der Raupen. „Damit sind wir nicht allein. Die Situation ist in allen Nachbarstädten ähnlich“, sagt Irmisch. Zwar verpuppen sich die Raupen des Nachtfalters schon in einigen Tagen bis Wochen und stellen dann selbst keine Gefahr mehr da. Die Brennhaare, die sie verloren haben, aber bleiben in den Raupennestern und können auch weiterhin vom Wind verteilt werden.

Flatterband und Schilder als Warnung

Der Baubetriebshof bemüht sich deshalb, alle Eichen auf den öffentlichen Flächen in der Stadt zu untersuchen und mögliche Gefahren einzuschätzen. Wenn sich die Raupen und die Nester in großer Höhe befinden, ist die Gefahr, mit den Brennhaaren in Kontakt zu kommen, wesentlich geringen. Dort wo sich die Raupen näher am Boden befinden, wollen Flatterband oder Schilder vor der Gefahr warnen. An besonders problematischen Stellen versucht der Baubetriebshof auch weiterhin, Nester und Raupen abzusaugen.

Kein Grund, in Panik zu verfallen

Irmisch warnt trotzdem davor, in Panik zu verfallen. Wer nur an Eichen vorbeigeht und sich dort nicht länger aufhält, ist praktisch nicht gefährdet – insbesondere, wenn sich Tiere und Nester in größerer Höhe befinden. Auch der Kontakt mit einzelnen Brennhaaren ist für die meisten Menschen unangenehm, aber nicht gefährlicher als ein Mückenstich. Nur in Einzelfällen können sie heftige allergische Reaktionen auslösen – sofern man Raupen oder Nester nicht direkt vermehrt.

Irmisch sieht die enorme Verbreitung der Eichen-Prozessionspinner auch im Zusammenhang damit, dass schon mehrere der vergangenen Jahre zu trocken waren. Dadurch seien viele Bäume geschwächt und könnten sich gegen Schädlinge kaum noch wehren, sagte er.

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