Klar, die Römer gehören ins Stadtmuseum in Oberaden. Aber auch die Bergkamener Bergbaugeschichte.Die entsprechende Museumsabteilung haben Leute gestaltet, sich unter Tage auskennen.

Bergkamen

, 04.10.2018, 13:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Reich der ehemaligen Bergleute hat seinen Platz im Keller des Stadtmuseums. Dort befindet sich der „Barbarastollen“. Hier erhalten Museumsbesucher einen lebendigen Eindruck davon, wie sich die Arbeit der Bergleute einst abgespielt haben. Der „Barbarastollen“ ist auch der Treffpunkt des Geschichtskreises Haus Aden/ Grimberg 3/4, der hier einmal in der Woche zusammenkommt. Die ehemaligen Bergleute haben den „Barbarastollen“ eigenständig gestaltet. Und dabei geht es nicht nur um Nostalgie.

Der Bergbau lebt im Museum

Der Barbarastollen lebt nicht nur von den Ausstellungsstücken, sondern auch davon dass Karl-Heinz Menz, Peter Prill, Raimund Balve und andere berichten. © Stefan Milk

Geburtsstunde 2010

Der Geschichtskreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an den wichtigsten Aspekt der Bergkamener Wirtschaftsgeschichte wach zu halten. Seine Geburtsstunde schlug im Kulturhauptstadtjahr 2010: „Damals gab es die Aktion ,Schachtzeichen‘“, blickt Geschichtskreisler Volker Wagner zurück. Ehemalige Zechenstandorte wurden mit gelben Ballons markiert. Im Umfeld der Aktion entstand bei Bergkamener ,Schachtzeichen‘-Aktivisten die Idee, dem Bergbau eine Heimstatt im Museum zu verschaffen. Bei der damaligen Museumschefin Barbara Strobel stießen sie auf offenen Ohren und so konnten die Aufbau-Arbeiten im Museumskeller beginnen.

Der Bergbau lebt im Museum

Klaus Wedemeyer mit einem „Kumpel“, der zeigt wie früher unter Tage gearbeitet wurde. © Stefan Milk

Private Erinnerungsstücke

Viele der Geschichtskreis-Mitglieder hatten noch Erinnerungsstücke aus dem Bergbau zu Hause, zudem fanden sich noch weitere Spender, die Material zur Verfügung stellten. Und so bauten die Hobby-Bergbau-Historiker einen veritablen Stollen im Keller auf – und der wurde Ende 2010 eröffnet. Wie es sich für Bergleute gehört am Barbaratag, dem 4. Dezember.

Seitdem haben zahllose Besucher einen Einblick in die Bergkamener Bergbaugeschichte genommen. Sogar der damalige Bundeswirtschaftsminister und Vize-Kanzler Sigmar Gabriel war im Oktober 2014 zu Besuch. Dem Geschichtskreis geht es aber um eine ganz andere Zielgruppe als prominente Politiker: um die Generation ihrer Enkel. „Viele Kinder von heute wissen ja nur noch wenig über den Bergbau“, sagt Volker Wagner. Deshalb führen er und seine Mitstreiter regelmäßig Schulklassen und Kindergartengruppen durch den Barbarastollen. Und wie es sich für ein gutes Museum gehört, gibt es dort auch viel zum Anschauen und auch zum Anfassen. „Die meisten Exponate sind gefahrene Geräte“, sagt Wagner. So nennt der Bergmann Ausrüstungsstücke, die tatsächlich unter Tage im Einsatz waren. Außerdem bekommen die Kinder auch einen Eindruck von der bergmännischen Kultur. „Am Ende der Führung singen wir mit den Kindern immer das Steigerlied“, berichtet Wagner.

Der Bergbau lebt im Museum

Peter Schedalke zeigt den Nachbau eines Fördergerüstes, das im Museumskeller steht. © Stefan Milk

Gerätschaften auf dem Hof

Dass der Barbarastollen eine Erfolgsgeschichte ist, kann man auch auf dem Platz hinter dem Museumsgebäude sehen. Dort hat der Geschichtskreis eine regelrechte Freiluft-Ausstellung mit großen Bergbau-Gerätschaften geschaffen. Eine Grubenlok ist dort ebenso zu besichtigen wie ein Schildausbau.

Und in diesem Sommer hat der Geschichtskreis seinen Lehrstollen am Museum eröffnet. Dort haben die Bergleute einen Stollen originalgetreu nachgebaut, der einen noch lebendigeren Eindruck vom Bergbau vermittelt.

Das liegt allerdings nicht nur an den originalen Ausstellungsstücken. Denn verglichen mit der Römerabteilung hat die Bergbau-Ausstellung im Stadtmuseum einen entscheidenden Vorteil: Die Bergleute, die die Besucher durch Barbara- und Lehrstollen führen, sind Zeitzeugen, die ihre Sicht der Dinge schildern können.

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